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Im Segment der elektronischen Tanzmusik hat sich ein Subgenre entwickelt, das sich im Laufe der Zeit immer größerer Beliebtheit erfreut: Afro House bereichert die tanzbaren Tracks um Klänge von traditionellen afrikanischen Musikinstrumenten. Gemessen am Boom der Downloadzahlen und Suchanfragen gehört Afro House kontinentübergreifend ohne Zweifel zum “Sound of the Year 2026”.
Die Entstehungsgeschichte des Afro House reicht womöglich bis in die späten 1980er Jahre zurück. Die damals populären Genres Kwaito, Mbaqanga und House schoben die Entwicklung hauptsächlich im damals noch von der Apartheid geprägten Südafrika an. Hier verbanden DJs diese Stile mit den überlieferten Musikbestandteilen. Die weiteren Entwicklungen führten zur Verbindung etwa mit dem US-amerikanischen Soulfoul House, aber auch anderen regionalen Variationen. Einen weltweiten Popularitätsschub erfuhr das Subgenre zu Beginn der 2000er Jahre.
Die Rhythmen sind beim Afro House in der Regel bassbetont, der Schwerpunkt liegt also eher auf den tiefen Frequenzen bis etwa 150 Hertz. Dies kommt dem menschlichen Gehör nahe und motiviert, mit der Musik “mitzugehen”. Die Beats per minute (BMP) bewegen sich in der Regel zwischen 80 und 122, in seltenen Fällen bis zu 160. Der organisch voranschreitende Sound und die Vielfalt der rhythmischen Elemente erzeugen mitunter einen tranceähnlichen Flow. Das Trommeln und Rasseln getrockneter Flaschenkürbisse ergänzt dabei die tiefen Klangteppiche von Dub Clouds. Besonders charakteristisch sind die Vocal Chants, welche häufig dem traditionellen Schema von Call-and-Response folgen. Diese etwa in den Sprachen Xhosa oder Zulu vorgetragenen Gesänge verleihen dem Afro House mitunter eine spirituelle Dimension. Im Rahmen von Live-Veranstaltungen wie Festivals kann dabei eine ganz besondere Atmosphäre entstehen. Nicht zu unterschätzen ist die Ausgestaltung von visuellen Elementen wie Cover-Art oder auch Musikvideos, in denen die unterschiedlichen afrikanischen Kulturen gefeiert werden.
Zu den Pionieren zählen DJ Shimza, DJ Fresh, Culoe De Song und Black Coffee. Letzterer ist wohl der weltweit bekannteste Botschafter des Genres – Alicia Keys beauftragte ihn zum Beispiel vor etwa einem Jahrzehnt mit dem Remix ihres Songs “In Common”. 2023 war er der erste DJ und Produzent aus dem afrikanischen Kontinent, der vor dem ausverkauften Madison Square Garden spielte. Neben diesen global etablierten Künstlern hat Afro House auch zahlreiche weibliche Stars hervorgebracht: Unter den Produzentinnen und DJs gehören dabei Mikki Afflick aus New York, Jackie Queens aus Simbabwe und DBN Gogo aus Südafrika zu den bekanntesten Größen.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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