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today01.03.2026
Die Red Rockers waren eine US-amerikanische Band aus New Orleans, die Ende der 1970er Jahre als politisch aufgeladene Punkband startete und Anfang der 1980er Jahre mit ihrem New-Wave-Hit “China” kommerziellen Erfolg feierte. Nach ihrer Auflösung 1985 erlebte die Gruppe ab 2023 eine überraschende Wiedervereinigung.
| Künstlername | Red Rockers |
| Mitglieder | John Thomas Griffith, James Singletary, Darren Hill, Bryan Barberot, Jonathan Pretus |
| Genre | Punk Rock, New Wave, Post-Punk |
| Größter Hit | China |
| Gründungsjahr | 1979 |
| Auflösungsjahr | 1985 (Wiedervereinigung ab 2023) |
| Land | Vereinigte Staaten |
| Markenzeichen | Politisch engagierte Texte, energetische Liveshows, Stilwechsel von Punk zu New Wave |

Im Jahr 1979 formierte sich in der Musikmetropole New Orleans eine Band, die zunächst unter dem Namen The Rat Finks auftrat. John Thomas Griffith, geboren am 3. April 1960 in Lubbock, Texas, übernahm Gesang und Rhythmusgitarre. An seiner Seite standen James Singletary an der Leadgitarre und Darren Hill am Bass. Die drei jungen Musiker, damals gerade mal um die 18 Jahre alt, waren tief beeindruckt von der politischen Energie des Punk und orientierten sich an Vorbildern wie The Clash und den weniger bekannten, aber einflussreichen Dils. Von letzteren übernahmen sie auch ihren neuen Bandnamen: Red Rockers, inspiriert vom Song “Red Rockers Rule”.
Die Band verstand sich von Anfang an als politisches Statement. In einer Zeit, in der Reagan-Amerika und globale Spannungen die Schlagzeilen beherrschten, wollten die Red Rockers nicht nur Musik machen, sondern auch Stellung beziehen. Mit Patrick Butler Jones am Schlagzeug komplettiert, entwickelten sie einen kompromisslosen Sound, der roh und direkt war. Die Punkszene von New Orleans bot den perfekten Nährboden für ihre rebellische Energie.
1981 veröffentlichten die Red Rockers ihr Debütalbum “Condition Red” auf dem Independent-Label 415 Records. Das Album war eine ungeschliffene Punk-Granate, politisch aufgeladen und musikalisch ohne Kompromisse. Die Produktion war bewusst roh gehalten, die Texte handelten von sozialer Ungerechtigkeit, politischer Frustration und jugendlicher Rebellion. Bei einer Coverversion von Johnny Cashs “Folsom Prison Blues” wirkte sogar Jello Biafra von den Dead Kennedys als Backgroundsänger mit, was die Verbindung zur politischen Punkszene unterstrich.
Trotz der künstlerischen Integrität blieb der kommerzielle Erfolg aus. Die Resonanz in der Punkszene war gemischt, und viele Fans fanden die Band zwar authentisch, aber nicht radikal genug. Dennoch legte “Condition Red” den Grundstein für das, was folgen sollte. Die Band tourte unermüdlich und baute sich eine treue Fangemeinde auf, besonders in College-Städten und alternativen Clubs.
1983 markierte einen radikalen Wendepunkt in der Geschichte der Red Rockers. Mit ihrem zweiten Album “Good as Gold” vollzogen sie einen Stilwechsel, der viele überraschte. Produzent David Kahne half der Band, ihren Sound zu verfeinern und in Richtung New Wave zu entwickeln. Das Album erschien bei 415 Records in Kooperation mit dem Major-Label Columbia, was deutlich größere Verbreitungsmöglichkeiten bedeutete.
Der Song “China” wurde zum Durchbruch. Mit seinem eingängigen Refrain, den schimmernden Gitarren und dem tanzbaren Beat eroberte der Track die damals noch junge MTV-Rotation. “China” erreichte Platz 53 der US Billboard Hot 100 und Platz 19 der Mainstream Rock Charts. Plötzlich waren die Red Rockers nicht mehr nur eine Punkband aus New Orleans, sondern eine aufstrebende New-Wave-Gruppe mit nationalem Erfolg. Wer damals Internetradio oder Streaming genutzt hätte, hätte den Song überall gehört – doch in den frühen Achtzigern lief er vor allem im Radio und auf MTV.
Die Band tourte nun mit etablierten Acts wie The Cars, Men at Work, The Kinks, Joan Jett und den B-52’s. Auch weitere Singles wie “Good as Gold” und “‘Til It All Falls Down” wurden ausgekoppelt und fanden Anklang bei einem breiteren Publikum. Die Red Rockers hatten den Sprung vom Underground in den Mainstream geschafft, doch dieser Erfolg brachte auch Spannungen mit sich.
1984 erschien das dritte Studioalbum “Schizophrenic Circus”, und der Titel war Programm. Die Band wirkte gespalten zwischen ihren Punk-Wurzeln und dem kommerziellen New-Wave-Sound. Das Album enthielt mehr Coverversionen, darunter eine eindringliche Version von “Eve of Destruction”, und zeigte Folk- sowie Pop-Einflüsse. Die Produktion war professioneller denn je, doch der innere Zusammenhalt der Band bröckelte.
James Singletary verließ die Gruppe, und Shawn Paddock kam als neuer Gitarrist hinzu. Doch die Chemie stimmte nicht mehr. Der kommerzielle Erfolg von “Good as Gold” ließ sich nicht wiederholen, und die Singles “Eve of Destruction” und “Blood from a Stone” fanden zwar bei alternativen Radiostationen Anklang, konnten aber nicht an frühere Erfolge anknüpfen. Die Band hatte ihre Identität irgendwo zwischen Punk und Pop verloren.
1985 erschien die letzte Single “Just Like You”, danach lösten sich die Red Rockers auf. Die Mitglieder gingen getrennte Wege: John Griffith gründete später die erfolgreiche Band Cowboy Mouth, Darren Hill widmete sich dem Management und gründete Ten Pin Management, und andere Mitglieder arbeiteten in verschiedenen musikalischen Projekten weiter.
Fast vier Jahrzehnte nach ihrer Auflösung erlebten die Red Rockers 2023 eine überraschende Renaissance. Das Debütalbum “Condition Red” wurde neu gemixt und remastered wiederveröffentlicht, was eine neue Generation von Punk- und New-Wave-Fans auf die Band aufmerksam machte. Im legendären Tipitina’s Club in New Orleans spielte die Band ein Reunion-Konzert, bei dem sie das gesamte erste Album live performten. Die Originalbesetzung mit John Thomas Griffith, James Singletary und Darren Hill stand wieder gemeinsam auf der Bühne, ergänzt durch Bryan Barberot am Schlagzeug und Jonathan Pretus an der zusätzlichen Gitarre.
Auch 2025 folgten weitere Reunion-Shows, und die Band bewies, dass ihre Musik nichts von ihrer Energie verloren hatte. Für Fans, die die Band über Webradio oder Online-Plattformen entdeckten, war es eine Gelegenheit, eine wichtige, aber oft übersehene Band der New-Wave-Ära live zu erleben.
Das Vermächtnis der Red Rockers ist zwiespältig: Sie waren nie die größte Band ihrer Zeit, aber “China” bleibt ein Klassiker der frühen Achtziger. Ihre Entwicklung von politischem Punk zu eingängigem New Wave spiegelt die musikalischen Umbrüche jener Ära wider. Heute werden sie oft als “Americas Clash” bezeichnet, eine Band, die versuchte, politisches Bewusstsein mit kommerzieller Zugänglichkeit zu verbinden – ein Balanceakt, der nicht immer gelang, aber immer interessant blieb.
Wir konnten leider keine Konzerte von Red Rockers finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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