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today28.02.2026
Chumbawamba war eine britische Band aus Leeds, die zwischen 1982 und 2012 aktiv war und von anarcho-punk bis zu folkigem Alternative Rock nahezu alle Stilrichtungen durchlief. Weltberühmt wurde die Gruppe 1997 mit dem Hit „Tubthumping”, der in zahlreichen Ländern die Spitze der Charts eroberte. Trotz kommerziellen Erfolgs blieb die Band ihren politischen Wurzeln treu und setzte sich konsequent für soziale Gerechtigkeit und Arbeiterkämpfe ein.
| Künstlername | Chumbawamba |
| Mitglieder | Lou Watts, Boff Whalley, Jude Abbott, Neil Ferguson, Phil Moody, Danbert Nobacon, Alice Nutter, Dunstan Bruce, Harry Hamer |
| Genre | Anarcho-Punk, Alternative Rock, Folk, Dance-Pop |
| Größter Hit | Tubthumping |
| Gründungsjahr | 1982 |
| Auflösungsjahr | 2012 |
| Land | England |
| Markenzeichen | Politische Texte, Aktivismus, musikalische Wandelbarkeit |

Die Geschichte von Chumbawamba begann 1982 in Burnley, Lancashire, wo Allan „Boff” Whalley, Danbert Nobacon und ein Musiker namens „Midge” die Band gründeten. Alle drei hatten zuvor in der Gruppe Chimp Eats Banana gespielt und wollten nun einen neuen musikalischen Weg einschlagen. Schon bald zogen sie nach Leeds um, wo Lou Watts und Dunstan Bruce zur Besetzung stießen. Der Name „Chumbawamba” war bewusst absurd gewählt – ein sinnloses Wort ohne feste Bedeutung, das jegliche Schubladisierung vermeiden sollte.
In den frühen Jahren lebten viele Bandmitglieder in einem Kollektiv, teilten sich Wohnraum und Einkünfte und verstanden ihre Musik als Teil eines größeren politischen Projekts. Inspiriert von Bands wie Crass, Wire und The Fall, spielten sie kompromisslosen anarcho-punk mit klarer politischer Botschaft. Klassenkampf, Antimilitarismus und gewerkschaftliche Kämpfe standen im Mittelpunkt ihrer Texte. Über ihr eigenes Label Agit-Prop veröffentlichten sie zahlreiche EPs und 1986 ihr erstes Album „Pictures of Starving Children Sell Records”, das bereits mit seiner provokanten Kritik an Live Aid für Aufsehen sorgte.
Während der späten Achtziger und frühen Neunziger Jahre erweiterte Chumbawamba kontinuierlich ihr musikalisches Spektrum. Neben dem rauen Punk-Sound integrierten sie zunehmend Folk-Elemente, Alternative-Einflüsse und experimentelle Klänge. Alben wie „Never Mind the Ballots” (1987), „Slap!” (1990) und „Shhh” (1992) zeigten eine Band, die sich nicht auf einen Stil festlegen lassen wollte. Politisch blieben sie jedoch konsequent: Sie unterstützten Streiks, protestierten gegen Rechtsextremismus und setzten sich für marginalisierte Gruppen ein.
Der Wechsel zum Indie-Label One Little Indian Mitte der Neunziger brachte ihnen größere Aufmerksamkeit. Mit Songs wie „Enough Is Enough” (1993), das Platz 56 der britischen Charts erreichte, und „Timebomb” gelang ihnen erstmals ein bescheidener kommerzieller Erfolg. Das Album „Anarchy” (1994) behandelte Themen wie Homophobie, Faschismus und soziale Ungerechtigkeit und festigte ihren Ruf als politisch engagierte Band, die keine Kompromisse einging.
1997 sollte das Jahr werden, das Chumbawamba für immer veränderte. Der Wechsel zum Major-Label EMI war unter Fans umstritten – viele sahen darin einen Verrat an den ursprünglichen anarchistischen Prinzipien. Die Band selbst argumentierte, dass sie die Infrastruktur eines großen Labels nutzen wollten, um ihre Botschaft einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Mit dem Album „Tubthumper” und der gleichnamigen Single „Tubthumping” gelang ihnen genau das.
Der Song wurde zu einem weltweiten Phänomen. In Großbritannien erreichte er Platz zwei der Charts, in den USA Platz sechs und in Ländern wie Kanada, Australien, Irland, Italien und Neuseeland sogar die Spitzenposition. Der eingängige Refrain „I get knocked down, but I get up again” wurde zur Hymne für Durchhaltevermögen und Widerstandsgeist. Viele Hörer, die den Song über Webradio oder im Internetradio entdeckten, erkannten nicht sofort die tiefere politische Bedeutung – das Lied war ein Statement zur britischen Arbeiterklasse und enthielt Samples aus dem Film „Brassed Off”, der die Schließung von Kohleminen thematisierte.
Trotz des kommerziellen Erfolgs blieb die Band ihren Prinzipien treu. Sie lehnten lukrative Werbeverträge mit Großkonzernen wie Nike ab und nutzten ihre Popularität für politische Aktionen. Bei den Brit Awards 1998 sorgte Danbert Nobacon für einen Skandal, als er dem stellvertretenden Premierminister John Prescott einen Eimer Wasser übergoss – ein Protest gegen die Politik der Labour-Regierung gegenüber streikenden Hafenarbeitern in Liverpool.
Nach dem Erfolg von „Tubthumping” veröffentlichte die Band 1998 die Single „Amnesia”, die Platz zehn in Großbritannien und ebenfalls Top-Ten-Platzierungen in Kanada erreichte. Auch „Top of the World (Olé, Olé, Olé)”, ein fußballbezogener Song, schaffte es auf Platz 21 der britischen Charts. Das Album „Tubthumper” verkaufte sich millionenfach und brachte der Band Nominierungen bei den MTV Video Music Awards und den Brit Awards ein. In Ungarn gewannen sie sogar den Preis für das Album des Jahres.
Die Folgealben „WYSIWYG” (2000) und „Readymades” (2002) konnten nicht an den kommerziellen Erfolg anknüpfen, zeigten aber eine Band, die weiterhin experimentierfreudig blieb. Sie komponierten den Soundtrack für „Revengers Tragedy” (2003) und veröffentlichten eine Neuauflage ihrer frühen Folk-Sammlung „English Rebel Songs 1381–1984″. Mit „Un” (2004) kehrten sie zu einem raueren, politischeren Sound zurück.
Ab 2005 verkleinerte sich die Besetzung von Chumbawamba deutlich. Wichtige Mitglieder wie Danbert Nobacon und Alice Nutter hatten die Band bereits verlassen, um eigene Projekte zu verfolgen. Die verbliebenen Musiker – Lou Watts, Boff Whalley, Jude Abbott, Neil Ferguson und der später hinzugekommene Phil Moody – konzentrierten sich verstärkt auf akustische Folk-Musik und sozialkritische Theaterformate.
Alben wie „A Singsong and a Scrap” (2005), „The Boy Bands Have Won” (2008) und „ABCDEFG” (2010) reflektierten diese Neuausrichtung. Die Songs wurden leiser, nachdenklicher, aber nicht weniger politisch. Die Band tourte weiterhin durch kleine Clubs und auf Festivals, wo sie eine treue Fangemeinde fand, die ihre Entwicklung vom Punk zum Folk schätzte.
Am 8. Juli 2012 gab Chumbawamba bekannt, sich zum Jahresende aufzulösen. Nach drei Jahrzehnten intensiver musikalischer und politischer Arbeit wollten die Mitglieder neue Wege gehen. Abschiedskonzerte wurden gespielt, eine Live-DVD veröffentlicht. Die Band hinterließ ein beeindruckendes Erbe: über ein Dutzend Studioalben, zahlreiche EPs und Singles sowie einen unverwechselbaren Mix aus Musik und Aktivismus.
Bis heute wird „Tubthumping” regelmäßig in Sportstadien gespielt, bei politischen Demonstrationen gesungen und in populären Medien verwendet. Die Band intervenierte mehrfach, wenn der Song in Kontexten genutzt wurde, mit denen sie nicht übereinstimmten – ein letzter Beweis dafür, dass Chumbawamba nie aufhörte, für ihre Überzeugungen einzustehen. Ihre Musik lebt weiter, nicht nur im Streaming und Online Radio, sondern auch im Geist all jener, die sich nicht unterkriegen lassen.
Wir konnten leider keine Konzerte von Chumbawamba finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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