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today01.03.2026
The Call waren eine amerikanische Rockband aus Kalifornien, die zwischen 1980 und 2000 mit ihrer eindringlichen Mischung aus Rock und New Wave für Furore sorgte. Unter der Führung von Frontmann Michael Been schuf die Gruppe zeitlose Hymnen, die spirituelle Tiefe mit gesellschaftskritischen Botschaften verbanden. Ihr größter Erfolg “Let The Day Begin” wurde sogar zur politischen Hymne einer Präsidentschaftskampagne.
| Künstlername | The Call |
| Mitglieder | Michael Been, Tom Ferrier, Scott Musick, Jim Goodwin, Greg Freeman, Steve Huddleston, Joe Read |
| Genre | Rock, New Wave |
| Größter Hit | Let The Day Begin |
| Gründungsjahr | 1980 |
| Auflösungsjahr | 2000 |
| Land | USA |
| Markenzeichen | Kraftvolle Stimme von Michael Been, spirituelle und sozialkritische Texte |

Die Geschichte von The Call begann 1980 in Santa Cruz, Kalifornien, als sich vier Musiker zusammenfanden, die mehr wollten als nur kommerziellen Erfolg. Michael Been und Scott Musick stammten ursprünglich aus Oklahoma und hatten sich bereits früher kennengelernt, bevor sie nach Kalifornien zogen. Dort trafen sie auf Tom Ferrier und Greg Freeman, mit denen sie zunächst unter Namen wie Airtight und Motion Pictures experimentierten. Doch erst als sie sich The Call nannten, fand die Band zu ihrer wahren Identität.
Das selbstbetitelte Debütalbum erschien 1982 und zeigte bereits die charakteristische Mischung aus rohem Rock und introspektiven Texten, die die Band auszeichnen sollte. Michael Been übernahm nicht nur den Gesang, sondern spielte auch Bass, Gitarre und Keyboards – ein vielseitiger Künstler, dessen tiefe, emotionale Stimme zum unverwechselbaren Markenzeichen der Gruppe wurde. Die frühen Aufnahmen waren geprägt von einer gewissen Rohheit, die bewusst gewählt wurde und den authentischen Charakter der Band unterstreichen sollte.
Der kommerzielle Durchbruch gelang The Call 1983 mit ihrem zweiten Album “Modern Romans”. Die Single “The Walls Came Down” wurde zu einem MTV-Hit und erreichte respektable Chartplatzierungen in den USA, Australien und Großbritannien. Der Song kombinierte eingängige Melodien mit einer gewissen Dringlichkeit, die typisch für die New-Wave-Ära war, aber durch Beens kraftvollen Gesang eine zusätzliche Dimension erhielt.
In den folgenden Jahren veröffentlichte die Band eine beeindruckende Serie von Alben. “Scene Beyond Dreams” folgte 1984, doch das wirklich bedeutende Werk war “Reconciled” von 1986. Dieses Album brachte mehrere Rock-Hits hervor, darunter “Everywhere I Go” und besonders “I Still Believe (Great Design)”, das Platz 17 der US Mainstream Rock Charts erreichte. Letzterer Song sollte später eine besondere Bedeutung erlangen, als er 1987 in einer Coverversion im Kultfilm “The Lost Boys” verwendet wurde, was der Band zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffte.
Die Besetzung der Band änderte sich im Laufe der Jahre mehrfach. Greg Freeman verließ die Gruppe 1984, gefolgt von verschiedenen anderen Musikern, die kamen und gingen. Doch der Kern um Michael Been, Tom Ferrier und Scott Musick blieb stabil und sorgte für die musikalische Kontinuität, die Fans zu schätzen wussten.
1989 erreichte The Call den Zenit ihrer Karriere mit dem Album “Let The Day Begin”. Der gleichnamige Titelsong wurde zu ihrer bekanntesten Nummer und kletterte auf Platz 1 der US Mainstream Rock Charts. Mit seiner hymnischen Qualität und dem aufmunternden Text sprach der Song eine breite Hörerschaft an. Die Zeilen “Let the day begin, let the horror start” verbanden Hoffnung mit einer realistischen Sicht auf die Herausforderungen des Lebens – eine Kombination, die typisch für Beens Songwriting war.
Der Song erreichte auch Platz 51 der US Hot 100 und Platz 42 in Großbritannien, was für eine Band ihrer Ausrichtung ein beachtlicher Erfolg war. Doch die wahre Bedeutung von “Let The Day Begin” zeigte sich erst Jahre später, als Al Gore den Song 2000 für seine Präsidentschaftskampagne nutzte. Die Hymne wurde zur Soundtrack einer politischen Bewegung und bewies, dass Musik weit über ihre ursprüngliche Intention hinauswirken kann.
Das Album “Let The Day Begin” markierte auch einen Wechsel im Label – die Band wechselte von Elektra zu MCA. Weitere Singles wie “You Run” folgten und erreichten ebenfalls die Rock-Charts, konnten aber nicht an den Erfolg des Titelstücks anknüpfen. Dennoch festigte die Band ihren Status als ernstzunehmende Kraft im amerikanischen Rock der späten Achtziger.
Was The Call von vielen ihrer Zeitgenossen unterschied, war die spirituelle Tiefe ihrer Texte. Michael Been schrieb Songs, die sich mit Glauben, Zweifel und der menschlichen Existenz auseinandersetzten, ohne dabei dogmatisch zu werden. Diese Themen zogen sich durch das gesamte Werk der Band und gaben ihr eine besondere Authentizität. Been selbst verkörperte diese spirituelle Suche auch außerhalb der Musik – 1988 spielte er den Apostel Johannes in Martin Scorseses kontroversem Film “The Last Temptation of Christ”.
Die Band arbeitete im Laufe ihrer Karriere mit beeindruckenden Gastmusikern zusammen. Peter Gabriel, Jim Kerr von Simple Minds und sogar Bono von U2 trugen zu verschiedenen Alben bei. Diese Kollaborationen zeugten von dem Respekt, den The Call in der Musikszene genossen, auch wenn sie nie den ganz großen kommerziellen Durchbruch schafften.
Nach “Let The Day Begin” veröffentlichte die Band 1990 das Album “Red Moon”, das mit der Single “What’s Happened to You” noch einmal die Rock-Charts erreichte. Doch die Neunziger waren eine schwierige Zeit für viele Rockbands der Achtziger, und auch The Call spürten den Wandel im Musikgeschäft. Es sollte sieben Jahre dauern, bis 1997 das letzte Studioalbum “To Heaven and Back” erschien.
Im Jahr 2000 löste sich The Call offiziell auf. Michael Been widmete sich anderen Projekten und arbeitete als Tontechniker, unter anderem für die Band Black Rebel Motorcycle Club, in der sein Sohn Robert Levon Been spielte. Doch das Schicksal sollte tragisch zuschlagen: Am 19. August 2010 erlitt Michael Been während des Pukkelpop-Festivals in Hasselt, Belgien, einen Herzinfarkt und verstarb im Alter von nur 60 Jahren. Sein Tod hinterließ eine große Lücke in der Rockwelt.
Die verbliebenen Mitglieder Tom Ferrier, Scott Musick und Jim Goodwin ließen die Musik von The Call jedoch nicht sterben. Ab 2013 gab es gelegentliche Wiedervereinigungen, bei denen die Band ihre klassischen Songs aufführte. Fans, die die Gruppe in ihrer Blütezeit erlebt hatten, strömten zu diesen Konzerten, und auch eine neue Generation entdeckte die zeitlose Qualität der Musik über Streaming-Dienste und Internetradio.
2024 erschien mit “The Lost Tapes” ein besonderes Archivalbum, das bisher unveröffentlichtes Material enthielt – inklusive unveränderter Gesangsaufnahmen von Michael Been. Für Fans war dies eine Gelegenheit, noch einmal die Stimme ihres verstorbenen Helden zu hören und in Erinnerungen zu schwelgen. Die Band hatte in ihrer aktiven Zeit acht Studioalben veröffentlicht, die zusammen ein beeindruckendes Werk ergaben, das von rohem Rock über hymnische Balladen bis zu experimentellen Klängen reichte.
The Call mögen nie die ganz großen Stadien gefüllt haben, doch ihr Einfluss auf die Rockmusik der Achtziger und Neunziger ist unbestritten. Ihre Kombination aus kraftvollem Sound, spirituellen Texten und gesellschaftskritischen Botschaften machte sie zu einer einzigartigen Erscheinung. Wer heute ihre Musik hört – sei es im Radio oder über moderne Online-Plattformen – spürt noch immer die Intensität und Ehrlichkeit, die Michael Been und seine Mitstreiter in jeden Song legten. “Let The Day Begin” bleibt nicht nur ihr größter Hit, sondern auch ein zeitloses Statement über Hoffnung und Durchhaltevermögen in schwierigen Zeiten.
Wir konnten leider keine Konzerte von The Call finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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