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today01.03.2026
Living Colour ist eine US-amerikanische Rockband aus New York City, die 1984 gegründet wurde und durch ihre einzigartige Fusion aus Hard Rock, Funk, Jazz und politisch engagierten Texten Musikgeschichte schrieb. Mit ihrem Durchbruchshit “Cult of Personality” eroberten sie Ende der 1980er Jahre die Charts und gewannen mehrere Grammy Awards. Die Band gilt als Vorreiter für schwarze Künstler im Rockgenre und ist bis heute aktiv.
| Künstlername | Living Colour |
| Mitglieder | Vernon Reid, Corey Glover, Will Calhoun, Doug Wimbish |
| Genre | Hard Rock, Funk Metal, Alternative Metal |
| Größter Hit | Cult of Personality |
| Gründungsjahr | 1984 |
| Land | Vereinigte Staaten |
| Markenzeichen | Politisch engagierte Texte, stilistische Vielfalt, virtuoses Instrumentalspiel |

Die Geschichte von Living Colour begann 1984 in den pulsierenden Underground-Clubs von New York City. Gitarrist Vernon Reid, geboren am 22. August 1958 in London und aufgewachsen in Brooklyn, hatte eine klare Vision: Er wollte eine Band gründen, die musikalische Grenzen sprengt und gleichzeitig wichtige gesellschaftliche Themen anspricht. In den legendären Hallen des CBGB, jenem Kultclub, der schon Punk-Ikonen hervorgebracht hatte, formte sich die Band allmählich. Reid war nicht nur ein virtuoser Gitarrist, sondern auch Mitbegründer der Black Rock Coalition, einer Organisation, die sich für schwarze Künstler in der Rockmusik einsetzte und gegen stereotype Genregrenzen kämpfte.
Die frühe Besetzung durchlief verschiedene Veränderungen, bis sich schließlich die klassische Formation etablierte. Sänger Corey Glover, geboren am 6. November 1964 in Brooklyn, brachte eine kraftvolle Stimme und charismatische Bühnenpräsenz mit. Schlagzeuger Will Calhoun und zunächst Bassist Muzz Skillings komplettierten die Gruppe. Der Bandname selbst war ein Statement: “Living Colour” bezog sich auf den alten TV-Spruch “The following program is brought to you in living colour” und war gleichzeitig eine Anspielung gegen rassistische Stereotype in der Musikindustrie.
Das Jahr 1988 markierte den großen Wendepunkt für Living Colour. Ihr Debütalbum “Vivid” erschien und katapultierte die Band in die obersten Ränge der Rockwelt. Unterstützt wurden sie dabei von niemand Geringerem als Mick Jagger, der ihre Demos produzierte und förderte. Diese prominente Unterstützung half der Band, die Aufmerksamkeit der großen Plattenfirmen zu gewinnen. “Vivid” erreichte Platz 6 der US-Billboard-Charts und wurde zu einem der definierenden Alben der späten 1980er Jahre.
Der Song “Cult of Personality” wurde zum Signature-Track der Band und erreichte Platz 13 der US-Billboard Hot 100. Das Stück, eine kraftvolle Auseinandersetzung mit Personenkult und politischer Manipulation, traf den Nerv der Zeit. Bei den MTV Video Music Awards 1989 räumte die Band gleich mehrere Auszeichnungen ab, darunter Best Group Video, Best New Artist in a Video und Best Stage Performance in a Video. Ein Jahr später folgte der erste Grammy Award für Beste Hard Rock Performance.
Doch “Cult of Personality” war nicht der einzige Hit von “Vivid”. Der Song “Glamour Boys”, der auf verschiedenen Streaming-Plattformen und im Internetradio bis heute regelmäßig gespielt wird, erreichte Platz 31 der US Hot 100 und chartete auch international in den Niederlanden und Großbritannien. Der Track setzte sich kritisch mit Oberflächlichkeit und Geschlechterrollen auseinander und zeigte die thematische Bandbreite, für die Living Colour bekannt werden sollte.
Mit dem zweiten Album “Time’s Up” von 1990 erweiterten Living Colour ihre musikalische Palette erheblich. Das Album war noch experimenteller als der Vorgänger und integrierte Elemente aus Jazz, Hip-Hop, Blues und Soul. Zahlreiche Gastmusiker trugen zu diesem vielfältigen Sound bei. Die Platte brachte der Band 1991 einen weiteren Grammy Award ein, diesmal für Best Hard Rock Performance für das gesamte Album. Der Song “Love Rears Its Ugly Head” wurde besonders in Großbritannien ein großer Erfolg und erreichte dort Platz 12 der Charts.
Im Jahr 1992 kam es zu einem wichtigen Besetzungswechsel: Bassist Muzz Skillings verließ die Band und wurde durch Doug Wimbish ersetzt. Wimbish, ein erfahrener Sessionmusiker mit beeindruckender Vita, brachte neue Impulse in den Sound der Band. Mit ihm nahm Living Colour 1993 das Album “Stain” auf, das musikalisch noch härter und düsterer ausfiel als die Vorgänger. Die Band experimentierte mit schwereren Gitarrenriffs und aggressiveren Rhythmen, was zwar die Kritiker beeindruckte, kommerziell aber nicht an die früheren Erfolge anknüpfen konnte.
Nach intensiven Tourjahren und der Veröffentlichung von “Stain” löste sich Living Colour 1995 auf. Die Bandmitglieder widmeten sich verschiedenen Soloprojekten und anderen musikalischen Unternehmungen. Vernon Reid arbeitete an diversen Kollaborationen, Corey Glover verfolgte gelegentlich eine Schauspielkarriere und veröffentlichte Solomaterial. Doch die kreative Chemie zwischen den Musikern blieb bestehen.
Im Dezember 2000 erfolgte die Wiedervereinigung mit dem erklärten Ziel, wieder live zu spielen und neue Musik aufzunehmen. Die Reunion-Konzerte waren ein großer Erfolg und zeigten, dass die Fangemeinde der Band treu geblieben war. 2003 erschien mit “Collideøscope” das erste Studioalbum nach der Wiedervereinigung. Es folgten “The Chair in the Doorway” im Jahr 2009 und “Shade” 2017. Diese späteren Werke zeigten eine gereifte Band, die ihren charakteristischen Sound bewahrt hatte, aber auch neue musikalische Wege beschritt.
Living Colour haben weit mehr erreicht als kommerzielle Erfolge und Grammy-Auszeichnungen. Sie haben als schwarze Rockband in einer von weißen Künstlern dominierten Szene Barrieren durchbrochen und nachfolgenden Generationen den Weg geebnet. Ihre Arbeit mit der Black Rock Coalition hat dazu beigetragen, das Bewusstsein für Diversität in der Rockmusik zu schärfen. Die Band tourte mit den Rolling Stones und anderen Größen der Rockgeschichte, spielte aber auch eigene internationale Tourneen, die ihre globale Anziehungskraft unter Beweis stellten.
Die musikalische Bandbreite von Living Colour, die von virtuosen Gitarrensoli über funkige Basslinien bis zu komplexen rhythmischen Strukturen reicht, hat viele Musiker beeinflusst. Ihre Fähigkeit, politische und soziale Themen wie Rassismus, Umweltprobleme und gesellschaftliche Ungerechtigkeit in kraftvolle Rocksongs zu verpacken, bleibt bis heute relevant. Songs wie “Cult of Personality” werden weiterhin in verschiedenen Medien verwendet und im Radio gespielt, was die zeitlose Qualität ihrer Musik unterstreicht.
Die aktuelle Besetzung mit Vernon Reid an der Gitarre, Corey Glover am Gesang, Will Calhoun am Schlagzeug und Doug Wimbish am Bass ist weiterhin aktiv. Alle Mitglieder leben und arbeiten überwiegend in den USA, wobei konkrete Wohnorte nicht öffentlich bekannt sind. Die Band tritt regelmäßig live auf und beweist, dass ihre Musik auch Jahrzehnte nach ihrer Gründung nichts von ihrer Kraft und Relevanz verloren hat. Living Colour bleiben ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Musik Grenzen überwinden und wichtige gesellschaftliche Diskussionen anstoßen kann.
Wir konnten leider keine Konzerte von Living Colour finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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