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Klar, ein richtig guter Song ist zeitlos. Manchmal braucht er aber einen kleinen Schubs, um sich wieder ins Rampenlicht zu katapultieren. Für einen solchen Boost sorgen seit geraumer Zeit immer häufiger Filme und Serien.

Musikkenner beobachten, dass Filme und Serien eigentlich schon vergessene Hits in regelrechte Chart-Raketen verwandeln und damit für beeindruckende Streaming‑ und Lizenz‑Einnahmen sorgen. Das freut nicht nur die jeweiligen Künstler und Labels, sondern auch die Fans. Ein Paradebeispiel ist „Running Up That Hill“ von Kate Bush, ein Track, der durch „Stranger Things“ 2022 ein globales Comeback erlebte. Der 80er‑Hit schoss in über 30 Ländern in die Charts, erreichte neue Streaming‑Rekorde und machte Kate Bush zur meistgestreamten Künstlerin des Sommers. Gerade jüngere Menschen kannten den Song vorher überhaupt nicht: Jetzt begeistert er auch die Generation Z. Das liegt aber nicht nur an dem Retro-Hit selbst, sondern auch an der emotionalen Einbindung in eine Schlüsselszene. Beides zusammen prägt sich eben stark ins Gedächtnis ein. Ähnlich lief es mit dem Track „Master of Puppets“ von Metallica, der ebenfalls durch dieselbe Serie plötzlich auch bei den jungen Hörern extrem angesagt war. Allerdings sind solche Platzierungen kein Zufall, denn die Musik wird von den Machern ganz gezielt eingesetzt, um eben Szenen emotional aufzuladen.
Wenn ein Klassiker in einer starken Filmszene oder einer viralen Serienfolge platziert wird, löst das beim Publikum oft einen direkten Impuls aus, denn die Zuschauer greifen dann unmittelbar zum Smartphone und suchen den Song auf einschlägigen Plattformen und bei Musikstreaming-Diensten. Dieser sogenannte „Second‑Screen‑Effekt“ ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass alte Titel innerhalb von wenigen Stunden Millionen neue Aufrufe generieren können. Für Künstler und Rechteinhaber ist dieser Trend ein echter Gewinn. Ein gut platzierter Song vervielfacht nicht nur Streams, sondern führt auch nicht selten zu neuen Lizenzdeals, Werbeplatzierungen und/oder Konzertanfragen. Selbst fast schon in Vergessenheit geratene Acts profitieren finanziell davon.
Es kann aber auch anders funktionieren, wie „Dreams“ von Fleetwood Mac zeigt. Hier kam das große Revival nicht primär durch eine Serie, sondern durch Social Media: vor allem durch ein virales TikTok-Video eines Skateboarders aus dem Jahre 2020. Dabei wurde der Song im Laufe der Jahre auch durchaus in Film und Fernsehen verwendet, wenn auch deutlich weniger spektakulär als bei anderen Klassikern. In „Glee“ taucht „Dreams“ in einer Cover-Version auf, was den Song erneut ins Gespräch brachte, und in „The Americans“ wurde er im Soundtrack performt. Für den eigentlichen Hype sorgte aber hier tatsächlich nicht ein Placement, sondern Social Media.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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