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today28.02.2026
Dance 2 Trance war ein deutsches Trance-Projekt aus Frankfurt am Main, das Anfang der 1990er Jahre die elektronische Tanzmusik maßgeblich mitprägte. Mit ihrem Hit “Power of American Natives” gelang dem Duo 1992 der internationale Durchbruch. Die Kombination aus treibenden Trance-Elementen und ethnischen Klängen machte sie zu Pionieren ihres Genres.
| Künstlername | Dance 2 Trance |
| Mitglieder | Rolf Ellmer (Jam El Mar), Dag Lerner (DJ Dag) |
| Genre | Trance, Eurodance, Electronic Dance Music |
| Größter Hit | Power of American Natives |
| Gründungsjahr | 1990 |
| Auflösungsjahr | 1995 |
| Land | Deutschland |
| Markenzeichen | Ethnische Samples, Panflöten-Sounds, kraftvolle Vocals |

Als sich Rolf Ellmer und Dag Lerner 1990 in Frankfurt am Main zusammenfanden, ahnte noch niemand, dass sie zu Wegbereitern der deutschen Trance-Szene werden würden. Die beiden Produzenten, die unter den Pseudonymen Jam El Mar und DJ Dag arbeiteten, experimentierten zunächst unter verschiedenen Namen wie “Peyote”, bevor sie sich für Dance 2 Trance entschieden. Ihre erste Promo-Single trug den schlichten Titel “Dance 2 Trance” und enthielt die Tracks “Dance 2 Trance” und “We Came in Peace”. Diese frühen Veröffentlichungen zeigten bereits die Richtung, in die sich das Duo entwickeln würde: technoorientierte elektronische Tanzmusik mit hypnotischen Elementen.
Frankfurt war zu dieser Zeit ein Schmelztiegel für elektronische Musik. Die Stadt hatte sich als Zentrum der deutschen Techno- und Trance-Bewegung etabliert, und Dance 2 Trance waren mittendrin. Während Rolf Ellmer, geboren am 3. Dezember 1960 in Karlsruhe, bereits Erfahrungen mit seinem anderen Projekt Jam & Spoon sammelte, brachte Dag Lerner, geboren am 2. September 1960, seine eigene Vision von tanzbarer elektronischer Musik ein. Die Chemie zwischen den beiden stimmte von Anfang an.
Das Jahr 1992 sollte alles verändern. Mit “Power of American Natives” gelang Dance 2 Trance ein Hit, der weit über die Clubszene hinausstrahlte. Entscheidend für den Erfolg war die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Sängerin Linda Rocco, die dem Track ihre kraftvolle Stimme lieh. Ursprünglich war das Stück als Instrumental konzipiert gewesen, doch erst mit Roccos Gesang entfaltete es seine volle Wirkung. Die Kombination aus treibenden Beats, ethnisch angehauchten Panflöten-Samples und den eindringlichen Vocals traf den Nerv der Zeit.
Der kommerzielle Erfolg war überwältigend. In Deutschland kletterte der Song auf Platz 9 der Charts und wurde mit Gold ausgezeichnet – rund 250.000 verkaufte Exemplare sprachen eine deutliche Sprache. In den Niederlanden erreichte “Power of American Natives” sogar Platz 2, in Finnland Platz 3. Auch in Großbritannien, wo Trance-Musik damals noch in den Kinderschuhen steckte, schaffte es der Track auf Platz 25 der Single-Charts und auf Platz 3 der Dance- und Club-Charts. Österreich, Norwegen, Spanien – überall in Europa dröhnte der charakteristische Sound aus den Lautsprechern der Clubs und aus zahlreichen Radiosendern.
Was “Power of American Natives” so besonders machte, war die gelungene Verschmelzung verschiedener Stilelemente. Die ethnischen Samples verliehen dem Track eine mystische Atmosphäre, während die treibenden Trance-Elemente für die nötige Energie auf der Tanzfläche sorgten. Diese Kombination wurde zum Markenzeichen von Dance 2 Trance und inspirierte zahlreiche andere Produzenten.
Noch im selben Jahr 1992 veröffentlichte das Duo sein Debütalbum “Moon Spirits”. Die Platte zeigte die ganze Bandbreite ihres Könnens und bewies, dass Dance 2 Trance mehr zu bieten hatten als nur einen Hit. Neben tanzbaren Tracks fanden sich auf dem Album auch experimentellere Stücke wie “Remember Exxon Valdez”, ein instrumentales Werk, das auf die gleichnamige Umweltkatastrophe anspielte. Diese politische Dimension war in der Trance-Szene eher ungewöhnlich und zeigte, dass Ellmer und Lerner auch über den Tellerrand hinausblickten.
Die Nachfolgesingles konnten zwar nicht ganz an den Megaerfolg von “Power of American Natives” anknüpfen, waren aber dennoch respektable Erfolge. “Take a Free Fall” erreichte 1993 Platz 24 in Deutschland, Platz 13 in Österreich und Platz 16 in Finnland. Der Track zeigte eine Weiterentwicklung des Dance-2-Trance-Sounds, blieb aber der bewährten Formel aus treibenden Beats und eingängigen Melodien treu. “Warrior” folgte 1994 und platzierte sich in Deutschland auf Platz 47, in der Schweiz auf Platz 42. Auch wenn diese Chartpositionen bescheidener ausfielen, blieb das Duo in der Clubszene hochgeschätzt.
Weitere Singles wie “Hello San Francisco” und “I Have a Dream (Enuf Eko?)” rundeten das Portfolio ab. Diese Tracks wurden zwar nicht zu Mainstream-Hits, fanden aber in der Trance-Community großen Anklang. Wer damals ein Webradio oder Internetradio mit Fokus auf elektronische Musik hörte, kam an Dance 2 Trance kaum vorbei. Auch heute noch laufen ihre Klassiker regelmäßig im Streaming und auf spezialisierten Online Radio Sendern.
1995 beschlossen Rolf Ellmer und Dag Lerner, getrennte Wege zu gehen. Beide wollten sich verstärkt ihren Soloprojekten widmen. Ellmer konzentrierte sich auf Jam & Spoon, das Projekt, mit dem er bereits parallel zu Dance 2 Trance große Erfolge gefeiert hatte. Hits wie “Right in the Night” machten Jam & Spoon international bekannt und zeigten Ellmers Vielseitigkeit als Produzent. DJ Dag hingegen verfolgte seine eigenen musikalischen Visionen und arbeitete an verschiedenen Solo-Veröffentlichungen.
Noch vor der endgültigen Trennung erschien 1995 das Album “Revival”, das letzte gemeinsame Werk der beiden. Es war ein würdiger Abschluss einer kurzen, aber intensiven Schaffensperiode. 1996 folgte die Kompilation “Works”, die die wichtigsten Tracks und Remixe der Dance-2-Trance-Ära zusammenfasste und für Fans eine Art musikalisches Vermächtnis darstellte.
Doch damit war die Geschichte von “Power of American Natives” noch nicht zu Ende. Der Track erwies sich als zeitlos und wurde mehrfach neu aufgelegt. 1997 und 1998 erschienen Remix-Versionen, die den Sound an den Geschmack der späten 90er Jahre anpassten. Die 1998er-Version schaffte es erneut in die Charts: Platz 59 in Deutschland, Platz 29 in Österreich und Platz 36 in Schweden. Selbst 2009 gab es noch einmal einen Remix, der bewies, dass der Track auch mehr als 15 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung nichts von seiner Faszination verloren hatte.
Dance 2 Trance mögen nur fünf Jahre aktiv gewesen sein, doch ihr Einfluss auf die Trance-Musik ist bis heute spürbar. Sie gehörten zu den Pionieren, die das Genre in Deutschland etablierten und international bekannt machten. Ihre Musik war zu einer Zeit, als elektronische Tanzmusik noch um Anerkennung kämpfte, ein Türöffner für viele nachfolgende Künstler.
Die Kombination aus treibenden Beats, hypnotischen Melodien und ethnischen Elementen wurde zu einem Blueprint für zahlreiche Trance-Produktionen der 90er Jahre. Viele DJs und Produzenten ließen sich von Dance 2 Trance inspirieren und entwickelten den Sound weiter. Die Goldene Schallplatte für “Power of American Natives” war nicht nur eine kommerzielle Auszeichnung, sondern auch eine Anerkennung für die künstlerische Leistung des Duos.
Heute sind Dance 2 Trance vor allem bei Fans der 90er-Jahre-Trance ein Begriff. Ihre Tracks laufen regelmäßig auf Retro-Partys und in entsprechenden Playlists. Wer sich für die Geschichte der elektronischen Tanzmusik interessiert, kommt an Dance 2 Trance nicht vorbei. Sie repräsentieren eine Ära, in der Trance noch roh und ungeschliffen war, aber genau deshalb eine besondere Energie besaß.
Rolf Ellmer und Dag Lerner haben mit Dance 2 Trance ein musikalisches Erbe geschaffen, das die Zeit überdauert hat. Auch wenn beide längst andere Wege eingeschlagen haben, bleibt “Power of American Natives” ein Meilenstein der Trance-Geschichte – ein Track, der Generationen von Clubgängern zum Tanzen gebracht hat und auch heute noch seine Wirkung nicht verfehlt.
Wir konnten leider keine Konzerte von Dance 2 Trance finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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