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today28.02.2026
Capt. Hollywood, mit bürgerlichem Namen Tony Dawson-Harrison, ist eine Ikone der Eurodance-Bewegung der 1990er Jahre. Der aus New Jersey stammende Künstler prägte mit seinem Captain Hollywood Project den Sound einer ganzen Generation und landete mit “More and More” einen weltweiten Nummer-Eins-Hit. Seine Karriere begann als Breakdancer und Choreograph in Deutschland, wo er nach seiner Zeit bei der US Army sesshaft wurde.
| Künstlername | Capt. Hollywood |
| Bürgerlicher Name | Tony Dawson-Harrison |
| Genre | Eurodance, Dance, R&B |
| Größter Hit | More and More |
| Geburtsdatum | 1962 |
| Geburtsort | Newark, New Jersey, USA |
| Staatsangehörigkeit | Amerikanisch |
| Markenzeichen | Rap kombiniert mit weiblichen Refrains, Breakdance-Choreographien |

Tony Dawson-Harrison wurde 1962 in Newark, New Jersey geboren und schlug zunächst eine militärische Laufbahn ein. Als Captain in der US Army wurde er nach Deutschland stationiert, wo sein Leben eine entscheidende Wendung nahm. Während seiner Dienstzeit begann er bei Freizeitveranstaltungen in Uniform zu tanzen, was ihm den Spitznamen “Captain Hollywood” einbrachte. Diese ungewöhnliche Kombination aus militärischem Rang und künstlerischer Performance sollte zu seinem Markenzeichen werden.
Nach dem Ende seiner Militärzeit entschied sich Dawson-Harrison, in Deutschland zu bleiben und ließ sich in Nürnberg nieder. Dort tauchte er tief in die aufstrebende Breakdance-Szene der frühen 1980er Jahre ein. Als talentierter Tänzer und Choreograph machte er schnell auf sich aufmerksam und erhielt 1983 seinen ersten TV-Auftritt in der legendären Musiksendung “Formel Eins”. Seine energiegeladenen Performances und innovativen Choreographien machten ihn zu einem gefragten Künstler in der europäischen Tanzszene.
Mitte der 1980er Jahre begann Capt. Hollywood, seine künstlerische Vision zu erweitern. Er veröffentlichte erste Solo-Singles und ein Soloalbum unter seinem Künstlernamen. Doch der große Durchbruch sollte noch auf sich warten lassen. Ende der 1980er Jahre schloss er sich dem niederländischen Projekt Twenty 4 Seven an, wo er gemeinsam mit Ruud van Rijen als Rapper mitwirkte. Das Album “Street Moves” von 1990 zeigte bereits seine Fähigkeit, eingängige Rap-Verse mit tanzbaren Beats zu verbinden.
Diese Erfahrung legte den Grundstein für sein eigenes Projekt. Um 1990 begann Capt. Hollywood mit der Entwicklung des Konzepts für das Captain Hollywood Project, das ab 1992 kommerziell aktiv wurde. Die Idee war revolutionär für die damalige Zeit: männliche Rap-Verses kombiniert mit kraftvollen weiblichen Gesangsrefrains über treibenden Eurodance-Beats. Diese Formel sollte nicht nur seinen eigenen Erfolg begründen, sondern den Sound des gesamten Eurodance-Genres maßgeblich prägen.
1992 explodierte Captain Hollywood Project förmlich in die Charts. Die Single “More and More” wurde zu einem der erfolgreichsten Dance-Tracks der frühen 1990er Jahre. Der Song erreichte die Nummer 1 in Deutschland und platzierte sich in den Top 5 zahlreicher europäischer Länder. Besonders bemerkenswert war der internationale Erfolg: In den USA erreichte der Track Platz 17 der Billboard Hot 100, in Kanada Platz 15. Die Kombination aus mitreißendem Beat, eingängigem Refrain und Capt. Hollywoods charakteristischem Rap-Style traf den Nerv der Zeit perfekt.
Der Song wurde mehrfach mit Platin ausgezeichnet und verkaufte sich weltweit millionenfach. Das dazugehörige Debütalbum “Love Is Not Sex” aus dem Jahr 1993 wurde zu einem phänomenalen Erfolg und erreichte Verkaufszahlen von rund sieben Millionen Exemplaren weltweit. Wer damals ein Internetradio oder einen anderen Musiksender einschaltete, kam an “More and More” nicht vorbei – der Track lief in Dauerschleife und wurde zur Hymne einer ganzen Generation.
Nach dem überwältigenden Erfolg von “More and More” folgte Hit auf Hit. 1993 veröffentlichte Captain Hollywood Project “Only with You”, das erneut die Top 5 in Deutschland, Österreich, Belgien, Schweden und der Schweiz erreichte und mit Gold ausgezeichnet wurde. Der Song festigte den Status des Projekts als eine der führenden Acts im Eurodance-Genre. Im selben Jahr erschien “All I Want”, das besonders in Portugal mit Platz 2 erfolgreich war und auch in Deutschland, Österreich und den Niederlanden die Top 30 erreichte.
Die Erfolgssträhne setzte sich 1993/94 mit “Impossible” fort, gefolgt von “Flying High” im Jahr 1994. Letzterer wurde erneut ein Top-10-Hit in mehreren Ländern, darunter Finnland, Dänemark, Schweden, Österreich und Deutschland. Die Formel des Captain Hollywood Project – die perfekte Balance zwischen tanzbaren Beats, eingängigen Melodien und der Kombination von Rap und Gesang – erwies sich als zeitlos. Bei jeder Veröffentlichung arbeitete Capt. Hollywood mit verschiedenen Sängerinnen zusammen, darunter Nina Gerhard und Petra Spiegl, die mit ihren kraftvollen Stimmen die Songs prägten.
1995 erschien das zweite Studioalbum “Animals or Human”, gefolgt von “The Afterparty” im Jahr 1996. Doch mit dem Ende der 1990er Jahre ebbte die große Eurodance-Welle ab, und auch Captain Hollywood Project wurde ruhiger. Tony Dawson-Harrison zog sich nicht komplett aus dem Musikgeschäft zurück, sondern verlagerte seinen Fokus. Er arbeitete als Produzent, Choreograph und Manager hinter den Kulissen und betreute verschiedene Acts, darunter Boybands und TV-Projekte wie “Making the Band”. Seine Expertise in Performance und Show-Choreographie war weiterhin gefragt.
Ab 2008 erlebte Captain Hollywood Project ein Comeback. Capt. Hollywood kehrte auf die Bühne zurück und tourte durch Europa, wo die Nostalgie für die 90er Jahre immer stärker wurde. Mit Shirin von Gehlen, auch bekannt als Shirin Amour, fand er eine neue Gesangspartnerin, die den klassischen Sound des Projekts in die Gegenwart transportierte. Die Live-Auftritte bei 90er-Jahre-Festivals und in Clubs zeigten, dass die Musik von Captain Hollywood Project nichts von ihrer Energie verloren hatte. Fans, die damals Radio hörten oder heute Online Radio und Streaming-Dienste nutzen, entdecken die Hits immer wieder neu.
Der Einfluss von Capt. Hollywood auf die Eurodance-Bewegung kann kaum überschätzt werden. Die von ihm etablierte Struktur – männlicher Rap kombiniert mit weiblichem Gesang über elektronischen Dance-Beats – wurde zum Blueprint für unzählige Acts der 1990er Jahre. Projekte wie 2 Unlimited, Snap! und viele andere folgten diesem erfolgreichen Muster. Seine Arbeit als Choreograph und Tänzer brachte zudem eine visuelle Komponente in die Eurodance-Szene, die vorher oft fehlte.
Heute gilt Captain Hollywood Project als Pionier eines Genres, das eine ganze Ära prägte. Die Musik läuft nach wie vor regelmäßig im Webradio, auf Retro-Partys und in Streaming-Playlists. Tony Dawson-Harrison hat bewiesen, dass ein amerikanischer Soldat, der in Deutschland seine künstlerische Heimat fand, die europäische Musiklandschaft nachhaltig verändern kann. Seine Geschichte ist eine von Mut, Kreativität und der Fähigkeit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein – mit der richtigen Musik, die Millionen Menschen zum Tanzen brachte.
Wir konnten leider keine Konzerte von Capt. Hollywood finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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