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today28.02.2026
Boris, mit bürgerlichem Namen Philippe Dhondt, ist ein französischer Musiker und Radio-DJ, der Mitte der 1990er Jahre mit humorvollen Dance-Hits wie “Soirée disco” die Charts eroberte. Seine Kunstfigur Boris entwickelte er zunächst im Radio, bevor daraus ein erfolgreiches Musikprojekt wurde. Mit seiner Mischung aus elektronischer Musik, absurdem Humor und Party-Atmosphäre prägte er die französische Popkultur der Neunziger.
| Künstlername | Boris |
| Bürgerlicher Name | Philippe Dhondt |
| Genre | Dance, Eurodance, Electronic |
| Größter Hit | Soirée disco |
| Geburtsdatum | 19. Mai 1965 |
| Geburtsort | Roubaix, Frankreich |
| Staatsangehörigkeit | Französisch |
| Sternzeichen | Stier |
| Markenzeichen | Humorvolle Kunstfigur, absurde Texte, Party-Sound |

Philippe Dhondt wurde am 19. Mai 1965 in Roubaix im Norden Frankreichs geboren und wuchs in einer Region auf, die kulturell stark von der Nähe zu Belgien geprägt war. Schon früh interessierte er sich für Musik und Unterhaltung. Seine ersten Schritte in der Musikbranche machte er Anfang der 1990er Jahre als Mitglied der belgischen Electronic-Gruppe Pleasure Game, die zur New Beat und Acid House Szene gehörte. Als männlicher Vocalist war er an mehreren erfolgreichen Singles beteiligt, darunter “Le Dormeur”, das 1991 Platz 9 der französischen Charts erreichte, sowie “Le Seigneur des ténèbres” und “Capitaine Flam”.
Parallel zu seiner Tätigkeit bei Pleasure Game arbeitete Dhondt als Radio-DJ bei Radio Galaxie in Nordfrankreich. Dort entwickelte er in den frühen Neunzigern die skurrile Kunstfigur Boris, mit der er zunächst humorvolle Geschichten und durchgeknallte Konzepte im Radio präsentierte. Diese Figur wurde bei den Hörern so beliebt, dass Dhondt beschloss, daraus ein eigenständiges Musikprojekt zu machen. Die Idee war, elektronische Tanzmusik mit absurdem Humor und alltäglichen Situationen zu verbinden, was zu jener Zeit in Frankreich noch relativ ungewöhnlich war.
1995 veröffentlichte Boris seinen ersten großen Solo-Hit “Soirée disco”, der zum Phänomen wurde. Der Song kombinierte eingängige Dance-Beats mit humorvollen Texten über eine chaotische Disco-Party und traf damit den Nerv der Zeit. “Soirée disco” erreichte sowohl in Frankreich als auch in der belgischen Region Wallonien die Nummer 1 der Charts, wo er sich sieben Wochen an der Spitze hielt. Der Song wurde mit Gold ausgezeichnet und verkaufte sich über 250.000 Mal allein in Frankreich. Dieser Erfolg machte Boris über Nacht zum Star und etablierte ihn als einen der originellsten Acts der französischen Dance-Szene.
Der Erfolg von “Soirée disco” öffnete Boris die Türen für weitere Hits. 1996 folgte “Miss Camping”, eine ebenso humorvolle Nummer über Urlaubsromanzen auf dem Campingplatz, die Platz 3 in Frankreich und Platz 2 in Belgien erreichte und mit Silber ausgezeichnet wurde. Weitere Singles wie “La Lettre”, “À toute berzingue” und verschiedene absurd betitelte Tracks folgten. Sein Debütalbum “Boris: 18 Rêves, 18 Visions” erschien 1996 und erreichte Platz 6 der französischen Albumcharts, was ihm eine weitere Goldene Schallplatte einbrachte. Im selben Jahr veröffentlichte er auch “Cyber Boris”, ein weiteres Album, das seine Vielseitigkeit unter Beweis stellte.
Boris’ Musik zeichnete sich durch ihre Experimentierfreude aus. Seine Texte waren oft bewusst absurd und parodistisch, mit Titeln wie “Prout invaders”, “La danse des gros” oder “La boîte à conserve”, die von Alltagssituationen, Höreranregungen oder einfach spontanen Einfällen inspiriert waren. Diese Herangehensweise machte seine Musik unverwechselbar und sorgte dafür, dass seine Fans nie wussten, was als Nächstes kam. Die Kombination aus elektronischen Beats, Samples aus Filmen und Popkultur sowie humorvollen Geschichten wurde zu seinem Markenzeichen.
Ende der 1990er Jahre arbeitete Boris mit DJ Xam zusammen, einem weiteren Protagonisten der französischen Dance-Szene. Gemeinsam veröffentlichten sie 1999 das Album “Dj Xam & Boris: L’album” mit Tracks wie “T’es zinzin” und “Ta mère elle va jumper”, die einen etwas techno-orientierteren Sound hatten. Diese Kollaboration zeigte eine neue Facette von Boris’ musikalischem Schaffen und bewies, dass er sich nicht auf einen Stil festlegen ließ. Er war auch an weiteren Projekten beteiligt, darunter Phenomenal Club, das 1997 gegründet wurde und Singles wie “Il est vraiment phénoménal” hervorbrachte.
Während seiner aktiven Phase in den Neunzigern erhielt Boris insgesamt zehn Gold-Discs in der Benelux-Region, was seine Popularität und seinen kommerziellen Erfolg unterstreicht. Seine Musik wurde regelmäßig im Radio gespielt und erreichte ein breites Publikum, das seine unkonventionelle Art zu schätzen wusste. Viele Hörer entdeckten seine Songs über Internetradio und Streaming-Dienste, wo sie bis heute präsent sind.
Nach dem Höhepunkt seiner Karriere in den Neunzigern wurde es ruhiger um Boris. 2004 erschien sein letztes Album “Le Carnaval des Fracassés”, teilweise unter dem Namen Boris Team veröffentlicht. Die Single “(Cette fille est une…) Poupin-up (elle a même pas d’…)” erreichte noch Platz 52 in Frankreich, konnte aber nicht mehr an die früheren Erfolge anknüpfen. Philippe Dhondt entschied sich danach, seine musikalische Aktivität stark zu reduzieren und sich anderen kreativen Tätigkeiten zuzuwenden.
Er arbeitete weiterhin als Radiomoderator, Sprecher und Voice-Over-Künstler und blieb so der Unterhaltungsbranche treu, wenn auch weniger im Rampenlicht. In Interviews erwähnte er, dass er später im Südwesten Frankreichs lebte und sich bewusst aus dem hektischen Musikgeschäft zurückgezogen hatte. Die Figur Boris blieb jedoch in der Erinnerung vieler Fans lebendig, und seine Hits aus den Neunzigern werden bis heute in Clubs, auf Partys und in nostalgischen Playlists gespielt.
Boris bleibt eine einzigartige Erscheinung in der französischen Popmusik der 1990er Jahre. Seine Fähigkeit, elektronische Tanzmusik mit Humor und Alltagsbeobachtungen zu verbinden, machte ihn zu einem Pionier eines Stils, der später von anderen Künstlern aufgegriffen wurde. Die Kunstfigur Boris, die ursprünglich im Radio entstand, entwickelte sich zu einem vollwertigen Musikprojekt, das Millionen Menschen erreichte und die Charts eroberte.
Seine größten Hits wie “Soirée disco” und “Miss Camping” sind bis heute Klassiker der französischen Dance-Musik und werden regelmäßig auf Retro-Partys und in Online Radio Streams gespielt. Philippe Dhondt bewies mit Boris, dass Musik nicht immer ernst sein muss, um erfolgreich zu sein, und dass Kreativität und Humor durchaus ihren Platz in der Popkultur haben. Auch wenn er sich aus dem aktiven Musikgeschäft zurückgezogen hat, bleibt sein Einfluss spürbar, und seine Songs erinnern an eine Zeit, in der Dance-Musik in Frankreich eine besonders bunte und experimentelle Phase erlebte.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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