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Virtuelle Künstler und AI-generierte Stimmen “unterwandern” die Musikbranche

today15.05.2026

Hintergrund

Kurze Clips, von Künstlern oder Bands, von denen man noch nie etwas gehört hat, tauchen plötzlich auf der eigenen Timeline auf und das, was man hört, sagt einem sofort zu. Sucht man allerdings nach dem Song oder nach der dahinterstehenden Band, findet man kaum etwas. Erlebnisse wie diese werden die meisten von uns schon gemacht haben, und dahinterstecken oft KI-generierte Inhalte. Welche Auswirkungen das auf sowohl die Musikbranche als auch Hörerschaft hat, versuchen wir dir heute zu beantworten.

Wo fängt künstliche Intelligenz an, wo hört sie auf?

Virtuelle Künstler und AI-generierte Stimmen "unterwandern" die Musikbranche

Wie bereits in unserer Einleitung kurz angerissen, wirst du sicherlich schon den einen oder anderen gänzlich KI-generierten Song entdeckt haben und das vielleicht sogar, ohne es zu bemerken. Was jedoch bis vor einiger Zeit nur vereinzelt geschah und größtenteils nur isoliert auf Social-Media-Plattformen wie TikTok und Co., scheint nun zu einem größeren und vor allem sehr profitablen Unterfangen zu werden. “KI-Musik” oder “AI-Slop”, wie manch einer es schimpfen würde, findet sich heute sogar auf den großen Streamingplattformen wie Spotify wieder und verbucht dort massiv hohe Klickzahlen. Bestes Beispiel dafür ist unter anderem “Ride the Wave” by French Montana oder “OTR Freestyle” von Enoch.

Jetzt könnte der eine oder andere Leser die Behauptung in den Raum werfen, dass KI-generierte Musikinhalten doch kein Problem darstellen, doch in der Realität bewertet das längst nicht jeder so. Ganz im Gegenteil; mehr und mehr Musikliebhaber und Nutzer von Spotify, Apple Music und Co. gehen vermehrt auf die Barrikaden wegen der Flut an “AI-Songs”. Das Problem besteht zumeist darin, dass sich mittlerweile kaum noch erkennen lässt, welche Songs mit künstlicher Intelligenz erstellt und welche ohne Hilfe von KI produziert wurden.

Wie lässt sich mit KI generierte Musik überhaupt noch erkennen?

Einen relativ guten Hinweis darauf, ob hinter einem Song lediglich der Algorithmus eines KI-Modells steckt oder künstlerische “Handarbeit” (weit gefasster Begriff in der Musikbranche), erhältst du meist, indem du einen Blick auf das Musikprofil des Künstlers bei z. B. Spotify wirfst. Wenn du dort lediglich generische, meist offensichtlich KI-generierte Single- und Album-Artworks siehst, gefolgt von fehlenden oder “toten” Social-Media-Profilen, ohne echtes Gesicht dahinter, dann kannst du fast sicher sein, dass es sich um KI-generierte Inhalte handelt.

Angabepflicht und Definitionsfragen – so handhaben Spotify, Apple Music und Co. KI-generierte Musikinhalte

Während Musikliebhaber sich auf den Musikstreamingplattformen teilweise immer unwohler fühlen, suhlen sich sowohl die Ersteller von erfolgreichen KI-Songs als auch Spotify und Co. im Geldregen, denn die Songs generieren hohe Einnahmen und das nahezu ohne Produktionsaufwand. Doch Musik stellt für viele Hörer weitaus mehr dar als nur eine Aneinanderreihung von Noten und Tönen, und das gilt auch für rein digital erstellte Musik, wie z. B. elektronische Musik. Musik, selbst wenn sie ausschließlich mit dem Computer erstellt wurde, ist auch immer ein künstlerischer Ausdruck, hinter dem ein Mensch steckt.

Musik wird normalerweise von Menschen für Menschen gemacht, um etwas auszudrücken, was auch immer das sein mag. All das fehlt jedoch, wenn Musik ausschließlich mit KI erstellt wurde. Doch natürlich stellt sich dabei schnell die Frage, wo genau man hier überhaupt noch eine Grenze zieht. Wo fängt KI an, wo hört sie auf? Ist nicht schon ein Effekt, den man mit einer DAW über eine Gitarrenspur legt, in gewisser Weise “künstliche Intelligenz“? Tatsächlich sind diese Fragen gar nicht so leicht zu beantworten, da es in letzter Instanz alles eine Frage der Definition bleibt.

Wie gehen die großen Musikstreamingplattformen derzeit damit um?

Während Spotify bei all dem die Füße hochlegt und überhaupt nichts unternimmt, führt Apple Music ab März 2026 im Sinne der Transparenz eine “KI-Kennzeichnungspflicht” ein. Songs müssen dann jeweils mit den Tags “Track” (KI wurde für einen Großteil des Songs genutzt), “Composition” (KI wurde für die Komposition verwendet), “Artwork” (KI wurde für das Artwork verwendet) oder “Music Video” (KI wurde für visuelle Bestandteile verwendet) gekennzeichnet werden. Ein Schritt in die richtige Richtung, wie wir finden.

Geschrieben von: RadioMonster.FM