Musik

Frauen im Musikbusiness: unterrepräsentiert und benachteiligt

today24.05.2026

Hintergrund

Namen wie Beyoncé oder Taylor Swift sind nicht nur eingefleischten Musikfans bekannt und vermitteln schnell den Eindruck, dass starke Frauen in der Musikbranche längst ihren festen Platz haben. In der Praxis sieht es aber von einigen Ausnahmen mal abgesehen leider ganz anders aus: Aktuelle Studien zeigen, dass Frauen im Musikbusiness nach wie vor unterrepräsentiert sind und es häufig schwerer haben, sich hier zu etablieren – und das in nahezu jeder Position.

Kaum Gleichberechtigung in der Musikbranche

Frauen im Musikbusiness: unterrepräsentiert und benachteiligt

Das Thema Gleichberechtigung und Gleichstellung ist in nahezu allen Berufsbereichen nach wie vor aktuell. Das gilt auch für das Musikbusiness, in dem Frauen auch in der heutigen Zeit längst nicht so präsent sind, wie man vielleicht vermuten könnte. Statistiken zeigen sogar, dass die Zahlen der Frauen in dieser Branche in den vergangenen Jahren rückläufig waren: Während es 2024 noch 5,9 % Frauen in der Musikproduktion waren, konnten ein Jahr später nur noch 4,4 % verzeichnet werden. Bei den Songwriterinnen sieht es nicht anders aus: Hier sind die Zahlen von 18,9 % auf 14,5 % gesunken. Männer sind dagegen im Musikbusiness nach wie vor präsenter und veröffentlichen mehr Songs beziehungsweise bekommen leichter einen Vertrag bei einem Label. Eine Gender-Pay-Gap existiert auch in der Musikbranche: Von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, verdienen männliche Produzenten und Musiker im Durchschnitt deutlich mehr als Frauen in denselben Positionen.

Warum sind Frauen im Musikbusiness unterrepräsentiert?

Verantwortlich für diese Tatsache sind sicherlich in hohem Maße mittlerweile veraltete Rollenmodelle. Das gilt insbesondere für Führungspositionen: Hier unterscheidet sich die Musikindustrie nicht von vielen anderen Berufsbereichen und Branchen, in denen wichtige und hohe Positionen nach wie vor vornehmlich von Männern bekleidet werden. Frauen haben allgemein einen erschwerten Zugang zu einer Karriere in der Produktion, aber auch im kreativen Bereich. Zudem kommt es nicht selten zu Diskriminierungen oder gar sexueller Belästigung.

Frauen in der Musikbranche stärken

Die Position der Frauen im Musikbusiness bedarf in Zukunft noch einiger Förderung, die sowohl von der Branche selbst als auch von Konsumenten und Konsumentinnen kommen muss. Wie viele Frauen in welchen Positionen in der Musikindustrie präsent sind, hängt auch vom Genre ab: In der Popmusik sind es deutlich mehr weibliche Interpreten als etwa im Heavy Metal, da letzterer auch in den Köpfen vieler Musiker und Fans als Männerdomäne gilt. Ansätze wären Experten zufolge eine bessere Vernetzung der Frauen untereinander sowie das Erhöhen der Aufmerksamkeit für Songs, Playlists und Veranstaltungen, in denen weibliche Akteure im Fokus stehen.

Geschrieben von: RadioMonster.FM