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today01.03.2026
Al Jarreau war einer der vielseitigsten Vokalisten der Musikgeschichte und begeisterte mit seiner einzigartigen Mischung aus Jazz, Soul, R&B und Pop. Der siebenfache Grammy-Gewinner verzauberte Generationen von Hörern mit seiner virtuosen Stimme und seinem unverwechselbaren Scatsingen. Seine Musik erklingt bis heute auf zahlreichen Radiosendern weltweit.
| Künstlername | Al Jarreau |
| Bürgerlicher Name | Alwin Lopez Jarreau |
| Genre | Jazz, R&B, Soul, Pop |
| Größter Hit | We’re in This Love Together |
| Geburtsdatum | 12. März 1940 |
| Geburtsort | Milwaukee, Wisconsin, USA |
| Wohnort | Los Angeles, Kalifornien |
| Todesdatum | 12. Februar 2017 |
| Sterbeort | Los Angeles, Kalifornien, USA |
| Staatsangehörigkeit | US-amerikanisch |
| Sternzeichen | Fische |
| Markenzeichen | Virtuoses Scatsingen, Vokalimitationen von Instrumenten |

Alwin Lopez Jarreau erblickte am 12. März 1940 in Milwaukee, Wisconsin, als fünftes von sechs Kindern das Licht der Welt. Sein Vater Emile Alphonse Jarreau war Pastor der Siebenten-Tags-Adventisten und selbst ein begabter Sänger, während seine Mutter Pearl Walker Jarreau in der Kirche Klavier spielte. In diesem musikalisch und spirituell geprägten Umfeld wuchs der junge Al auf und sang schon früh im Kirchenchor. Die Gospel-Tradition und die emotionale Tiefe der Kirchenmusik sollten sein gesamtes künstlerisches Schaffen prägen.
Doch zunächst schlug Jarreau einen völlig anderen Weg ein. Er studierte Psychologie und erwarb 1962 seinen Bachelor am Ripon College. Zwei Jahre später folgte ein Master in vocational rehabilitation an der University of Iowa. Nach seinem Studium arbeitete er als Rehabilitationsberater, vor allem in San Francisco, und widmete sich der Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenslagen. Diese soziale Ader und sein Dienst am Menschen blieben ihm zeitlebens wichtig, auch als er längst ein gefeierter Musiker war.
Parallel zu seiner Arbeit als Berater begann Jarreau in den Jazzclubs von San Francisco aufzutreten. Er sang in einem Trio mit dem Keyboarder George Duke, der später selbst eine erfolgreiche Karriere machen sollte. Mit dem Gitarristen Julio Martinez gründete er ein Duo und trat in Lokalen wie Gatsby’s in Sausalito auf. Die Clubszene wurde zu seinem musikalischen Labor, in dem er seinen einzigartigen Stil entwickelte – eine Verschmelzung von Jazz-Improvisation, Soul-Feeling und virtuoser Stimmakrobatik.
Erst in den späten 1960er Jahren entschied sich Al Jarreau, seine sichere Anstellung aufzugeben und ganz auf die Musik zu setzen. Es war ein mutiger Schritt, der sich auszahlen sollte. 1975 erschien sein Debütalbum “We Got By” bei Warner Bros./Reprise und wurde von Kritikern enthusiastisch aufgenommen. Das Album zeigte bereits seine außergewöhnliche Fähigkeit, zwischen verschiedenen Genres zu wechseln und dabei stets authentisch zu bleiben.
Die folgenden Jahre brachten eine beeindruckende Serie erfolgreicher Alben. “Glow” erschien 1976, gefolgt vom Live-Doppelalbum “Look to the Rainbow” im Jahr 1977, das ihm seinen ersten Grammy für Best Jazz Vocal Performance einbrachte. Seine Live-Auftritte wurden legendär – Jarreau verwandelte die Bühne in einen Raum der vokalen Improvisation, in dem er Instrumente mit seiner Stimme imitierte und das Publikum mit seiner spielerischen Leichtigkeit verzauberte.
Den kommerziellen Durchbruch erreichte Jarreau 1981 mit dem Album “Breakin’ Away”. Die Single “We’re in This Love Together” kletterte auf Platz 15 der US Hot 100 und wurde zu seinem größten Hit. In Kanada erreichte der Song sogar die Spitze der Adult Contemporary Charts. Das Album selbst gewann einen Grammy und etablierte Jarreau endgültig als Crossover-Star, der mühelos zwischen Jazz, Pop und R&B wechseln konnte.
1987 erreichte Al Jarreau ein noch breiteres Publikum durch seine Zusammenarbeit mit dem Komponisten Lee Holdridge. Jarreau schrieb den Text zum Titelsong der populären Fernsehserie “Moonlighting”, die von 1985 bis 1989 lief und mit Bruce Willis und Cybill Shepherd in den Hauptrollen brillierte. “Moonlighting (Theme)” wurde zu einem eigenständigen Hit und erreichte Platz 23 in den US Hot 100 sowie Platz 8 in den britischen Charts. In den US Adult Contemporary Charts kletterte der Song sogar auf die Spitzenposition.
Der Song verkörperte perfekt Jarreaus Fähigkeit, komplexe Jazz-Harmonien mit eingängigen Pop-Melodien zu verbinden. Seine verspielte, fast schelmische Interpretation des Textes passte hervorragend zur leichtfüßigen, romantischen Atmosphäre der Serie. Für viele Hörer wurde “Moonlighting” zum Inbegriff der 80er Jahre und ist bis heute ein beliebter Titel im Streaming-Angebot verschiedener Webradio-Sender.
Die 1980er Jahre waren überhaupt eine produktive Phase für Jarreau. Alben wie “Jarreau” (1983) mit Hits wie “Mornin'” und “Trouble in Paradise”, “High Crime” (1984) und “L Is for Lover” (1986) festigten seinen Status als einer der führenden Vokalisten seiner Generation. Seine Musik lief regelmäßig im Radio und erreichte ein Millionenpublikum.
Was Al Jarreau von anderen Sängern unterschied, war seine außergewöhnliche stimmliche Flexibilität. Er beherrschte das Scatsingen wie kaum ein anderer und wurde oft als “Acrobat of Scat” bezeichnet. Seine Fähigkeit, Instrumente mit seiner Stimme nachzuahmen – sei es eine Trompete, ein Saxophon oder Percussion-Instrumente – war legendär. Dabei ging es ihm nie um bloße Effekthascherei, sondern um musikalischen Ausdruck und Kommunikation.
Seine Wurzeln in der Kirchenmusik verliehen seiner Stimme eine emotionale Wärme und Spiritualität, die selbst in seinen poppigsten Songs durchschimmerte. Jarreau sang nicht nur Noten, er erzählte Geschichten, vermittelte Gefühle und schuf eine intime Verbindung zu seinen Zuhörern. Diese Qualität machte ihn zu einem Favoriten nicht nur bei Jazz-Puristen, sondern auch bei Fans von Soul, R&B und Pop.
Die Musikindustrie würdigte sein Talent mit insgesamt sieben Grammy Awards in drei verschiedenen Kategorien – Pop, Jazz und R&B. Damit war er der einzige Sänger, der diese besondere Ehre erreichte. Zu seinen ausgezeichneten Werken gehörten unter anderem “Breakin’ Away”, “Look to the Rainbow” und seine Interpretation von “Blue Rondo à la Turk”. In Deutschland erhielt er in den 1970er Jahren mehrere Echo Awards.
Auch in den 1990er und 2000er Jahren blieb Al Jarreau musikalisch aktiv und veröffentlichte weiterhin hochwertige Alben. “Heaven and Earth” erschien 1992, gefolgt von “Tenderness” (1994), das seine sanftere, introspektivere Seite zeigte. Mit “Tomorrow Today” (2000) und “All I Got” (2002) bewies er, dass er auch im neuen Jahrtausend noch relevante Musik schaffen konnte.
Ein besonderes Highlight war das Kollaborationsalbum “Givin’ It Up” mit George Benson aus dem Jahr 2006. Die beiden Musiker, die sich seit den frühen Tagen in San Francisco kannten, schufen ein Album voller musikalischer Freude und gegenseitiger Wertschätzung. Das Projekt gewann einen Grammy und zeigte, dass Jarreau auch mit über 60 Jahren noch auf der Höhe seines Könnens war.
2014 veröffentlichte er “My Old Friend: Celebrating George Duke”, eine liebevolle Hommage an seinen verstorbenen Freund und musikalischen Weggefährten George Duke. Das Album war eine Herzensangelegenheit und spiegelte Jarreaus Dankbarkeit für die Menschen wider, die ihn auf seinem musikalischen Weg begleitet hatten.
Gesundheitliche Probleme begannen Jarreau in seinen letzten Jahren zunehmend zu belasten. 2010 erlitt er in Frankreich einen Zusammenbruch, 2012 kämpfte er mit einer Lungenentzündung. Trotzdem trat er weiter auf und teilte seine Musik mit seinem treuen Publikum. Am 12. Februar 2017, nur zwei Tage nachdem er seinen Rückzug von Live-Auftritten angekündigt hatte, verstarb Al Jarreau im Alter von 76 Jahren in Los Angeles an Atemversagen.
Sein musikalisches Vermächtnis lebt weiter. Seine Alben werden weiterhin gehört, seine Songs laufen im Internetradio und auf Online Radio Plattformen weltweit. Für Generationen von Sängern bleibt er ein Vorbild an Virtuosität, Vielseitigkeit und künstlerischer Integrität. Al Jarreau war mehr als nur ein großartiger Sänger – er war ein Innovator, der die Grenzen zwischen den Genres aufhob und bewies, dass wahre Kunst keine Schubladen kennt.
Wir konnten leider keine Konzerte von Al Jarreau finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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