Musik

Die Renaissance physischer Musikformate – darum sind Platten und Kassetten wieder beliebt

today27.05.2026

Hintergrund

Streamingdienste haben die Frage revolutioniert, wie und wann wir Musik hören. Doch während die dazugehörigen Plattformen im Internet immer größer und mächtiger werden, scheint auch eine längst in Vergessenheit geratene Nische der Branche wieder aufzuleben: Alte Musikformate, zu denen Schallplatten und Kassetten gehören, erfreuen sich einer wachsenden Nachfrage. Aber warum greifen wir in technisch fortschrittlichen Zeiten eigentlich auf das Alte und längst Überholte zurück?

Alte Medien sind so beliebt wie selten zuvor

Die Renaissance physischer Musikformate – darum sind Platten und Kassetten wieder beliebt

Obwohl wir über das Smartphone oder den Laptop rund um die Uhr von nahezu jedem Standort aus auf alle nur denkbaren Musikstücke verfügen können, sind es vor allem die alten Schallplatten, die Compact Discs sowie die Kassetten und Tonbänder, die ganz im Trend liegen. Diese vor einigen Jahren noch totgesagten Medien werden vermehrt neu aufgelegt – und generieren beim Verkauf über den Handel und den Zweitmarkt schon hohe Einnahmen. Noch besser sieht es für originale Platten und Tapes aus, die auf Flohmärkten bereits Liebhaberpreise erzielen.

Die digitale Müdigkeit greift um sich

Natürlich stellt die Digitalisierung weiterhin einen wichtigen Fortschritt der Menschheit dar. Doch wer jeden Tag sowohl privat als auch beruflich von Computern, Radios und Handys umgeben ist, kann auch einmal die Lust an ihnen verlieren. Als Alternative bietet sich dann das an, womit viele von uns in Kindheit und Jugend bereits in Kontakt gekommen sind: Kassetten und Schallplatten sind von einem Nostalgiegefühl umgeben, das auch die ganz junge Generation mittlerweile für sich entdeckt. Während also digitale Medien unseren Alltag definieren, reifen Tapes und Platten zu Liebhaberstücken.

Nicht jeder Sound muss perfekt sein

Für das Konsumieren digitaler Formate spricht sicherlich die einzigartige Klangqualität. Aber wer auf alte Medien zurückgreift, setzt andere Ansprüche. Denn wer erinnert sich nicht an das Knistern, wenn die Nadel des Plattenspielers auf das sich drehende Vinyl gesetzt wurde? Oder an das Leiern, das speziell alte Tonbänder früher oder später ereilte? Jene Medien waren nicht perfekt. Sie waren ein Gebrauchsgegenstand, der eine gewisse Zeit überdauern sollte. Wollte man ihre Frist verlängern, musste man sie pflegen und wertschätzen. Man musste Verantwortung für sie übernehmen.

Vom Liebhaberstück zur Deko

Noch einen weiteren Vorteil besitzen Kassetten und Schallplatten: In ihre Cover sind oftmals viel Aufwand und Kreativität geflossen. Und das in einem Maß, wie das für moderne Streamingstücke eben nicht mehr erforderlich ist. Eine gut gestaltete Plattenhülle kann somit in jedem Raum zu einem echten Hingucker reifen, als Ausdruck des persönlichen Stils genutzt werden und letztlich sogar als Startschuss für eine wertvolle Sammlung taugen. Ein Song, der digital auf einer Festplatte in einem Ordner auf dem Smartphone versteckt ist, bietet diese Merkmale nicht. Auch darum umgeben wir uns in technisch fortschrittlichen Zeiten gerne mit alten Medien.

Geschrieben von: RadioMonster.FM