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today28.02.2026
Baby D ist ein britisches Dance-Projekt, das Anfang der 1990er Jahre die Rave- und Hardcore-Szene maßgeblich prägte. Mit ihrem Signature-Sound aus harten Breakbeats, euphorischen Piano-Hooks und der kraftvollen Stimme von Sängerin Dorothy Fearon schrieben sie Musikgeschichte. Ihr größter Hit “Let Me Be Your Fantasy” wurde 1994 zur Hymne einer ganzen Generation und erreichte Platz 1 der britischen Charts.
| Künstlername | Baby D |
| Mitglieder | Dorothy “Dee” Galdes-Fearon, Claudio Galdez, Terry “MC Juice” Jones, Floyd Dyce (bis 1993) |
| Genre | Breakbeat Hardcore, Rave, House, Jungle, Happy Hardcore |
| Größter Hit | Let Me Be Your Fantasy |
| Gründungsjahr | 1989 |
| Land | Vereinigtes Königreich |
| Markenzeichen | Harte Breakbeats mit eingängigen Vocals, euphorische Piano-Hooks, kraftvolle weibliche Stimme |

Baby D entstand Ende der 1980er Jahre als Projekt des Labels Production House Records, das 1987 von Phil Fearon gegründet wurde. Ursprünglich diente die Formation als Vehikel für die Kompositionen von Floyd Dyce, einem talentierten Produzenten und Keyboarder, der die kreative Richtung der Gruppe maßgeblich bestimmte. Die erste Veröffentlichung “Casanova” erschien 1989 in Zusammenarbeit mit Jazz & The Brothers Grimm und markierte den Einstieg in die aufkeimende Rave-Szene.
Die Kernbesetzung formierte sich um Dorothy “Dee” Galdes-Fearon, die als Lead-Sängerin fungierte und zuvor bereits in der von ihrem Ehemann Phil Fearon geleiteten Gruppe Galaxy aktiv war. Ihre ausdrucksstarke Stimme sollte zum Markenzeichen von Baby D werden. Komplettiert wurde das Line-up durch Claudio Galdez an Keyboards und Windsynthesizer sowie Terry “MC Juice” Jones, der für Rap-Einlagen, Keyboards und gelegentlich auch Live-Drums zuständig war.
In den frühen Jahren bewegte sich Baby D hauptsächlich im Underground-Bereich der britischen Rave- und Hardcore-Szene. Tracks wie “Day Dreaming” aus dem Jahr 1990 fanden zwar keine Platzierung in den offiziellen UK Top 40, erreichten aber beachtliche Positionen in den Dance Charts und wurden zu Favoriten in den angesagten Clubs der Zeit. Die Musik zeichnete sich durch eine energiegeladene Mischung aus schnellen Breakbeats, atmosphärischen Synthesizern und eingängigen Vocal-Hooks aus.
Der Song, der alles verändern sollte, erschien zunächst am 26. Oktober 1992 auf dem Label Production House. “Let Me Be Your Fantasy” war eine typische Rave-Nummer jener Ära: rasante Breakbeats trafen auf melancholische Piano-Linien und Dee Fearons eindringlichen Gesang. Floyd Dyce hatte bewusst darauf geachtet, etwas Eigenständiges zu kreieren, anstatt sich auf die damals üblichen Samples zu verlassen. Der Track schlug in der Underground-Szene sofort ein und wurde zu einem festen Bestandteil der Sets bekannter DJs.
Doch der kommerzielle Erfolg ließ zunächst auf sich warten. Bei der Erstveröffentlichung erreichte die Single lediglich Platz 76 der britischen Charts. Erst als der Song 1994 von Systematic Records wiederveröffentlicht wurde, entfaltete er sein volles Potenzial. Die Unterstützung durch einflussreiche Radiostationen wie Kiss FM und die anhaltende Beliebtheit in den Clubs führten dazu, dass “Let Me Be Your Fantasy” im November 1994 die Spitze der UK Singles Chart eroberte und dort zwei Wochen lang verweilte.
Der internationale Erfolg folgte prompt. In den Eurochart Top 100 erreichte der Song Platz 5, in den Niederlanden, Schweden, der Schweiz und Finnland schaffte er es ebenfalls in die Top 20. Die Kombination aus tanzbarem Beat und emotionaler Tiefe sprach ein breites Publikum an und machte Baby D über Nacht zu Stars. Der Track wurde 1996 mit dem International Dance Music Award für “Best Dance Tune” ausgezeichnet und gilt bis heute als einer der bedeutendsten Rave-Klassiker der 1990er Jahre. Wer damals Internetradio oder andere Streaming-Dienste genutzt hätte, hätte den Song in Dauerschleife hören können – doch die meisten erlebten ihn live in den Clubs oder über traditionelles Radio.
Nach dem überwältigenden Erfolg von “Let Me Be Your Fantasy” stand Baby D unter Druck, an den Triumph anzuknüpfen. Dies gelang der Gruppe mit beachtlichem Erfolg. 1995 veröffentlichten sie “(Everybody’s Got to Learn Sometime) I Need Your Loving”, eine Cover-Version des Songs der Korgis, die mit Platz 3 in den UK Charts ebenfalls sehr erfolgreich war. Der Track zeigte eine etwas melodischere Seite von Baby D, behielt aber die charakteristischen Breakbeats bei.
1996 folgte mit “So Pure” ein weiterer Top-3-Hit, der erneut die Formel aus treibenden Beats und eingängigen Melodien perfektionierte. Im selben Jahr erschien auch “Take Me to Heaven”, das mit Platz 15 zwar etwas weniger erfolgreich war, aber dennoch die Vielseitigkeit der Gruppe unter Beweis stellte. Alle diese Singles waren Teil des einzigen Studioalbums von Baby D, “Deliverance”, das am 8. Februar 1996 veröffentlicht wurde.
Das Album präsentierte eine breite Palette an Stilen innerhalb des Dance-Spektrums, von hartem Breakbeat Hardcore über House-Elemente bis hin zu Jungle-Einflüssen. Neben den Singles enthielt es auch den älteren Track “Casanova” in überarbeiteter Form sowie “Destiny”, das 1993 bereits als Single erschienen war und Platz 69 erreicht hatte. “Deliverance” wurde von Kritikern als solides Dance-Album gelobt, das die Energie der Live-Shows einfing und gleichzeitig genug Abwechslung bot, um als Gesamtwerk zu funktionieren.
Die Erfolge des Jahres 1996 wurden mit dem MOBO Award für “Best Dance Act” gekrönt, was Baby D endgültig als eine der führenden Dance-Acts Großbritanniens etablierte. Die Gruppe tourte ausgiebig und trat bei zahlreichen Festivals und in Clubs auf, wo ihre energiegeladenen Performances das Publikum begeisterten.
Trotz des kommerziellen Erfolgs kam es innerhalb der Gruppe zu Veränderungen. Floyd Dyce, der kreative Kopf hinter vielen der frühen Produktionen, hatte Baby D bereits 1993 verlassen, also noch vor dem großen Durchbruch. Er zog sich zunehmend hinter die Kulissen zurück und gründete später sein eigenes Label Redmaster, wo er weiterhin als Produzent tätig war. Seine Beteiligung an Live-Aktivitäten von Baby D war fortan minimal, und es gab später sogar rechtliche Auseinandersetzungen um ausstehende Tantiemen, die Berichten zufolge bis etwa 2004 geklärt wurden.
Die verbliebenen Mitglieder Dorothy Fearon, Claudio Galdez und Terry Jones führten Baby D jedoch weiter. Im Jahr 2000 erschien eine Wiederveröffentlichung von “Let Me Be Your Fantasy” als “Trick or Treat Remix”, die erneut Platz 16 der britischen Charts erreichte und bewies, dass der Song auch Jahre nach seiner Erstveröffentlichung nichts von seiner Anziehungskraft verloren hatte.
Während die großen Chart-Erfolge nach der Jahrtausendwende ausblieben, blieb Baby D als Live-Act aktiv. Die Gruppe fand eine neue Nische in der wachsenden Nostalgie-Szene und trat regelmäßig bei Retro-Partys, 90er-Jahre-Festivals und Rave-Revivals auf. Diese Veranstaltungen, die oft über Online Radio und Streaming-Plattformen beworben wurden, zogen sowohl Fans der ersten Stunde als auch eine jüngere Generation an, die die Rave-Kultur der 90er neu entdeckte.
Baby D hat sich einen festen Platz in der Geschichte der elektronischen Tanzmusik gesichert. “Let Me Be Your Fantasy” wird regelmäßig in Listen der größten Dance-Tracks aller Zeiten aufgeführt, darunter in Mixmags “100 Greatest Dance Singles of All Time”. Der Song verkörpert eine Ära, in der Rave-Kultur vom Underground in den Mainstream überging und Breakbeat Hardcore zu einem prägenden Sound einer ganzen Generation wurde.
Die Bedeutung von Baby D geht über ihre Chart-Erfolge hinaus. Sie waren Teil einer Bewegung, die die britische Musiklandschaft nachhaltig veränderte und den Weg für spätere Genres wie Drum and Bass, UK Garage und Dubstep ebnete. Ihre Fähigkeit, harte, energiegeladene Beats mit emotionalen, eingängigen Melodien zu verbinden, setzte Maßstäbe für nachfolgende Produzenten.
Auch heute noch sind Baby D aktiv und treten bei verschiedenen Veranstaltungen auf. Ihre Musik wird weiterhin in Clubs gespielt, läuft im Webradio und findet neue Fans über Streaming-Dienste. Die Kombination aus Dee Fearons unverwechselbarer Stimme, den innovativen Produktionen und der puren Energie ihrer Tracks hat dafür gesorgt, dass Baby D mehr als nur eine Fußnote in der Musikgeschichte sind – sie sind ein lebendiger Teil des kulturellen Erbes der 90er Jahre, dessen Einfluss bis in die Gegenwart reicht.
Wir konnten leider keine Konzerte von Baby D finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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