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today01.03.2026
The Traveling Wilburys waren eine legendäre Supergruppe, die 1988 fast zufällig entstand und Rockgeschichte schrieb. Mit fünf Ikonen der Musikwelt schufen sie in entspannter Atmosphäre zeitlose Hits, die bis heute auf vielen Plattformen wie Internetradio und Streaming-Diensten zu hören sind. Trotz der kurzen Schaffensphase hinterließen sie ein bleibendes musikalisches Vermächtnis.
| Künstlername | The Traveling Wilburys |
| Mitglieder | George Harrison, Bob Dylan, Jeff Lynne, Roy Orbison, Tom Petty |
| Genre | Rock, Folk-Rock, Country-Rock |
| Größter Hit | Handle With Care |
| Gründungsjahr | 1988 |
| Land | USA, England |
| Markenzeichen | Pseudonyme als Wilbury-Brüder, humorvolle Selbstironie, mehrstimmige Harmonien |

Die Geschichte der Traveling Wilburys beginnt 1988 mit einer simplen Notwendigkeit: George Harrison brauchte eine B-Seite für seine Single “This Is Love” vom Album “Cloud Nine”. Was als kleines Projekt gedacht war, entwickelte sich zu einem der bemerkenswertesten musikalischen Zusammentreffen der Rockgeschichte. Harrison arbeitete bereits mit Jeff Lynne zusammen und hatte Roy Orbison kennengelernt. Als er Bob Dylan einlud, dessen Garage-Studio in Malibu zu nutzen, war der Grundstein gelegt. Tom Petty kam hinzu, als Harrison seine Gitarre bei ihm abholen musste.
An einem einzigen Tag schrieben und nahmen die fünf Musiker den Song “Handle With Care” auf. Die Chemie zwischen den Künstlern war so außergewöhnlich, dass Harrisons Plattenfirma den Song als viel zu gut für eine B-Seite einstufte. Diese Einschätzung führte zu einer spontanen Entscheidung: Warum nicht gleich ein ganzes Album aufnehmen? Die Musiker trafen sich in lockerer Atmosphäre, ohne den Druck kommerzieller Erwartungen, und schufen gemeinsam etwas Einzigartiges.
Der Name “Wilbury” entstand aus einem Running Gag zwischen Harrison und Lynne während der “Cloud Nine”-Sessions. Wenn technische Fehler auftraten, sagten sie scherzhaft, man würde sie einfach “in der Mischung vergraben” – “we’ll bury ’em in the mix”. Daraus entwickelte sich das Konzept der fiktiven Wilbury-Familie, bei der jedes Mitglied ein Pseudonym annahm. George wurde zu Nelson Wilbury, Jeff zu Otis, Roy zu Lefty, Tom zu Charlie T. Wilbury Jr. und Bob zu Lucky Wilbury.
Im Oktober 1988 erschien “Traveling Wilburys Vol. 1” und wurde sofort zum Erfolg. Das Album erreichte Platz 3 in den US-Charts und wurde mit dreifachem Platin ausgezeichnet. Die Single “Handle With Care” kletterte in Australien auf Platz 3, in Kanada auf Platz 2 und dominierte die US-Mainstream-Rock-Charts. Auch “End of the Line” wurde ein bedeutender Hit und zeigte die harmonische Verschmelzung der unterschiedlichen Stile aller Beteiligten.
Doch die Freude über den Erfolg wurde jäh unterbrochen. Im Dezember 1988, nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung des Albums, verstarb Roy Orbison im Alter von 52 Jahren in Hendersonville, Tennessee. Sein Tod war ein schwerer Schlag für die Gruppe. Im Musikvideo zu “End of the Line” wurde ihm eine bewegende Hommage zuteil – während seiner Gesangsparts schwenkte die Kamera zu einem leeren Schaukelstuhl mit seiner Gitarre.
Die verbliebenen vier Mitglieder entschieden sich, weiterzumachen und Orbisons Andenken zu ehren. 1990 veröffentlichten sie ihr zweites Album, das sie mit typischem Wilbury-Humor “Traveling Wilburys Vol. 3” nannten – sie übersprangen bewusst “Vol. 2”, um Konventionen zu brechen und ihre spielerische Herangehensweise zu unterstreichen. Für dieses Album nahmen die Musiker neue Pseudonyme an: George wurde Spike, Jeff wurde Clayton, Tom wurde Muddy und Bob wurde Boo Wilbury. Das Album brachte Hits wie “She’s My Baby” hervor, das Platz 2 der US-Rock-Charts erreichte.
Was die Traveling Wilburys so besonders machte, war die ungezwungene Art ihrer Zusammenarbeit. Jedes Mitglied brachte seinen eigenen Stil ein, doch niemand dominierte. Die Musik vereinte Elemente aus Rock, Folk, Country, Rockabilly, Blues und sogar Doo-Wop. Diese Vielfalt spiegelte die unterschiedlichen Hintergründe der Musiker wider: Harrison kam von den Beatles, Dylan war die Ikone des Folk-Rock, Orbison der Meister der dramatischen Balladen, Petty der Heartland-Rocker und Lynne der Produzent mit Pop-Sensibilität.
Die Aufnahmen fanden in entspannter Atmosphäre statt, oft in Harrisons Friar Park Studio oder in Dylans Garage. Es gab keine starren Pläne oder Hierarchien. Songs entstanden spontan, jeder trug Ideen bei, und die Harmoniegesänge wurden gemeinsam entwickelt. Jim Keltner am Schlagzeug sowie weitere Studiomusiker unterstützten die Aufnahmen, doch im Kern blieb es ein Projekt von fünf Freunden, die einfach Musik machen wollten.
Diese kreative Freiheit führte zu einer bemerkenswerten Produktivität. Die Songs waren eingängig, aber nie oberflächlich. Texte behandelten alltägliche Themen mit Witz und Tiefe, während die Arrangements sowohl zugänglich als auch musikalisch anspruchsvoll waren. Die Wilburys bewiesen, dass Supergroups nicht zwangsläufig an Ego-Konflikten scheitern müssen, wenn gegenseitiger Respekt und echte Freundschaft die Basis bilden.
Die Anerkennung ließ nicht lange auf sich warten. 1990 gewannen die Traveling Wilburys den Grammy Award für “Best Rock Performance by a Duo or Group with Vocal” für ihr Debütalbum. Sie waren auch für “Album of the Year” nominiert, was die außergewöhnliche Qualität ihrer Arbeit unterstrich. Neben den kommerziellen Erfolgen engagierten sich die Wilburys auch für wohltätige Zwecke. 1990 veröffentlichten sie die Single “Nobody’s Child” zugunsten des Romanian Angel Appeal, die in mehreren Ländern respektable Chartplatzierungen erreichte.
Nach 1991 ruhte das Projekt. Es gab nie eine offizielle Auflösung, doch die Umstände machten eine Fortsetzung unmöglich. George Harrison verstarb 2001 in Los Angeles, Tom Petty 2017 in Santa Monica. Bob Dylan und Jeff Lynne setzen ihre erfolgreichen Solokarrieren fort, doch die magische Konstellation der Wilburys konnte nie wiederholt werden.
2007 wurde das musikalische Vermächtnis der Gruppe mit “The Traveling Wilburys Collection” neu aufgelegt. Die Box enthielt beide Studioalben in remasterter Form, Bonus-Tracks und einen DVD-Dokumentarfilm. Die Veröffentlichung stieg in mehreren Ländern hoch in die Charts ein und führte die Musik der Wilburys einer neuen Generation zu. Heute sind ihre Songs fester Bestandteil vieler Playlists auf Online Radio Plattformen und werden von Fans weltweit geschätzt.
Die Traveling Wilburys hinterließen trotz ihrer kurzen Existenz einen bleibenden Eindruck in der Musikgeschichte. Sie zeigten, dass etablierte Künstler zusammenkommen können, ohne ihre Individualität aufzugeben. Ihr Ansatz war erfrischend unkompliziert in einer Industrie, die oft von Kommerz und Kalkül geprägt ist. Die Wilburys machten Musik aus purer Freude, und diese Authentizität ist in jedem Song spürbar.
Ihr Einfluss reicht weit über die verkauften Platten hinaus. Sie belebten die Karrieren ihrer Mitglieder und inspirierten zahlreiche andere Künstler, ähnliche Kollaborationen einzugehen. Das Konzept der Supergroup wurde durch sie neu definiert – nicht als Zusammenkunft von Egos, sondern als kreative Partnerschaft auf Augenhöhe. Die humorvolle Selbstironie, etwa bei der Benennung von “Vol. 3” oder den wechselnden Pseudonymen, machte sie sympathisch und nahbar.
Bis heute werden Songs wie “Handle With Care”, “End of the Line” oder “She’s My Baby” regelmäßig gespielt und geliebt. Sie verkörpern eine Ära, in der musikalische Qualität und künstlerische Integrität noch im Vordergrund standen. Die Traveling Wilburys bewiesen, dass großartige Musik oft dann entsteht, wenn talentierte Menschen zusammenkommen, ohne Zwang und mit echtem gegenseitigem Respekt. Ihr Vermächtnis lebt weiter in den Herzen ihrer Fans und in der zeitlosen Qualität ihrer Aufnahmen.
Wir konnten leider keine Konzerte von The Traveling Wilburys finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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