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today28.02.2026
Vangelis war ein griechischer Komponist und Pionier der elektronischen Musik, der mit seinem unverwechselbaren Sound die Filmmusikgeschichte prägte. Seine atmosphärischen Klanglandschaften verbanden Synthesizer mit orchestralen Elementen und schufen zeitlose Meisterwerke. Von “Chariots of Fire” bis “Blade Runner” hinterließ er ein musikalisches Erbe, das Generationen inspiriert.
| Künstlername | Vangelis |
| Bürgerlicher Name | Evangelos Odysseas Papathanassiou |
| Genre | Elektronische Musik, Ambient, Progressive Rock, New Age, Filmmusik |
| Größter Hit | Chariots of Fire – Titles |
| Geburtsdatum | 29. März 1943 |
| Geburtsort | Agria bei Vólos, Griechenland |
| Todesdatum | 17. Mai 2022 |
| Sterbeort | Paris, Frankreich |
| Staatsangehörigkeit | Griechenland |
| Sternzeichen | Widder |
| Markenzeichen | Epische Synthesizer-Klanglandschaften, atmosphärische Melodien, Weltraum- und Mythologie-Themen |

In der malerischen griechischen Küstenstadt Agria nahe Vólos kam Evangelos Odysseas Papathanassiou zur Welt. Seine Familie zog bald nach Athen, wo der junge Vangelis in einem kulturell anregenden Umfeld aufwuchs. Sein Vater Odysseus war ein erfolgreicher Immobilienunternehmer und begeisterter Amateur-Sprinter, während seine Mutter Foteini als ausgebildete Sopranistin die musikalische Ader in die Familie brachte. Bereits im zarten Alter von vier Jahren zeigte sich Vangelis’ außergewöhnliches Talent, als er begann, eigene Melodien am Klavier zu entwickeln.
Was Vangelis von vielen anderen Musikern unterschied, war sein kompromissloser Weg als Autodidakt. Er lehnte formale Musikausbildung ab und weigerte sich zeitlebens, Noten zu lernen. Stattdessen verließ er sich auf sein intuitives Verständnis von Musik und Klang. Diese Herangehensweise sollte später zu seinem unverwechselbaren Stil führen, der sich nicht an konventionelle Regeln hielt, sondern pure Emotion und Atmosphäre in den Vordergrund stellte.
Seine professionelle Musikkarriere begann Vangelis in den frühen 1960er Jahren mit der griechischen Band The Forminx. Diese Gruppe spielte Pop und Rock und war in der aufstrebenden griechischen Musikszene aktiv. Doch der große Durchbruch sollte mit einer anderen Formation kommen: 1967 gründete Vangelis zusammen mit dem charismatischen Sänger Demis Roussos und dem Schlagzeuger Loukas Sideras die progressive Rockband Aphrodite’s Child.
Die Band zog nach Paris und eroberte von dort aus Europa. Mit Hits wie “Rain and Tears” gelang ihnen internationaler Erfolg. Ihr ambitioniertestes Werk war das Konzeptalbum “666”, das auf der biblischen Offenbarung des Johannes basierte. Dieses Album zeigte bereits Vangelis’ Vorliebe für epische, konzeptionelle Werke und experimentelle Klänge. Trotz des Erfolgs löste sich Aphrodite’s Child um 1972 auf, da die künstlerischen Visionen der Mitglieder zunehmend auseinandergingen. Für Vangelis war dies jedoch kein Ende, sondern der Beginn einer noch größeren Reise.
Nach der Auflösung von Aphrodite’s Child veröffentlichte Vangelis 1972 sein erstes Soloalbum “Fais que ton rêve soit plus long que la nuit”. Mitte der 1970er Jahre ließ er sich in London nieder, wo er sein legendäres “Nemo Studios” gründete. Dieses Studio wurde zu seinem kreativen Refugium, ausgestattet mit einer beeindruckenden Sammlung von Synthesizern und elektronischen Instrumenten, die er virtuos beherrschte.
In dieser Phase entstanden wegweisende Alben wie “Heaven and Hell” (1975), das später durch die Dokumentarserie “Cosmos” von Carl Sagan weltweite Bekanntheit erlangte. “Albedo 0.39” (1976) widmete sich wissenschaftlichen und astronomischen Themen, während “Spiral” (1977) seine Fähigkeit unter Beweis stellte, komplexe emotionale Landschaften zu erschaffen. Diese Werke etablierten Vangelis als einen der führenden Komponisten im Bereich der elektronischen und atmosphärischen Musik.
Seine Musik erreichte auch Hörer über verschiedene Kanäle – von Plattenläden über Konzerte bis hin zu modernen Medien. Heute kann man seine zeitlosen Kompositionen auf zahlreichen Streaming-Plattformen und im Internetradio genießen, wo seine Werke weiterhin neue Generationen von Musikliebhabern begeistern.
Der internationale Durchbruch gelang Vangelis 1981 mit der Filmmusik zu “Chariots of Fire”. Das ikonische Hauptthema mit seinem unverwechselbaren Synthesizer-Sound wurde zu einem der bekanntesten Filmmusikstücke aller Zeiten. Der Song erreichte Platz 1 der US-Billboard-Charts und brachte Vangelis den Oscar für die beste Filmmusik ein. Diese Auszeichnung katapultierte ihn in die erste Reihe der Filmkomponisten und öffnete ihm die Türen zu Hollywood.
Ein Jahr später komponierte er die atmosphärische und düstere Musik zu Ridley Scotts Science-Fiction-Meisterwerk “Blade Runner”. Obwohl die Veröffentlichung des kompletten Soundtracks sich verzögerte, wurde die Musik zum Kultklassiker und gilt heute als eine der einflussreichsten Filmmusiken überhaupt. Die Verschmelzung von elektronischen Klängen mit orchestralen Elementen schuf eine futuristische Klangwelt, die perfekt zur dystopischen Vision des Films passte.
1992 folgte “1492: Conquest of Paradise”, die Musik zu Ridley Scotts Film über Christoph Kolumbus. Der Titelsong “Conquest of Paradise” wurde besonders in Europa ein riesiger Erfolg und erreichte Platz 1 in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden. In Deutschland erlangte das Stück zusätzliche Popularität als Einlaufmusik des Boxers Henry Maske. Weitere bedeutende Soundtracks folgten, darunter “Antarctica” und “Alexander” für Oliver Stones Historienfilm über Alexander den Großen.
Vangelis’ Faszination für den Weltraum und die Wissenschaft zog sich wie ein roter Faden durch sein gesamtes Werk. Mit “Mythodea” (2001) schuf er eine monumentale Komposition, die ursprünglich für die NASA-Mission Mars Odyssey konzipiert wurde. Das Werk kombinierte Orchester, Chor und elektronische Elemente zu einer epischen Hommage an die Erforschung des Universums.
Diese Zusammenarbeit mit Raumfahrtorganisationen setzte sich fort: 2016 veröffentlichte er “Rosetta”, inspiriert von der gleichnamigen ESA-Raumfahrtmission zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. 2021 folgte “Juno to Jupiter”, das der NASA-Mission zum größten Planeten unseres Sonnensystems gewidmet war. Diese Alben zeigten, dass Vangelis auch im hohen Alter nichts von seiner kreativen Kraft verloren hatte.
Neben seinen Weltraum-Projekten veröffentlichte er 2019 “Nocturne: The Piano Album”, eine Sammlung intimer Klavierstücke, die eine andere, persönlichere Seite des Komponisten offenbarte. Über die Jahre arbeitete Vangelis auch mit Jon Anderson, dem Sänger der Rockband Yes, zusammen. Unter dem Namen “Jon & Vangelis” veröffentlichten sie zwischen 1980 und 1991 mehrere erfolgreiche Alben, darunter Hits wie “I’ll Find My Way Home”.
Vangelis komponierte auch die offizielle Hymne für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2002 mit dem Titel “Anthem”, die besonders in Japan große Popularität erlangte. Seine Musik wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter französische Orden wie der Ordre des Arts et des Lettres und die Ehrenlegion. Der Max-Steiner-Award würdigte sein Lebenswerk im Bereich der Filmmusik.
Trotz seines immensen Erfolgs blieb Vangelis seiner künstlerischen Vision treu und lehnte kommerzielle Kompromisse ab. Er besaß Häuser in Athen und lebte zeitweise in Frankreich, war aber viel unterwegs und hatte keinen festen Wohnsitz. Seine Arbeitsweise war legendär: Er komponierte meist spontan und improvisierte direkt an seinen Instrumenten, wobei er sich von der Stimmung des Moments leiten ließ.
Am 17. Mai 2022 verstarb Vangelis im Alter von 79 Jahren in Paris. Sein Tod hinterließ eine große Lücke in der Musikwelt. Doch sein musikalisches Erbe lebt weiter – in unzähligen Filmen, in Konzerten, auf Streaming-Diensten und im Radio, wo seine zeitlosen Kompositionen weiterhin Menschen auf der ganzen Welt berühren. Vangelis schuf eine Klangwelt, die Grenzen überschritt, Emotionen weckte und die Vorstellungskraft beflügelte. Er war ein wahrer Visionär, dessen Musik für immer mit den Sternen verbunden bleiben wird.
Wir konnten leider keine Konzerte von Vangelis finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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