Us3 – Steckbrief, Songs & Konzerte

today28.02.2026

Hintergrund
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Us3 ist eine britische Jazz-Rap-Gruppe, die Anfang der 1990er Jahre in London gegründet wurde und mit ihrem Hit “Cantaloop (Flip Fantasia)” weltweit bekannt wurde. Die treibende Kraft hinter dem Projekt ist Produzent Geoff Wilkinson, der gemeinsam mit seinem Partner Mel Simpson eine einzigartige Fusion aus Jazz und Hip-Hop schuf. Der Name Us3 wurde inspiriert vom Album “Us Three” des Jazzpianisten Horace Parlan, das beim legendären Blue Note Label erschienen war.

Künstlername Us3
Mitglieder Geoff Wilkinson, Mel Simpson, Rahsaan Kelly, Kobie Powell, Gerard Presencer, Tukka Yoot
Genre Jazz-Rap, Acid Jazz, Hip-Hop
Größter Hit Cantaloop (Flip Fantasia)
Gründungsjahr 1991/1992
Land Vereinigtes Königreich
Markenzeichen Sampling von Jazz-Klassikern, Live-Bläser kombiniert mit Hip-Hop-Beats

Die Anfänge und der Durchbruch

Webradio Steckbrief - Us3

Die Geschichte von Us3 beginnt im London der frühen Neunziger, als Geoff Wilkinson und Mel Simpson eine revolutionäre Idee hatten: Sie wollten klassischen Jazz mit modernem Hip-Hop verbinden. Was das Projekt besonders machte, war der privilegierte Zugang zum Archiv des legendären Blue Note Labels, das Wilkinson für seine Produktionen nutzen durfte. Diese einmalige Gelegenheit ermöglichte es ihm, auf Aufnahmen von Jazzlegenden wie Herbie Hancock, Art Blakey und Horace Parlan zurückzugreifen.

Vor dem großen Durchbruch veröffentlichte Us3 einige kleinere Singles, darunter “Where Will We Be in the 21st Century” und “The Band Played the Boogie” unter dem Label Ninja Tune, bei denen der Rapper Born 2 B mitwirkte. Diese frühen Arbeiten zeigten bereits die Richtung, in die sich das Projekt entwickeln würde, blieben aber zunächst noch unter dem Radar der breiten Öffentlichkeit.

Der entscheidende Moment kam 1992 mit der Aufnahme von “Cantaloop (Flip Fantasia)”. Der Track basierte auf Herbie Hancocks Jazz-Klassiker “Cantaloupe Island” von 1964 und kombinierte dessen eingängige Melodie mit Hip-Hop-Beats und Rap-Vocals von Rahsaan Kelly. Die Einleitung des Songs verwendete zudem ein Sample der Stimme von DJ-Ansager Pee Wee Marquette von Art Blakeys Album “A Night at Birdland, Vol. 1” aus dem Jahr 1954. Diese geschickte Verschmelzung verschiedener Jazz-Epochen mit zeitgenössischem Hip-Hop traf den Nerv der Zeit.

Der Welterfolg von Cantaloop

Als “Cantaloop (Flip Fantasia)” im Oktober 1992 als Single veröffentlicht wurde, entwickelte sich der Song schnell zu einem internationalen Hit. In den USA erreichte er Platz 9 der Billboard Hot 100 und Platz 7 der Cash Box Top 100. Die Single wurde mit Gold ausgezeichnet, nachdem sie über 500.000 Einheiten verkauft hatte. In Großbritannien verlief der Erfolg zunächst schleppender, doch nach einem Re-Release konnte der Song immerhin Platz 23 der Charts erreichen.

Das dazugehörige Debütalbum “Hand on the Torch” erschien 1993 und wurde zu einem noch größeren Erfolg. Es erreichte Platz 31 der Billboard 200 in den USA und erhielt mehrere Gold- und Platin-Zertifizierungen in verschiedenen Ländern. Besonders bemerkenswert war, dass “Hand on the Torch” das erste Platin-zertifizierte Album in der Geschichte des Blue Note Labels wurde, das traditionell für Jazz bekannt war. Das Album erhielt zudem eine Grammy-Nominierung und festigte den Ruf von Us3 als Pioniere des Jazz-Rap.

Das Musikvideo zu “Cantaloop” wurde ebenfalls ein Erfolg und gewann 1994 bei den Billboard Music Video Awards einen Preis. Es wurde in mehreren Kategorien nominiert, darunter Best Dance Clip und Maximum Impact Clip. Der visuelle Stil des Videos mit seiner Mischung aus urbaner Ästhetik und Jazz-Club-Atmosphäre passte perfekt zur musikalischen Fusion des Songs. Wer heute ein Webradio mit Musik der Neunziger einschaltet, hat gute Chancen, diesen zeitlosen Klassiker zu hören.

Weitere Veröffentlichungen und musikalische Entwicklung

Nach dem überwältigenden Erfolg des Debütalbums veröffentlichte Us3 weitere Singles aus “Hand on the Torch”, darunter “Tukka Yoot’s Riddim” (1993), das moderate Chartplatzierungen in mehreren Ländern erreichte, sowie “I Got It Goin’ On” und “Eleven Long Years” (beide 1994). Diese konnten jedoch nicht an den Erfolg von “Cantaloop” anknüpfen und erreichten nur schwächere Chartpositionen in den USA und Großbritannien.

Das zweite Studioalbum “Broadway & 52nd” erschien 1997 und zeigte bereits eine veränderte musikalische Richtung. Die Single “Come on Everybody (Get Down)” konnte zwar nicht an frühere Erfolge anknüpfen, demonstrierte aber die Weiterentwicklung des Sounds. In den folgenden Jahren veröffentlichte Us3 regelmäßig neue Alben: “An Ordinary Day in an Unusual Place” (2001) mit der Single “You Can’t Hold Me Down”, “Questions” (2004), “Schizophonic” (2006), “Say What!?” (2007), “Stop. Think. Run.” (2009), “Lie, Cheat & Steal” (2011) und “The Third Way” (2013).

Mit “Schizophonic” vollzog Geoff Wilkinson 2006 einen bedeutenden stilistischen Wandel. Erstmals setzte er fast vollständig auf Liveaufnahmen statt auf Sampling. Für dieses Album arbeitete er mit neuen Rappern und Musikern zusammen, die er in der New Yorker Szene gefunden hatte, darunter Akil Dasan und Gaston. Diese Entscheidung spiegelte sowohl künstlerische Ambitionen als auch rechtliche Überlegungen wider, da die Verwendung von Samples zunehmend komplizierter und teurer geworden war.

Das wechselnde Ensemble und die Mitglieder

Us3 war nie eine Band im traditionellen Sinne mit fester Besetzung, sondern vielmehr ein flexibles Projekt unter der Leitung von Geoff Wilkinson. Neben dem Gründer und seinem Partner Mel Simpson, der später verstarb, wirkten im Laufe der Jahre zahlreiche Musiker und Rapper an den verschiedenen Alben mit. Diese Herangehensweise ermöglichte es Wilkinson, für jedes Album den passenden Sound zu kreieren und mit verschiedenen Stilen zu experimentieren.

Zu den wichtigsten Mitwirkenden der frühen Phase gehörten die Rapper Rahsaan Kelly und Kobie Powell, die auf dem Debütalbum zu hören waren. Gerard Presencer prägte als Trompeter die charakteristischen Bläserparts, etwa bei “Cantaloop”. Tukka Yoot steuerte Gastbeiträge bei, unter anderem für den nach ihm benannten Track “Tukka Yoot’s Riddim”. Weitere bedeutende Mitwirkende waren Sängerinnen wie Alison Crockett, Michelob, Reggi Wyns und Mpho Skeef sowie Musiker wie Ed Jones am Saxophon, Tony Remy an der Gitarre und DJ First Rate.

Diese ständig wechselnde Besetzung war sowohl Stärke als auch Herausforderung für Us3. Einerseits ermöglichte sie musikalische Vielfalt und Frische, andererseits fehlte dem Projekt die konstante Identität einer festen Band. Wer Us3 im Internetradio hört, erlebt daher je nach Album einen unterschiedlichen Sound, der aber immer die charakteristische Fusion von Jazz und Hip-Hop beibehält.

Rückschläge, Comeback und aktueller Status

Nach den erfolgreichen Neunzigerjahren erlebte Us3 eine längere Periode ohne große kommerzielle Erfolge. Die musikalische Landschaft hatte sich verändert, und der Jazz-Rap der frühen Neunziger war nicht mehr so gefragt wie zuvor. Geoff Wilkinson passte seinen Sound kontinuierlich an, experimentierte mit verschiedenen Stilen und setzte zunehmend auf Liveinstrumente statt auf Sampling. Trotz dieser Bemühungen blieben die späteren Alben weitgehend unter dem Radar der Mainstream-Aufmerksamkeit.

Ein schwerer persönlicher Rückschlag traf Wilkinson im Jahr 2014, als er einen schweren Herzinfarkt erlitt. Diese gesundheitliche Krise führte dazu, dass Us3 für mehrere Jahre pausierte. Die Zukunft des Projekts schien ungewiss, und viele Fans fragten sich, ob sie jemals wieder neue Musik von Us3 hören würden. Doch Wilkinson erholte sich und kehrte mit neuer Energie und Perspektive zurück.

Nach über zehn Jahren ohne neue Single meldete sich Us3 zurück und kündigte für 2025 das Album “Soundtrack” an. Dieses neueste Werk markiert sowohl ein Comeback als auch eine weitere stilistische Entwicklung. Der Sound kombiniert orchestrale Elemente und moderne Trap-Rhythmen mit einer großen Bläsersektion und zeigt damit, dass Wilkinson auch nach über drei Jahrzehnten bereit ist, neue musikalische Wege zu gehen. Gleichzeitig bleibt er dem ursprünglichen Geist der Fusion zwischen Jazz und Hip-Hop treu, der Us3 einst berühmt gemacht hat.

Us3 wurde nie offiziell aufgelöst, und Geoff Wilkinson führt das Projekt weiter. Die Gruppe bleibt ein lebendiges Beispiel dafür, wie Jazz und Hip-Hop auf kreative Weise verschmelzen können. Für Fans, die auf der Suche nach diesem einzigartigen Sound sind, lohnt es sich, ein Online Radio mit 90er-Jahre-Musik einzuschalten, wo “Cantaloop (Flip Fantasia)” nach wie vor regelmäßig gespielt wird und an die goldene Ära des Jazz-Rap erinnert. Mit “Soundtrack” beweist Us3, dass die Verbindung von Jazz-Tradition und zeitgenössischen Beats auch im 21. Jahrhundert noch relevant und spannend sein kann.

Songs von Us3 im Radio

Konzerte von Us3

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Geschrieben von: RadioMonster.FM