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Hören junge Menschen Musik nur noch über Streaming-Dienste? Gehören Schallplatten und CDs endgültig der Vergangenheit an? Ganz so ist es nicht, denn Umfragen zeigen, dass Vinyl unter den 15- bis 29-Jährigen wieder im Kommen ist.

Ausgerechnet in der Generation Z nimmt das Interesse an Tonträgern aus Vinyl zu. In einer Befragung von 2.500 Personen aus dieser Altersgruppe in Deutschland, England und den USA gaben 76 Prozent an, regelmäßig Schallplatten zu kaufen. 29 Prozent sammeln nach eigenen Angaben sogar Schallplatten. Dieser Retro-Trend macht Musikgenuss nicht nur zu einem akustischen, sondern auch zu einem haptischen und nostalgischen Erlebnis. So sehen 61 Prozent der Umfrageteilnehmer ihr Konsumverhalten im Zusammenhang mit einer Art „Digital Detox“ als Gegensatz zum digital geprägten Musikmarkt. Des Weiteren geht der Trend zum Vinyl mit einer Sammelleidenschaft einher, die mit digitalen Angeboten nicht befriedigt werden kann. Außerdem möchten 62 Prozent der Befragten Musikschaffende mit dem Schallplattenkauf finanziell unterstützen, um der ungleichen Verteilung von Streaming-Einnahmen entgegen zu wirken.
Stellt der Trend zum Vinyl unter der jungen Generation eine neue Chance für die Musikschaffenden dar? Das Herausbringen neuer Alben oder das „Reissue“ von alten Alben als Schallplatte stellt für die meisten Künstler ein hohes finanzielles Risiko dar. Wer aber über eine solide Fanbase verfügt, kann sich eine neue Einnahmequelle erschließen. Außerdem hängt es von der Musikrichtung und der Konzeption des Studios ab, ob der Trend zum Vinyl zur Marketingstrategie oder zum Image der Band oder des Interpreten passt. In jedem Fall lohnt es sich, die Hörgewohnheiten der eigenen Fanbase näher kennenzulernen. Viele Musikproduzenten sind deshalb dazu übergegangen, wenigstens testweise eine Single oder eine EP auf Vinyl herauszubringen. Unabhängige Interpreten und Bands versuchen, in diesem Bereich für sich eine Marktlücke zu finden und vom Streaming unabhängiger zu werden.
Langfristig betrachtet, wird die Schallplatte ein Nischenprodukt bleiben. Während der reguläre Handel auf den Retro-Trend noch kaum reagiert hat, wird er vor allem von Plattenläden und einigen Versandhändlern bedient. Für die interessierten Kunden sind Musikauswahl und Musikhören nicht, was nebenbei geschieht. Vielmehr sind sie als Gemeinschaftserlebnis mit festen Hörritualen verbunden. Ein Problem stellen die Preise dar. Streaming ist deutlich günstiger als der Rückgriff auf Vinyl oder CD. So gaben 29 Prozent der Befragten an, aus preislichen Gründen keine Schallplatten zu kaufen.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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