Kon Kan – Steckbrief, Songs & Konzerte

today01.03.2026

Hintergrund
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Kon Kan ist ein kanadisches Synthpop-Projekt, das 1988 von Barry Harris in Toronto gegründet wurde und mit dem Sample-lastigen Hit “I Beg Your Pardon” internationale Erfolge feierte. Das ursprünglich als Studioprojekt konzipierte Musikprojekt prägte die späten 80er Jahre mit seiner innovativen Mischung aus Dance, elektronischer Musik und cleveren Samples.

Künstlername Kon Kan
Mitglieder Barry Harris, Kevin Wynne (bis 1990)
Genre Synthpop, Dance-Pop, Hi-NRG
Größter Hit I Beg Your Pardon (I Never Promised You a Rose Garden)
Gründungsjahr 1988
Land Kanada
Markenzeichen Umfangreicher Einsatz von Samples, Mischung aus Country-Referenzen und Dance-Pop

Die Anfänge eines Sample-Pioniers

Webradio Steckbrief - Kon Kan

Die Geschichte von Kon Kan beginnt in Toronto, Ontario, wo Barry Harris bereits seit den frühen 80er Jahren als DJ aktiv war und in einem Import-Schallplattenladen arbeitete. Etwa ab 1983 experimentierte er mit Samples und elektronischen Klängen, lange bevor Sampling zum Mainstream-Phänomen wurde. Der Name des Projekts war dabei kein Zufall, sondern ein cleveres Wortspiel: “Kon Kan” sollte eine Referenz auf “Can Con” sein, die kanadische Regelung für “Canadian Content”, die Radiostationen verpflichtet, einen Mindestanteil an einheimischen Künstlern zu spielen. Harris hoffte, durch diesen Namen besondere Aufmerksamkeit in seiner Heimat zu erregen.

1988 war es dann soweit: Die erste Single von Kon Kan wurde veröffentlicht, zunächst auf dem kleineren Label Revolving Records. Was als Studioprojekt begann, sollte sich schnell zu einem internationalen Phänomen entwickeln. Für die Gesangsparts engagierte Harris den Session-Sänger Kevin Wynne, der zunächst nur für einzelne Aufnahmen vorgesehen war, später aber zum offiziellen Mitglied wurde.

Der Durchbruch mit “I Beg Your Pardon”

Der Song “I Beg Your Pardon (I Never Promised You a Rose Garden)” wurde zum Karriere-Höhepunkt von Kon Kan. Die Single, die 1988 erstmals erschien und 1989 weltweit veröffentlicht wurde, war ein Meisterwerk des Samplings. Barry Harris webte geschickt Elemente aus Lynn Andersons Country-Klassiker “Rose Garden” mit Samples von Silver Convention, GQ, Tones on Tail, Spagna und sogar dem Thema von “Die glorreichen Sieben” zusammen. Das Ergebnis war ein tanzbarer, eingängiger Pop-Song, der die Grenzen zwischen den Genres verwischte.

Die Chartplatzierungen waren beeindruckend: In Großbritannien erreichte der Song Platz 3, in den USA Platz 15 der Billboard Hot 100, in Kanada Platz 19 und in Neuseeland sogar Platz 2. Auch in den Niederlanden landete die Single auf Platz 3. Der kommerzielle Erfolg brachte Kon Kan nicht nur internationale Bekanntheit, sondern auch Anerkennung in der Heimat: 1990 gewann das Projekt den Juno Award für “Best Dance Recording”. Wer damals Internetradio oder andere Streaming-Dienste hätte nutzen können, hätte den Song sicherlich auf jedem Dance- und Pop-Kanal gefunden.

Alben und weitere Singles

Nach dem durchschlagenden Erfolg der Debüt-Single folgte 1989 das erste Album “Move to Move”. Darauf fanden sich neben dem Hit auch weitere Singles wie “Harry Houdini”, das in Kanada Platz 39 erreichte, und “Puss N’ Boots / These Boots Are Made for Walkin'”, eine weitere Sample-basierte Produktion, die in Kanada auf Platz 61 und in den USA auf Platz 58 kam. Das Album etablierte Kon Kan als ernstzunehmende Kraft in der Dance- und Synthpop-Szene.

Bereits 1990 erschien das zweite Album “Syntonic”, gefolgt von “Vida!…” im Jahr 1993. Doch die kommerziellen Erfolge blieben hinter den Erwartungen zurück. Kevin Wynne hatte das Projekt bereits um 1989/1990 verlassen, und Barry Harris führte Kon Kan zunehmend als Solo-Unterfangen weiter. Nach dem geringen Verkaufserfolg der späteren Alben trennte sich Atlantic Records von dem Projekt, und Harris wechselte zu kleineren Labels wie Hypnotic Records. Das Album “Vida!…” wurde zunächst nur in Kanada veröffentlicht.

Neuanfänge und Wiedervereinigungen

Kon Kan wurde nie offiziell aufgelöst, durchlief aber verschiedene Phasen unterschiedlicher Aktivität. 1994 nahm Barry Harris “I Beg Your Pardon” komplett neu auf, diesmal ohne die ursprünglichen Samples und mit neu eingesungenen Vocals, und veröffentlichte das Ganze als EP mit Remix-Versionen. 2013 gab es eine kurze Wiedervereinigung von Harris und Wynne, die jedoch bereits 2014 wieder endete.

Parallel zu Kon Kan machte sich Barry Harris auch als Teil des Remix-Produzentenduos Thunderpuss einen Namen und arbeitete an zahlreichen Remixen für internationale Popstars. Seine Arbeit wurde sogar mit einem Grammy-Zertifikat gewürdigt, als er an einem Remix von “Carry On” von Donna Summer und Giorgio Moroder beteiligt war. Diese Tätigkeiten zeigten, dass Harris‘ Talent weit über Kon Kan hinausging.

Kon Kan heute und das musikalische Erbe

Ab 2023 begann Barry Harris, Kon Kan wieder verstärkt zu beleben. Er stellte eine neue Live-Tourband zusammen, bestehend aus Kimberley Wetmore (Gesang), Christian McFadden (Vocals, Bass, Keyboards), Adam Weatherup (Gitarre) und Tim Fleming (Schlagzeug/Percussion). Damit wurde Kon Kan von einem reinen Studioprojekt zu einer Live-Act transformiert. Im selben Jahr erschien auch die neue Single “Stars”, ein Zeichen dafür, dass das Projekt weiterhin kreativ aktiv ist.

Das musikalische Erbe von Kon Kan liegt vor allem in der innovativen Verwendung von Samples zu einer Zeit, als diese Technik noch relativ neu war. Die Kombination aus Country-Elementen, Dance-Beats und Synthpop-Strukturen war wegweisend und inspirierte viele nachfolgende Künstler. Wer heute über Radio oder Webradio die Hits der späten 80er Jahre hört, kommt an “I Beg Your Pardon” kaum vorbei – der Song ist ein fester Bestandteil der Pop-Geschichte geworden.

Die Juno-Award-Nominierung 1991 für “Puss N’ Boots/These Boots Are Made for Walkin'” sowie der gewonnene Award 1990 unterstreichen die Bedeutung, die Kon Kan in der kanadischen Musikszene hatte. Barry Harris bewies mit seinem Projekt, dass kanadische Künstler international konkurrenzfähig waren und dass kreative Sample-Arbeit mehr sein konnte als bloße Kopie – sie konnte Kunst sein. Kon Kan bleibt damit ein faszinierendes Kapitel der Musikgeschichte der späten 80er und frühen 90er Jahre, dessen Einfluss bis heute spürbar ist.

Songs von Kon Kan im Radio

Konzerte von Kon Kan

Wir konnten leider keine Konzerte von Kon Kan finden.

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Geschrieben von: RadioMonster.FM