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today28.02.2026
DJ Miko ist ein italienisches Dance-Projekt, das 1993 von Keyboarder und Produzent Monier Quartararo Gagliardo und der britischen Sängerin Louise Anne Gard ins Leben gerufen wurde. Mit ihrer Eurodance-Coverversion von “What’s Up” eroberten sie Mitte der 90er Jahre die europäischen Tanzflächen. Das Projekt steht exemplarisch für den italienischen Dancefloor-Sound jener Ära.
| Künstlername | DJ Miko |
| Mitglieder | Monier Quartararo Gagliardo, Louise Anne Gard, Maria Caprì, Annerley Gordon, Jackie Bodimead, Melody Castellari |
| Genre | Eurodance, Italodance |
| Größter Hit | What’s Up |
| Gründungsjahr | 1993 |
| Land | Italien |
| Markenzeichen | Dance-Coverversionen bekannter Pop- und Rockhits |

Als 1993 in Italien ein neues Dance-Projekt aus der Taufe gehoben wurde, ahnte noch niemand, welchen Erfolg es haben würde. Monier Quartararo Gagliardo, ein talentierter Keyboarder und Produzent, tat sich mit der britischen Sängerin Louise Anne Gard aus Tunbridge Wells zusammen, um gemeinsam unter dem Namen DJ Miko die Tanzflächen zu erobern. Die Idee war simpel, aber effektiv: Bekannte Pop- und Rockhits sollten im typischen Eurodance-Stil der 90er Jahre neu interpretiert werden. Was als Experiment begann, entwickelte sich schnell zu einem kommerziellen Erfolg, der vor allem in Europa für Furore sorgte.
Die Zusammenarbeit zwischen dem italienischen Produzenten und der britischen Frontfrau war von Anfang an unkonventionell. Während Louise Gard das Gesicht des Projekts wurde und bei Auftritten sowie in Musikvideos präsent war, wurden die Studioaufnahmen häufig von anderen Sängerinnen eingespielt. Diese Arbeitsteilung war typisch für viele Dance-Projekte jener Zeit, bei denen Produzenten im Hintergrund die Fäden zogen und verschiedene Vokalistinnen für unterschiedliche Produktionen einsetzten. Das Label Dig It International in Mailand und später Hotline Records unterstützten das Projekt in der Anfangsphase.
Der große Durchbruch kam 1993 mit einer Dance-Version von “What’s Up”, dem Hit der amerikanischen Band 4 Non Blondes. Die Coverversion wurde mit der Studiovokalistin Maria Caprì aufgenommen, während Louise Gard das Lied bei öffentlichen Auftritten und im Musikvideo repräsentierte. Diese Konstellation mag auf den ersten Blick verwirrend erscheinen, war aber in der Dance-Szene der 90er Jahre durchaus üblich. Der Song schlug ein wie eine Bombe und erreichte beeindruckende Chartplatzierungen in ganz Europa.
In Italien und Spanien kletterte “What’s Up” bis auf Platz 5, in Großbritannien erreichte die Single Platz 6 und selbst in den USA schaffte es der Track auf Platz 58 der Billboard Hot 100. Besonders erfolgreich war die Single in den Dance-Charts, wo sie auf Platz 19 der US Dance Radio Charts landete. Auch in Finnland, Schweden und weiteren europäischen Ländern wurde der Song zu einem festen Bestandteil der Clubszene. Die eingängige Melodie, kombiniert mit dem treibenden Beat und den charakteristischen Eurodance-Elementen, machte die Version zu einem Klassiker, der noch heute in vielen Internetradio-Programmen läuft.
Interessanterweise wurde der Titel ohne Fragezeichen veröffentlicht, um Verwechslungen mit dem Original zu vermeiden. Diese kleine, aber feine Unterscheidung half dabei, die DJ Miko-Version als eigenständiges Werk zu etablieren. Der Erfolg von “What’s Up” katapultierte das Projekt in die erste Reihe der europäischen Dance-Acts und ebnete den Weg für weitere Veröffentlichungen.
Nach dem Riesenerfolg von “What’s Up” versuchte DJ Miko, an diesen Triumph anzuknüpfen. 1994 erschienen die Singles “Hot Stuff” und “Lovely Lullaby”, die jedoch nicht an die Chartplatzierungen des Vorgängers heranreichen konnten. Dennoch blieb das Projekt aktiv und veröffentlichte in den folgenden Jahren eine Reihe weiterer Titel. Mitte der 90er Jahre kam “Rhythm” heraus, 1997 folgte “Clementine” und 1998 “Superboy”. Alle diese Singles folgten dem bewährten Konzept, bekannte Melodien mit Dance-Beats zu kombinieren, konnten aber kommerziell nicht mehr die gleiche Wirkung entfalten.
Gegen Ende der 90er Jahre erschienen weitere Coverversionen wie “My Sharona” und “Keep On”, gefolgt von “Dreaming” und 1999 “Sky High”. Die Produktionen wurden ab 1997 vollständig vom Label SAIFAM aus Verona übernommen, nachdem das ursprüngliche Label Dig It International geschlossen worden war. Diese Übernahme markierte einen Wendepunkt in der Geschichte des Projekts, da SAIFAM für seine professionelle Dance-Produktion bekannt war und DJ Miko eine neue Heimat bot.
Im Jahr 2000 erschien “Shout” und 2001 schließlich “Forever Young” als letzte Vinyl-Single des Projekts. Keine dieser späteren Veröffentlichungen konnte jedoch auch nur annähernd den Erfolg von “What’s Up” wiederholen. Trotzdem blieb DJ Miko in der Dance-Szene präsent, vor allem durch Auftritte auf Compilations und in Tanzspiel-Reihen wie Dance Dance Revolution, wo die energiegeladenen Tracks perfekt zur spielerischen Atmosphäre passten.
1999 veröffentlichte DJ Miko das einzige Studioalbum des Projekts mit dem Titel “The Last Millennium”. Das Album fasste die wichtigsten Singles zusammen und bot einige zusätzliche Tracks, die das typische DJ Miko-Feeling transportierten. Es war eine Art musikalisches Vermächtnis, das die kreative Phase der 90er Jahre zusammenfasste. Obwohl das Album keine großen Chartplatzierungen erreichte, fand es bei Fans des Genres durchaus Anklang und wird heute als Zeitdokument der Eurodance-Ära geschätzt.
Parallel dazu war DJ Miko häufig auf den legendären Dancemania-Compilations vertreten, die in den 90er Jahren in Japan und international sehr populär waren. Diese Sampler brachten die besten Dance-Tracks zusammen und erreichten ein breites Publikum. Die Präsenz auf solchen Compilations half DJ Miko, auch nach dem Abflauen des großen Hypes weiterhin im Gespräch zu bleiben. Viele Fans entdeckten die Musik des Projekts erst über diese Sampler oder über Online Radio Plattformen, die in den frühen 2000er Jahren immer populärer wurden.
2007 erschien noch eine Compilation-Beteiligung mit dem Titel “La Fabrique: The Main Selection” zusammen mit Chris DJ, ein Mixalbum, das verschiedene Dance-Tracks vereinte. Danach wurde es ruhiger um DJ Miko, auch wenn immer wieder Remixe und Wiederveröffentlichungen von “What’s Up” auftauchten. Das Projekt hatte seine aktivste Phase hinter sich, blieb aber in der Erinnerung vieler Dance-Fans lebendig.
DJ Miko steht exemplarisch für eine ganze Ära der Dance-Musik, in der italienische Produzenten den europäischen Markt dominierten. Das Konzept, bekannte Songs neu zu interpretieren und mit treibenden Beats zu versehen, war nicht neu, wurde aber von DJ Miko mit besonderem Geschick umgesetzt. Die Kombination aus eingängigen Melodien, professioneller Produktion und dem typischen 90er-Jahre-Sound machte das Projekt zu einem festen Bestandteil der damaligen Clubkultur.
Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass DJ Miko trotz nur eines Albums und einer Handvoll wirklich erfolgreicher Singles bis heute in Erinnerung geblieben ist. “What’s Up” wird noch immer in zahlreichen Streaming-Diensten und Webradios gespielt und weckt bei vielen Hörern nostalgische Gefühle. Die Coverversion hat sich längst vom Original emanzipiert und wird oft als eigenständiger Klassiker wahrgenommen.
Die Arbeitsweise des Projekts, bei der verschiedene Sängerinnen im Studio mitwirkten, während eine andere Person das Projekt öffentlich repräsentierte, mag heute ungewöhnlich erscheinen, war aber typisch für die Dance-Produktionen der 90er Jahre. Maria Caprì, Annerley Gordon, Jackie Bodimead und Melody Castellari trugen alle mit ihren Stimmen zum Erfolg bei, blieben aber meist im Hintergrund. Louise Gard hingegen wurde zum Gesicht von DJ Miko und verkörperte das Projekt in der Öffentlichkeit.
Monier Quartararo Gagliardo, geboren am 8. Februar 1973 in Italien, war das kreative Mastermind hinter den Produktionen. Seine Fähigkeit, eingängige Dance-Arrangements zu schaffen, die sowohl auf der Tanzfläche als auch im Radio funktionierten, machte ihn zu einem geschätzten Produzenten in der italienischen Dance-Szene. Auch wenn DJ Miko heute nicht mehr aktiv ist, bleibt das Projekt ein wichtiger Teil der Eurodance-Geschichte und ein Beweis dafür, wie zeitlos gute Dance-Musik sein kann.
Wir konnten leider keine Konzerte von Dj Miko finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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