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today28.02.2026
Ghetto People feat. L-Viz war ein deutsches Musikprojekt der 1990er Jahre, das mit seiner modernen Interpretation des Elvis-Presley-Klassikers „In the Ghetto” internationalen Erfolg feierte. Hinter dem Projekt stand der Sänger Detlef Malinkewitz, der unter dem Künstlernamen L-Viz auftrat. Mit über 12 Millionen verkauften Tonträgern weltweit wurde das Projekt zu einem der erfolgreichsten deutschen Cover-Acts der Dekade.
| Künstlername | Ghetto People feat. L-Viz |
| Mitglieder | Detlef Malinkewitz (L-Viz) |
| Genre | Pop, Euro-House, Ragga-HipHop, Dance-Pop |
| Größter Hit | In the Ghetto |
| Gründungsjahr | 1996 |
| Land | Deutschland |
| Markenzeichen | Moderne Cover-Versionen klassischer Songs mit Reggae- und HipHop-Einflüssen |

Detlef Malinkewitz wurde 1966 in Baesweiler geboren und begann seine musikalische Karriere als Elvis-Imitator in den frühen 1990er Jahren. Mit Las Vegas-Interpretationen der Elvis-Klassiker machte er sich zunächst einen Namen in der deutschen Tribute-Szene. Er veröffentlichte sogar ein Album mit Elvis-Covers, bevor er den entscheidenden Schritt wagte, einen dieser Klassiker völlig neu zu interpretieren. Die Idee, „In the Ghetto” mit modernen Produktionsmitteln und einem zeitgemäßen Sound zu versehen, sollte sich als Volltreffer erweisen.
Das Projekt Ghetto People feat. L-Viz war dabei keine klassische Band im herkömmlichen Sinne, sondern vielmehr ein Studioprojekt, bei dem Malinkewitz als L-Viz die zentrale Rolle einnahm. Die Kombination aus dem englischen Originaltext und einer innovativen Produktion, die Reggae- und Ragga-HipHop-Beats mit Dance-Pop-Elementen verband, traf den Nerv der Zeit und unterschied sich deutlich von anderen Cover-Versionen.
Als die Single 1996 veröffentlicht wurde, entwickelte sie sich schnell zu einem internationalen Phänomen. In Deutschland kletterte der Song auf Platz 6 der offiziellen Single-Charts und hielt sich dort beachtliche 18 Wochen. Auch in Österreich erreichte die Neuinterpretation mit Rang 10 und einer Chartpräsenz von 12 Wochen einen bemerkenswerten Erfolg. Selbst in der Schweiz schaffte es der Titel auf Platz 18 der Charts.
Die Zahlen sprechen für sich: Die Single wurde in über 40 bis 46 Ländern veröffentlicht und erreichte weltweite Verkäufe von mehr als 12 Millionen Tonträgern. In Deutschland wurde das Projekt mit Gold ausgezeichnet, was mindestens 250.000 verkaufte Exemplare bedeutete. Der RSH-Gold-Preis für den besten Cover-Hit des Jahres 1997 krönte diesen außergewöhnlichen Erfolg. Die moderne Produktion, die den klassischen Song in ein zeitgemäßes Gewand kleidete, fand bei Hörern verschiedener Generationen Anklang und machte ihn zu einem der meistgespielten Titel auf zahlreichen Streaming-Plattformen und im Internetradio.
Trotz dieses überwältigenden Erfolgs entschied sich Detlef Malinkewitz für einen ungewöhnlichen Schritt: Er zog sich von der Bühne zurück und wandte sich der akademischen Welt zu. Er begann ein Studium der Kommunikationswissenschaft, Politischen Wissenschaft und Philosophie, das er später mit einer Promotion zum Dr. phil. abschloss. Diese Entscheidung überraschte viele in der Musikbranche, zeigte aber auch die Vielseitigkeit und intellektuelle Tiefe des Künstlers.
In seiner Heimatregion übernahm Malinkewitz verantwortungsvolle Positionen: Er arbeitete als Referent des Oberbürgermeisters in Aachen und später als Kulturreferent der Stadt. Diese Tätigkeiten zeigten, dass seine Interessen weit über die Musik hinausgingen und er sich aktiv in das kulturelle Leben seiner Region einbringen wollte. Die Verbindung zwischen seiner musikalischen Vergangenheit und seiner Arbeit im Kulturbereich erwies sich dabei als fruchtbar.
Nach langer Pause kehrte Detlef Malinkewitz 2018 mit dem Album „Feeling Good” zur Musik zurück, allerdings nun unter seinem bürgerlichen Namen. Das Album, das Klassiker der 60er und 70er Jahre neu interpretiert, erreichte Platz 13 der deutschen Albumcharts und bewies, dass seine Stimme und sein musikalisches Gespür nichts von ihrer Anziehungskraft verloren hatten. Die Veröffentlichung im August 2018 markierte einen neuen Abschnitt in seiner künstlerischen Laufbahn, der zeigte, dass er seine Wurzeln in der Interpretation klassischer Songs nie vergessen hatte.
Obwohl Ghetto People feat. L-Viz oft als One-Hit-Wonder bezeichnet wird, ist die Bedeutung dieses einen Hits kaum zu überschätzen. Die Version von „In the Ghetto” gilt als das bekannteste Beispiel eines deutschen Projekts, das einen Elvis-Klassiker neu interpretierte und dabei internationale Wirkung erzielte. Die Kombination aus Respekt vor dem Original und mutiger Neugestaltung schuf etwas Einzigartiges, das bis heute auf vielen Playlists zu finden ist und regelmäßig im Radio gespielt wird. Das Projekt bewies, dass Cover-Versionen mehr sein können als bloße Kopien – sie können eigenständige Kunstwerke werden, die eine Brücke zwischen verschiedenen musikalischen Epochen schlagen. Die Geschichte von Ghetto People feat. L-Viz zeigt zudem, dass künstlerischer Erfolg viele Gesichter haben kann und nicht zwangsläufig eine lebenslange Karriere im Musikgeschäft bedeuten muss.
Wir konnten leider keine Konzerte von Ghetto People finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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