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today28.02.2026
E Nomine ist ein deutsches Musikprojekt, das Ende der 1990er Jahre von den Produzenten Christian Weller und Friedrich Graner ins Leben gerufen wurde. Mit ihrer einzigartigen Mischung aus elektronischen Beats, gregorianischen Chören und mystisch-religiösen Texten schufen sie ein völlig neues Klangkonzept. Der Durchbruch gelang 1999 mit der Single “Vater Unser”, die sich zu einem der größten Hits der elektronischen Musikszene entwickelte.
| Künstlername | E Nomine |
| Mitglieder | Christian Weller, Friedrich Graner |
| Genre | Monumental Dance, Techno, Trance |
| Größter Hit | Vater Unser |
| Gründungsjahr | 1999 |
| Land | Deutschland |
| Markenzeichen | Gregorianische Chöre, deutsche Synchronsprecher, religiös-mystische Themen |

Die Geschichte von E Nomine begann bereits 1997 in der Konzeptphase, als Christian Weller, auch bekannt als Chris Tentum, und Friedrich Graner, genannt Sir Fritz, eine Vision entwickelten, die die elektronische Musiklandschaft revolutionieren sollte. Die beiden deutschen Produzenten wollten etwas völlig Neues schaffen – eine Fusion aus modernen Dance-Elementen und sakraler Musik, die sie selbst als “Monumental Dance” bezeichneten. Diese Kombination aus treibenden Techno-Beats, atmosphärischen Trance-Klängen und chorischen Gesängen war zu dieser Zeit beispiellos.
Am 27. September 1999 erschien die erste Single “Vater Unser”, die gleichzeitig den Auftakt zum Debütalbum “Das Testament” bildete. Der Song wurde zu einem sensationellen Erfolg und erreichte Platz 4 in den deutschen Charts, während er in Österreich sogar die Spitzenposition eroberte. Insgesamt hielt sich die Single 18 Wochen in den deutschen Charts, davon sieben Wochen in den Top-10. Die Kombination aus dem lateinischen Gebet “Pater Noster” und modernen elektronischen Klängen faszinierte ein Millionenpublikum und brachte E Nomine noch im selben Jahr Gold-Status in Deutschland und Österreich ein.
Was E Nomine von anderen elektronischen Musikprojekten unterschied, war ihr einzigartiges Konzept. Die Produzenten arbeiteten intensiv mit bekannten deutschen Synchronsprechern zusammen, darunter Christian Brückner, Rolf Schult und Joachim Kerzel, die ihre markanten Stimmen für dramatische gesprochene Passagen zur Verfügung stellten. Diese Sprecher verliehen den Songs eine theatralische Dimension, die weit über gewöhnliche Dance-Produktionen hinausging.
Die thematische Ausrichtung bewegte sich konsequent im Spannungsfeld zwischen Gut und Böse, Religion und Mystik. Psalmen, Gebete und biblische Motive wurden mit dunklen, manchmal düsteren Elementen verwoben. Die Texte waren überwiegend auf Deutsch und Latein gehalten, was dem Ganzen eine besondere Authentizität verlieh. Für die visuelle Darstellung des Projekts wurde Senad Fuerzkelper Giccic engagiert, der in Videos und bei Auftritten als Gesicht von E Nomine fungierte, während seine Stimme nachbearbeitet oder synchronisiert wurde.
Nach dem überwältigenden Erfolg des Debüts folgte 2002 das zweite Studioalbum “Finsternis”, das sich als das kommerziell erfolgreichste Album des Projekts herausstellte. Es erreichte Platz 3 der deutschen Albumcharts und hielt sich über Monate in den Verkaufslisten. Singles wie “Das Tier in mir (Wolfen)” und “Mitternacht” festigten den Ruf von E Nomine als innovatives und eigenständiges Musikprojekt. “Mitternacht” erreichte Platz 13 in Deutschland und Platz 12 in Österreich und zeigte, dass das Projekt nicht nur ein One-Hit-Wonder war.
Das Jahr 2003 brachte mit “Die Prophezeiung” das dritte Studioalbum hervor, das auch in einer speziellen Klassik-Edition erschien. Aus diesem Album stammten weitere erfolgreiche Singles wie “Deine Welt”, “Das Omen (Im Kreis des Bösen)” und “Schwarze Sonne”, die alle die Charts erreichten. Besonders bemerkenswert war die Fähigkeit von E Nomine, ihre Musik auch über Internetradio und Streaming-Plattformen zu verbreiten, was damals noch relativ neu war und ihnen half, eine treue Fangemeinde aufzubauen.
2004 erschien die Best-of-Kompilation “Das Beste aus… Gottes Beitrag und Teufels Werk”, die nicht nur die größten Hits vereinte, sondern auch neue Songs enthielt. Diese Veröffentlichung markierte jedoch gleichzeitig den Beginn einer ruhigeren Phase für das Projekt.
Ab 2005 wurde es merklich stiller um E Nomine. Eine geplante Single mit dem Titel “Heilig” erschien zwar digital, erhielt aber keine reguläre physische Veröffentlichung. Auch der Song “Excalibur”, teilweise auch als “Erdenblut (Stahl von Avalon)” bekannt, blieb weitgehend unveröffentlicht und tauchte nur in Live-Videos oder als Bootleg auf. Die Projektaktivität nahm kontinuierlich ab, ohne dass es zu einer offiziellen Auflösung kam.
Friedrich Graner verließ schließlich das Projekt, blieb aber weiterhin mit Christian Weller verbunden. Gemeinsam gründeten die beiden 2008 ein Nachfolgeprojekt namens “Schlafes Bruder”, das stilistisch ähnliche Wege ging, aber nie an die Erfolge von E Nomine anknüpfen konnte. Während dieser Zeit blieb das Repertoire von E Nomine über Jahre hinweg teilweise nicht auf digitalen Plattformen verfügbar, was bei Fans für Unmut sorgte.
In den Jahren 2022 und 2023 erlebte E Nomine eine unerwartete Renaissance. Die drei Studioalben “Das Testament”, “Finsternis” und “Die Prophezeiung” sowie die Klassik-Edition wurden als Remaster-Versionen neu veröffentlicht und auf Streaming-Diensten verfügbar gemacht. Songs wie “Mitternacht” kamen 2022 in remasterter Form zurück und erreichten eine neue Generation von Hörern, die das Projekt über Online Radio und Webradio-Kanäle entdeckten.
Diese Wiederveröffentlichungen zeigten, dass die Musik von E Nomine zeitlos geblieben war. Die Kombination aus elektronischen Elementen und sakralen Klängen wirkte auch nach über zwei Jahrzehnten noch frisch und innovativ. Viele Fans, die das Projekt in den späten 1990ern und frühen 2000ern begleitet hatten, kehrten zurück, während gleichzeitig neue Hörer die einzigartige Klangwelt für sich entdeckten.
Die Auszeichnung mit der “Goldenen Stimmgabel” im Jahr 2002 bleibt ein Zeugnis der Anerkennung, die E Nomine in der deutschen Musiklandschaft genoss. Obwohl internationale Awards wie Grammys ausblieben, hatte das Projekt einen nachhaltigen Einfluss auf die elektronische Musik im deutschsprachigen Raum. Die Pionierarbeit von Christian Weller und Friedrich Graner in der Verbindung von Dance-Musik mit gregorianischen und klassischen Elementen inspirierte zahlreiche nachfolgende Künstler und Projekte. Heute gilt E Nomine als Kultprojekt, das eine ganz eigene Nische in der Musikgeschichte besetzt und dessen Songs regelmäßig im Radio zu hören sind.
Wir konnten leider keine Konzerte von E Nomine finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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