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today01.03.2026
Book of Love ist eine US-amerikanische Synthpop- und New-Wave-Band, die 1983 in Philadelphia gegründet wurde und mit ihrem charakteristischen elektronischen Sound die Clubszene der 80er Jahre prägte. Bekannt durch Hits wie “Boy” und “I Touch Roses”, tourte die Gruppe bereits früh mit Depeche Mode und entwickelte einen unverwechselbaren Stil mit klaren Synthesizer-Linien und der markanten Stimme von Leadsängerin Susan Ottaviano. Die Band vereint bis heute elektronische Tanzmusik mit künstlerischem Anspruch und gesellschaftlich relevanten Themen.
| Künstlername | Book of Love |
| Mitglieder | Susan Ottaviano, Ted Ottaviano, Lauren Roselli, Jade Lee |
| Genre | Synthpop, New Wave, Dance-Pop |
| Größter Hit | Boy (2001 Remix – Nr. 1 US Dance Club Play) |
| Gründungsjahr | 1983 |
| Land | USA |
| Markenzeichen | Susan Ottavianos klare, beinahe gesprochene Stimme, ungewöhnliche Instrumentierung mit Glocken und Orgel, gesellschaftskritische Texte |

Book of Love entstand im Mai 1983 aus einer kreativen Verbindung zwischen vier Kunststudenten, die zwischen Philadelphia und New York pendelten. Susan Ottaviano und Ted Ottaviano – trotz des gemeinsamen Nachnamens nicht miteinander verwandt – kannten sich bereits aus ihrer gemeinsamen High-School-Zeit in Connecticut. Während Susan für ihr Kunststudium nach Philadelphia zog, besuchte Ted die School of Visual Arts in New York. Jade Lee und Susan hatten zuvor bereits in einer Band namens Head Cheese zusammengespielt, was die musikalische Grundlage für das neue Projekt legte.
Die künstlerische Ausbildung aller vier Mitglieder prägte von Anfang an den visuellen und konzeptionellen Ansatz der Band. Ihr erster veröffentlichter Song “Henna” erschien 1983 auf der lokalen Compilation “I’d Rather Be in Philadelphia” und zeigte bereits die Richtung an, die Book of Love einschlagen würde. Der entscheidende Durchbruch kam jedoch mit dem Demo-Track “Boy”, der die Aufmerksamkeit von Sire Records erregte und der Band einen Plattenvertrag einbrachte.
Mit der Veröffentlichung von “Boy” im Jahr 1985 begann der kometenhafte Aufstieg der Band in der amerikanischen Clubszene. Der Song erreichte Platz 7 in den US Dance Club Play Charts und etablierte Book of Love als ernstzunehmende Kraft im aufkommenden Synthpop-Genre. Besonders bemerkenswert war der progressive Inhalt des Songs, der offen über einen “Boy who likes boys” sang – zu einer Zeit, in der solche Themen in der Popmusik noch selten waren.
“I Touch Roses” folgte kurz darauf und kletterte auf Platz 8 der Dance Charts. Diese beiden Singles ebneten den Weg für das selbstbetitelte Debütalbum, das am 1. April 1986 erschien. Noch bevor das Album veröffentlicht wurde, hatte die Band bereits wertvolle Bühnenerfahrung gesammelt: 1985 und 1986 tourten Book of Love als Vorgruppe von Depeche Mode durch Nordamerika, zunächst auf der “Some Great Reward Tour” und anschließend bei der “Black Celebration Tour”. Diese Tourneen halfen enorm dabei, eine treue Fanbasis aufzubauen und die Band in der Synthpop-Community zu etablieren.
Das zweite Album “Lullaby” erschien 1988 und zeigte eine musikalische Weiterentwicklung. Die Band experimentierte mit orchestralen Elementen und ungewöhnlichen Instrumentierungen wie Kathedralorgeln. Aus diesem Album stammte die Single “Pretty Boys and Pretty Girls”, die als einziger Song der Band in die Billboard Hot 100 einstieg und Platz 90 erreichte. Der Song thematisierte die AIDS-Krise und gesellschaftliche Außenseiter, was erneut den Mut der Band zu relevanten Themen unterstrich.
Mit den Alben “Candy Carol” (1991) und “Lovebubble” (1993) erreichte Book of Love eine neue Ebene künstlerischer Vielfalt. Während frühere Veröffentlichungen hauptsächlich Susan Ottaviano als Leadsängerin präsentierten, übernahmen nun auch Ted Ottaviano, Lauren Roselli und Jade Lee gelegentlich die Hauptstimme. Diese Entwicklung verlieh dem Sound der Band neue Facetten und zeigte die kreative Bandbreite aller Mitglieder.
“Alice Everyday” aus dem Album “Candy Carol” erreichte Platz 21 in den Dance Club Play Charts und demonstrierte, dass die Band auch nach mehreren Jahren noch relevante Clubhits produzieren konnte. Die Instrumentierung wurde zunehmend komplexer, mit Einsatz von Glocken, Chimes und Ambient-Elementen, die den charakteristischen Book-of-Love-Sound noch unverwechselbarer machten. Wer die Band im Internetradio oder auf Streaming-Plattformen entdeckt, erkennt sofort die besondere Atmosphäre, die ihre Musik auszeichnet.
Das vierte Studioalbum “Lovebubble” von 1993 sollte zunächst das letzte sein. Die Single “Boy Pop” wurde noch einmal ein Dance-Hit, konnte aber nicht an die früheren Erfolge anknüpfen. Nach diesem Album trennten sich die Wege der Bandmitglieder zunächst, und jeder verfolgte eigene Projekte.
Die Geschichte von Book of Love endete 1993 jedoch nicht endgültig. Im Jahr 2001 kam die Band für die Veröffentlichung der Best-of-Kompilation “I Touch Roses: The Best of Book of Love” wieder zusammen. Besonders bemerkenswert war der Remix von “Boy”, der 2001 die Spitze der US Dance Club Play Charts erreichte – ein bemerkenswerter Erfolg für einen Song, der bereits 16 Jahre alt war. Dies bewies die anhaltende Relevanz und Beliebtheit der Band in der Clubszene.
Die Band trat in den folgenden Jahren sporadisch auf und feierte 2016 ihr 30-jähriges Jubiläum mit der Veröffentlichung “MMXVI – Book of Love – The 30th Anniversary Collection”. Diese Sammlung würdigte drei Jahrzehnte einzigartiger elektronischer Popmusik und zeigte, dass die Musik von Book of Love nichts von ihrer Faszination verloren hatte. 2018 folgte “The Sire Years: 1985-1993”, eine umfassende Retrospektive ihrer produktivsten Schaffensperiode.
Der Einfluss von Book of Love reicht weit über ihre Chartplatzierungen hinaus. Ihre Musik fand Eingang in zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen. “Modigliani (Lost in Your Eyes)” war im Soundtrack der Komödie “Planes, Trains & Automobiles” (1987) zu hören, während “Sunny Day” im Thriller “The Silence of the Lambs” (1991) verwendet wurde. Diese Präsenz in der Popkultur trug dazu bei, dass ihre Musik auch außerhalb der Clubszene wahrgenommen wurde.
Besonders in der LGBTQ+-Community blieb Book of Love eine geschätzte Band. Die offene Thematisierung von Homosexualität in “Boy” und die Auseinandersetzung mit der AIDS-Krise in “Pretty Boys and Pretty Girls” machten die Band zu wichtigen Stimmen in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche. Ihre Musik wurde zu einem festen Bestandteil der Gay-Club-Szene und wird dort bis heute gespielt.
Lauren Roselli, heute Lauren Johnson, entwickelte parallel zur Musik eine erfolgreiche Schauspielkarriere. Sie war in bedeutenden Filmen wie “Philadelphia” (1993), “Beloved” (1998) und “The Manchurian Candidate” (2004) zu sehen. Susan Ottaviano, die in New York City lebt, ist auch im Bereich Food Styling, Kunst und Design aktiv und zeigt damit die vielseitigen kreativen Talente, die alle Bandmitglieder auszeichnen.
Der Bandname selbst ist eine Hommage an den Song “The Book of Love” von The Monotones, wobei die romantische Bildsprache des Titels die Mitglieder mehr inspirierte als der Song selbst. Auch “Modigliani” zeigt diese künstlerische Verbindung – der Song ist eine musikalische Hommage an den italienischen Maler Amedeo Modigliani, dessen Leben und Werk die kunstaffinen Bandmitglieder faszinierte.
Die charakteristische Stimme von Susan Ottaviano – oft als “distant”, klar und beinahe gesprochen beschrieben – wurde zum Markenzeichen der Band. In Kombination mit den präzisen Synthesizer-Arrangements, den ungewöhnlichen Instrumentierungen und den intelligenten, gesellschaftlich relevanten Texten schufen Book of Love einen Sound, der auch Jahrzehnte später noch frisch und innovativ klingt. Wer heute Online Radio hört und auf einen Song von Book of Love stößt, erkennt sofort die besondere Atmosphäre, die diese Band auszeichnet – eine perfekte Mischung aus Kunstschule-Ästhetik, Tanzbarkeit und emotionaler Tiefe.
Wir konnten leider keine Konzerte von Book of Love finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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