
play_arrowTophits Charts & Hits
play_arrowDance Dance Hits & Classics
play_arrowEvergreens Best of 60's - 00's
play_arrow90’s Dein 90er Throwback
play_arrow2000’s Die größten Hits von 2000 bis 2009
play_arrowRock Finest Rock Music
play_arrowSchlager Deutscher Schlager

Festivals und Konzerte mit beliebten Interpreten ziehen Tausende von Interessierten an. Von diesem Magnetismus gehen wirtschaftliche Impulse aus. Städte, in denen musikalische Events stattfinden, werden temporär zu Zentren einer hochprofitablen Erlebniswirtschaft.

Bevor das Konzert beziehungsweise die Tournee stattfinden kann, kontaktieren für die Bands arbeitende Booking-Agenturen lokale Promoter oder Hallenbetreiber mit sogenannten Avails. Dabei geht es um mögliche Termine. Daraufhin prüfen lokale Partner, ob Verfügbarkeit, Kapazität, technische Anforderungen und finanzielle Rahmenbedingungen gegeben sind. Anschließend werden Ticketpreise, Produktionskosten und die Aufteilung der Einnahmen ausgehandelt. Erst danach entscheidet das Management der Musiker, welche Städte in die Tour aufgenommen werden.
Umgekehrt bewerben sich Städte, Stadien oder Arenen als Ausrichter musikalischer Events. Moderne Veranstaltungszentren verfügen über internationale Netzwerke. Sie erfahren von bevorstehenden Tourneen und sprechen Booking-Agenturen gezielt an.
Stadtverwaltungen unterstützen Events mit Marketingbudgets, Genehmigungsbeschleunigungen, Infrastrukturleistungen oder Fanmeilen.
Ein Beispiel dafür ist Gelsenkirchen, das sich anlässlich der Taylor-Swift-Konzerte 2024 offiziell in Swiftkirchen umbenannte. Mit Fan-Zonen wie Taylor Town versprach sich die Stadt touristische Aufmerksamkeit. Sie wurde zum Pilgerort der Fans. Das zeigt, wie stark Musik-Tourismus über Emotion, Gemeinschaftsgefühl und Inszenierung geplant werden kann.
Der Auftritt eines globalen Stars kann innerhalb weniger Tage Umsätze generieren, für die andere Marketingmaßnahmen Jahre benötigen würden. Deshalb möchten Städte, dieses Potenzial strategisch nutzen. Sie rechnen sich aus, auf mehreren Ebenen zu profitieren. Ein solches Ereignis beflügelt die gesamte lokale Wertschöpfungskette. Hotels verzeichnen Auslastungen nahe der Kapazitätsgrenze. Gastronomie und Einzelhandel profitieren von erhöhtem Konsum. Auch Verkehrsbetriebe und Dienstleister generieren Zusatzumsätze.
Indirekte Effekte sind temporäre Beschäftigung, höhere Steuereinnahmen und eine Stärkung lokaler Unternehmen. Jeder für ein Ticket ausgegebene Euro kann ein vielfacher Gewinn für die Region sein.
Natürlich wollen Städte Konzerte und Festivals als strategisches Instrument der Standortpolitik verwenden. Investitionen in Infrastruktur wie moderne Arenen, leistungsfähige Verkehrsanbindungen und digitale Services sollen dazu beitragen, als Veranstaltungszentrum wahrgenommen zu werden. Neben den vorübergehenden Mehreinnahmen ist ein langfristiger Image Gewinn möglich.
Dafür muss jedoch mit viel Fingerspitzengefühl vorgegangen werden. Welche Leute erscheinen zu welchem Event? Sind sie bereit, sich neben der teuren Konzertkarte noch mehr zu gönnen, oder wollen sie lieber sparen? Nehmen die Besucher die Stadt als einen Ort wahr, an den sie wieder kommen möchten? Lassen sich Maßnahmen zur Nachhaltigkeit während der Großveranstaltung umsetzen?
Nicht jedes Konzert und jedes Festival mit vielen Besuchern haben ausschließlich wünschenswerte Effekte. Wodurch wurde der Star aufbaut? Nur wenn alles real und nicht stereotyp eingeschätzt wird, wirkt sich Musik-Tourismus langfristig positiv auf das Stadtimage aus.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
RADIOMONSTER.FM - Bei uns bist DU Musikchef!