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today28.02.2026
Die Superboys waren ein deutsches Musikprojekt aus Köln, das Ende der 1990er Jahre mit ihrer Neuinterpretation der Winnetou-Melodie große Erfolge feierte. Das Duo Didi und Eddy verband nostalgische Filmmelodien mit modernen Dreamhouse-Beats und traf damit den Nerv der Zeit. Ihr größter Hit “Ich wünscht’ Du wärst bei mir” erreichte 1998 Platz 1 in der ZDF-Hitparade und hielt sich 30 Wochen in den deutschen Charts.
| Künstlername | Superboys |
| Mitglieder | Didi, Eddy |
| Genre | Dreamhouse, Dance, Pop |
| Größter Hit | Ich wünscht’ Du wärst bei mir |
| Gründungsjahr | 1998 |
| Auflösungsjahr | ca. 2000 |
| Land | Deutschland |
| Markenzeichen | Cover bekannter Filmmelodien mit Dreamhouse-Arrangements |

Die Geschichte der Superboys begann in Darmstadt, wo sich die beiden Musiker Didi und Eddy kennenlernten. Später verlagerten sie ihren Schaffensmittelpunkt nach Köln, wo sie 1998 ihr Musikprojekt starteten. Die Idee war ebenso simpel wie genial: Sie nahmen bekannte Melodien aus Film und Fernsehen, die im kollektiven Gedächtnis der deutschen Bevölkerung fest verankert waren, und verpassten ihnen ein zeitgemäßes elektronisches Gewand. Die Wahl fiel zunächst auf die legendäre Winnetou-Melodie von Martin Böttcher, die seit den 1960er Jahren untrennbar mit den Karl-May-Verfilmungen verbunden war.
Mit “Ich wünscht’ Du wärst bei mir” gelang den Superboys im Sommer 1998 der große Wurf. Der Song kombinierte die melancholische Schönheit der Original-Filmmusik mit treibenden Dreamhouse-Beats und deutschen Texten voller Sehnsucht und Romantik. Diese Mischung traf genau den Geschmack einer Generation, die mit den Winnetou-Filmen aufgewachsen war und gleichzeitig die elektronische Tanzmusik der späten 90er liebte. Am 12. September 1998 erreichte der Song den ersten Platz in der prestigeträchtigen ZDF-Hitparade, was damals noch ein bedeutendes Ereignis in der deutschen Musiklandschaft darstellte.
Der kommerzielle Erfolg von “Ich wünscht’ Du wärst bei mir” war beachtlich. Der Song kletterte in den deutschen Single-Charts bis auf Platz 19 und hielt sich insgesamt 30 Wochen in den Charts – eine bemerkenswerte Leistung für ein Debüt. Auch in Österreich konnte das Duo punkten, wo die Single Platz 23 erreichte und elf Wochen in den Charts vertreten war. Die Kombination aus Nostalgie und modernem Sound erwies sich als Erfolgsrezept, das auch im Internetradio und bei verschiedenen Streaming-Diensten später noch lange nachgefragt wurde.
Die Superboys verstanden es, ihre Popularität schnell zu nutzen und brachten noch im selben Jahr eine zweite Single heraus. “Nie mehr allein sein” basierte auf der Melodie von “Sun of Jamaica” und folgte dem bewährten Konzept. Allerdings konnte dieser Song nicht an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen und erreichte in Deutschland nur Platz 89, wo er lediglich fünf Wochen in den Charts blieb. Dennoch bewies das Duo damit, dass ihr Erfolg kein reiner Zufallstreffer war und sie eine treue Fangemeinde aufgebaut hatten.
Im Jahr 1999 veröffentlichten die Superboys ihr einziges Studioalbum “Das Leben ist schön”. Die Platte enthielt neben den beiden bereits bekannten Singles weitere Tracks, die dem bewährten Muster folgten: bekannte Melodien, neu arrangiert im Dreamhouse-Stil mit deutschen Texten. Das Album bot zudem verschiedene Remixe und Instrumentalversionen der Hits, was damals bei Dance-Produktionen durchaus üblich war. Obwohl das Album in den Verkaufszahlen nicht an die Single-Erfolge heranreichte, festigte es doch den Status der Superboys als ernstzunehmendes Projekt innerhalb der deutschen Dance-Szene.
Die dritte Single “Die Sonne und das Meer” erschien 1999 und nutzte die Old-Shatterhand-Melodie, ebenfalls aus der Feder von Martin Böttcher. Das Duo blieb damit seiner Linie treu, weitere Karl-May-Melodien zu adaptieren. Die vierte und letzte Single “Wenn die Sonne untergeht” folgte im Jahr 2000 und basierte auf “Reality” von Richard Sanderson. Beide Singles konnten jedoch keine nennenswerten Chartplatzierungen mehr erreichen. Der Trend zum Dreamhouse begann zu dieser Zeit bereits abzuebben, und das Publikum wandte sich neuen musikalischen Strömungen zu.
Interessanterweise fand die Arbeit der Superboys auch über die deutschen Grenzen hinaus Beachtung. In Tschechien coverte die Gruppe Těžkej Pokondr den Song unter dem Titel “Vinetů” und veröffentlichte ihn auf ihrem Album “Vypusťte Krakena”. Diese tschechische Version wurde dort zu einem großen Erfolg und erhielt sogar Doppel-Platin. Dies zeigt, wie die Winnetou-Thematik und die damit verbundenen Melodien auch in anderen Ländern des ehemaligen Ostblocks eine besondere Resonanz fanden, wo die Karl-May-Filme ebenfalls Kultstatus genossen.
Das Markenzeichen der Superboys war eindeutig ihre Fähigkeit, nostalgische Melodien mit zeitgenössischer Tanzmusik zu verschmelzen. Sie bedienten damit eine Sehnsucht nach vertrauten Klängen aus der Kindheit, präsentierten diese aber in einem modernen, clubtauglichen Gewand. Diese Strategie war in den späten 90er Jahren nicht völlig neu, wurde von den Superboys aber konsequent und erfolgreich umgesetzt. Ihre Musik lief nicht nur in Diskotheken und auf Partys, sondern fand auch ihren Weg ins Radio und später ins Webradio, wo sie bis heute gelegentlich gespielt wird.
Nach der Veröffentlichung ihrer letzten Single im Jahr 2000 verschwanden die Superboys weitgehend von der Bildfläche. Ein offizielles Auflösungsdatum wurde nie bekannt gegeben, und auch über die weiteren Aktivitäten von Didi und Eddy ist wenig bekannt. Es scheint, als hätten die beiden Musiker das Projekt einfach auslaufen lassen, als der kommerzielle Erfolg nachließ und sich die musikalischen Trends änderten. Die Ära des Dreamhouse ging zu Ende, und neue Genres wie Trance und später Electro House übernahmen die Tanzflächen.
Dennoch hinterließen die Superboys ihre Spuren in der deutschen Popkultur der späten 90er Jahre. Ihr größter Hit “Ich wünscht’ Du wärst bei mir” wird bis heute als typischer Vertreter jener Ära wahrgenommen, in der Cover-Versionen und Sampling-basierte Produktionen die Charts dominierten. Die Verbindung von Filmmusik-Nostalgie und elektronischen Beats war charakteristisch für eine Zeit, in der die Musikindustrie experimentierfreudig war und verschiedenste Einflüsse miteinander verschmolz. Wer heute auf einem Oldiesender oder im Online Radio auf die Superboys stößt, wird unweigerlich in die späten 90er zurückversetzt – in eine Zeit, als Musikprojekte wie dieses noch echte Überraschungserfolge landen konnten und die Charts bunter und vielfältiger waren als je zuvor.
Wir konnten leider keine Konzerte von Superboys finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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