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today28.02.2026
Die Soultans sind eine R&B- und Soul-Formation, die Mitte der 1990er Jahre in London gegründet wurde und vor allem in Deutschland große Erfolge feierte. Mit ihrem charakteristischen dreistimmigen Gesang und einer Mischung aus Soul-Klassikern und eigenen Kompositionen eroberten sie die europäischen Charts. Ihr größter Hit „Can’t Take My Hands Off You” aus dem Jahr 1996 machte sie international bekannt.
| Künstlername | Soultans |
| Mitglieder | Femi Oladeji, Marvin Broadie, Marco Boi, Danny Campbell, Johan van Rooy, Sascha van Haasen, Mike Marshall |
| Genre | R&B, Soul, Soul-Pop |
| Größter Hit | Can’t Take My Hands Off You |
| Gründungsjahr | 1995 |
| Land | Deutschland (gegründet in London) |
| Markenzeichen | Dreistimmiger Soul-Gesang, Coverversionen von Motown-Klassikern |

Die Geschichte der Soultans begann 1995 in der britischen Hauptstadt London, wo Femi Oladeji, Marvin Broadie und Marco Boi beschlossen, ihre musikalischen Talente zu bündeln. Die drei Sänger teilten eine tiefe Leidenschaft für klassischen Soul und R&B, inspiriert von Legenden wie Marvin Gaye, The Temptations und anderen Motown-Größen. Obwohl die Band in London gegründet wurde, verlagerte sich ihr Tätigkeitsschwerpunkt schon bald nach Deutschland, wo sie ihre größten kommerziellen Erfolge feiern sollten.
Bereits 1996 gelang den Soultans mit ihrer Debütsingle „Can’t Take My Hands Off You” ein bemerkenswerter Durchbruch. Der Song kombinierte moderne R&B-Elemente mit klassischem Soul-Feeling und traf damit den Nerv der Zeit. In Deutschland erreichte die Single die Top-20, in Österreich Platz 12 und auch in der Schweiz sowie in Schweden landete der Track in den Top-15. Der Erfolg dieser ersten Veröffentlichung ebnete den Weg für eine vielversprechende Karriere und machte die Soultans zu einer festen Größe im europäischen Soul-Segment. Noch im selben Jahr folgte eine Coverversion des Motown-Klassikers „I Heard It Through the Grapevine”, die ebenfalls in mehreren Ländern die Charts erreichte und ihre Position als Soul-Interpreten festigte.
1997 veröffentlichten die Soultans ihr Debütalbum „Love, Sweat & Tears” über Coconut Records. Das Album präsentierte eine gelungene Mischung aus eigenen Kompositionen und neu interpretierten Soul-Klassikern, die das Trio mit frischem Schwung und zeitgemäßer Produktion versah. Die Platte wurde in Dänemark sogar mit Gold ausgezeichnet und unterstrich die wachsende Popularität der Band in Nordeuropa. Der Sound war geprägt von harmonischen Gesangsarrangements, funkigen Basslinien und einer Produktion, die sowohl Radiotauglichkeit als auch künstlerische Authentizität verband.
Bereits ein Jahr später, 1998, folgte das zweite Studioalbum „Take Off”. Mit Singles wie „Get Ready” und „Every Little Move” festigten die Soultans ihre Position im Markt und erreichten ein treues Publikum, das ihre Musik über verschiedene Streaming-Plattformen und im Radio schätzte. Die Band tourte durch Europa und trat bei zahlreichen Festivals und in Clubs auf, wo ihre energiegeladenen Live-Performances besonders gut ankamen. Der dreistimmige Gesang, der live ebenso überzeugend klang wie auf Platte, wurde zu ihrem unverwechselbaren Markenzeichen.
Das Jahr 1999 brachte bedeutende Veränderungen für die Soultans. Marvin Broadie und Scott Winter, der in der frühen Phase zur Band gestoßen war, verließen die Formation. An ihre Stelle traten Danny Campbell aus London und Johan van Rooy aus den Niederlanden. Diese personelle Neuaufstellung brachte frische Impulse und erweiterte das stilistische Spektrum der Band. Trotz der Veränderungen blieb Femi Oladeji als konstante Größe und kreative Kraft der Gruppe erhalten.
Mit der neuen Besetzung veröffentlichten die Soultans 2001 ihr drittes Studioalbum „Tribute to Soul” über BMG. Wie der Titel bereits andeutet, war dieses Album eine Hommage an die großen Soul-Vorbilder der Band. Im selben Jahr nahmen die Soultans am deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teil – mit dem Song „Set Me Free” versuchten sie, Deutschland beim internationalen Musikwettbewerb zu vertreten. Obwohl sie die Vorrunde nicht überstanden, brachte ihnen die Teilnahme zusätzliche mediale Aufmerksamkeit und neue Fans ein.
Ab etwa 2002 kam es zu einer weiteren Umbesetzung: Sascha van Haasen und Mike Marshall ergänzten Femi Oladeji im Trio. In dieser Konstellation konzentrierte sich die Band verstärkt auf Live-Auftritte und die Pflege ihres bestehenden Repertoires. Die Produktion neuer Studioalben nahm ab, stattdessen erschienen mehrere Kompilationen und Best-of-Alben, die die erfolgreichsten Songs der Band zusammenfassten und einem breiteren Publikum zugänglich machten.
Ab den frühen 2000er Jahren verlagerte sich der Fokus der Soultans zunehmend auf Veröffentlichungen, die ihre bisherigen Erfolge dokumentierten. 2002 erschien eine erste „Greatest Hits”-Kollektion, gefolgt von weiteren Zusammenstellungen wie „Hit Collection 1: The Best of the Soultans” und „Hit Collection 2: Classics” im Jahr 2005. Diese Alben enthielten nicht nur die bekannten Singles, sondern auch Album-Tracks und teilweise neu aufgenommene Versionen ihrer Hits.
2005 wurde zudem ein Album mit dem Titel „Can’t Take My Hands Off You” veröffentlicht, das den Namen ihres größten Erfolgs trug und eine Zusammenstellung ihrer besten Arbeiten präsentierte. Ein Jahr später folgte „Soul Gold” (2006) und schließlich „The Very Best of Soultans” (2007). Diese Veröffentlichungen machten die Musik der Soultans einem neuen Publikum zugänglich, das über Internetradio und Online-Streaming-Dienste auf ihre Songs stieß. Besonders in Deutschland blieben die Soultans über Jahrzehnte hinweg präsent, da ihre Songs regelmäßig in Radioprogrammen liefen, die sich auf Soul, R&B und 90er-Jahre-Musik spezialisiert hatten.
Eine besondere Zusammenarbeit ergab sich 2002, als die Soultans gemeinsam mit der Soul-Legende Thelma Houston eine Version von „Don’t Leave Me This Way” aufnahmen. Diese Kollaboration unterstrich die Anerkennung, die die Band innerhalb der Soul-Community genoss, und zeigte ihre Fähigkeit, mit etablierten Größen der Szene auf Augenhöhe zu arbeiten.
Obwohl die Soultans nie die ganz großen internationalen Auszeichnungen wie einen Grammy erhielten, hinterließen sie dennoch einen bleibenden Eindruck in der europäischen Soul- und R&B-Szene der 1990er und frühen 2000er Jahre. Ihre Musik zeichnete sich durch eine positive, lebensfreudige Atmosphäre aus – „feel good”-Musik, die sowohl zum Tanzen als auch zum entspannten Hören einlud. Der dreistimmige Gesang, der an die großen Vokalgruppen der Motown-Ära erinnerte, war technisch versiert und emotional ausdrucksstark zugleich.
Die Band profitierte davon, dass sie zu einer Zeit aktiv war, als Soul und R&B in Europa eine Renaissance erlebten. Gruppen wie Boyz II Men, All-4-One und ähnliche Acts hatten den Weg bereitet, und die Soultans fügten sich nahtlos in diese Bewegung ein, indem sie klassische Soul-Elemente mit zeitgenössischer Produktion verbanden. Ihre Coverversionen von Songs wie „I Heard It Through the Grapevine” waren keine bloßen Kopien, sondern eigenständige Interpretationen, die den Originalen Respekt zollten und gleichzeitig eine moderne Note hinzufügten.
Ein interessantes Detail am Rande: Scott Winter, eines der frühen Mitglieder, ist verwandt mit Amanda Ghost, einer erfolgreichen Songwriterin und Musikmanagerin, die unter anderem für Epic Records tätig war. Diese Verbindung zur Musikindustrie zeigt, dass die Soultans in einem professionellen Umfeld agierten und Zugang zu wichtigen Netzwerken hatten.
Seit den späten 2000er Jahren ist es ruhiger um die Soultans geworden. Eine offizielle Auflösung wurde nie bekannt gegeben, doch neue Studioaufnahmen sind rar. Die Band bleibt jedoch durch ihre umfangreiche Diskografie und die anhaltende Präsenz ihrer Musik in verschiedenen Medien lebendig. Ihre Songs werden weiterhin auf zahlreichen Plattformen gestreamt und in Radioprogrammen gespielt, die sich der Musik der 90er Jahre widmen. Besonders „Can’t Take My Hands Off You” bleibt ein zeitloser Klassiker, der auch heute noch neue Hörer findet und nostalgische Erinnerungen bei langjährigen Fans weckt.
Die Soultans stehen exemplarisch für eine Ära, in der Soul und R&B in Europa nicht nur konsumiert, sondern auch aktiv produziert wurden. Sie zeigten, dass europäische Künstler in der Lage waren, authentischen Soul zu kreieren, der sich vor amerikanischen Vorbildern nicht verstecken musste. Ihr Vermächtnis ist eine Sammlung von Songs, die Lebensfreude, Romantik und musikalische Handwerkskunst vereinen – ein Erbe, das auch Jahrzehnte nach ihrem größten Erfolg Bestand hat.
Wir konnten leider keine Konzerte von Soultans finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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