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today28.02.2026
Rahsaan Kelly ist als Rapper der britischen Jazz-Rap-Formation Us3 bekannt geworden, die Anfang der 1990er Jahre mit ihrer einzigartigen Verschmelzung von Jazz-Samples und Hip-Hop internationale Erfolge feierte. Der aus Brooklyn stammende Künstler prägte mit seiner Stimme den Welthit „Cantaloop (Flip Fantasia)”, der 1993 die Charts eroberte und Jazz-Rap einem breiten Publikum zugänglich machte.
| Künstlername | Rahsaan |
| Bürgerlicher Name | Rahsaan Kelly |
| Genre | Jazz-Rap, Acid Jazz, Hip-Hop |
| Größter Hit | Cantaloop (Flip Fantasia) |
| Geburtsort | Brooklyn, New York, USA |
| Staatsangehörigkeit | Amerikanisch |

Rahsaan Kelly war gerade einmal 17 Jahre alt, als er Teil eines musikalischen Experiments wurde, das die Grenzen zwischen Jazz und Hip-Hop neu definieren sollte. Die Londoner Produzenten Geoff Wilkinson und Mel Simpson hatten 1991 die Formation Us3 gegründet und suchten nach einer authentischen Rap-Stimme für ihr ambitioniertes Projekt. Ihre Vision war es, klassische Jazz-Aufnahmen aus dem legendären Blue Note-Katalog mit zeitgenössischem Hip-Hop zu verbinden – ein Konzept, das damals noch weitgehend unerforscht war.
Der junge Rapper aus Brooklyn brachte genau die Energie und Authentizität mit, die das Projekt brauchte. Seine Zusammenarbeit mit den britischen Produzenten war ungewöhnlich, funktionierte aber perfekt. Während Wilkinson und Simpson die musikalischen Grundlagen aus Jazz-Samples schufen, lieferte Rahsaan die urbanen Rap-Verse, die dem Sound seine Hip-Hop-Seele gaben. Diese transatlantische Kooperation sollte sich als Glücksgriff erweisen.
Als 1992 die ersten Demos von „Cantaloop (Flip Fantasia)” entstanden, ahnte noch niemand, welchen Erfolg dieser Track haben würde. Das Stück basierte auf Herbie Hancocks Jazz-Klassiker „Cantaloupe Island” von 1964 und kombinierte dessen eingängige Melodie mit frischen Rap-Versen von Rahsaan Kelly. Die Mischung war explosiv: Der organische Groove des Jazz traf auf die rhythmische Energie des Hip-Hop, und Rahsaans lockerer, aber präziser Flow gab dem Ganzen die nötige Straßenglaubwürdigkeit.
Der kommerzielle Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. 1993 veröffentlicht, kletterte „Cantaloop (Flip Fantasia)” in den USA bis auf Platz 9 der Billboard Hot 100 – eine beachtliche Leistung für einen Jazz-Rap-Track. In Großbritannien erreichte die Single bei ihrer Wiederveröffentlichung Platz 23. Das Debütalbum „Hand on the Torch” wurde zum ersten Platinalbum in der Geschichte von Blue Note Records und verkaufte über eine Million Exemplare allein in den USA. Für mehr als 500.000 verkaufte Singles erhielt der Track eine Gold-Auszeichnung durch die RIAA.
Was „Cantaloop” und die Arbeit von Rahsaan mit Us3 so besonders machte, war die respektvolle Art, wie Jazz und Hip-Hop miteinander verwoben wurden. Anders als bei vielen Sample-basierten Produktionen jener Zeit ging es nicht darum, einfach bekannte Melodien zu klauen, sondern eine echte musikalische Konversation zwischen den Genres zu schaffen. Rahsaans Rap-Verse kommentierten und ergänzten die Jazz-Samples, statt sie zu dominieren.
Die Formation hatte einen Deal mit Blue Note Records ausgehandelt, der ihnen freien Zugang zum gesamten Archiv des Labels gewährte – eine beispiellose Vereinbarung. Diese Samples wurden nicht einfach über Beats gelegt, sondern mit Live-Instrumenten und sorgfältig arrangierten Rap-Parts kombiniert. Das Ergebnis war ein Sound, der sowohl in Jazz-Clubs als auch auf Internetradio-Stationen und im Mainstream-Radio funktionierte.
Das Musikvideo zu „Cantaloop” gewann 1994 bei den Billboard Music Video Awards den Preis für den „Best New Artist Dance Clip” und trug wesentlich zur Popularität des Tracks bei. Der Song wurde zu einem Klassiker der 90er Jahre und läuft bis heute regelmäßig auf Streaming-Plattformen und in Webradio-Programmen, die sich der goldenen Ära des Jazz-Rap widmen.
Nach dem durchschlagenden Erfolg von „Hand on the Torch” entwickelte sich Us3 weiter, wobei die Besetzung mehrfach wechselte. Weitere Alben folgten: „Broadway & 52nd” (1997), „An Ordinary Day in an Unusual Place” (2001), „Questions” (2004) und viele mehr bis in die 2010er Jahre hinein. Die späteren Veröffentlichungen bewegten sich teilweise weg vom Sample-lastigen Ansatz hin zu mehr Live-Instrumentierung.
Rahsaan Kelly selbst blieb nicht dauerhaft bei Us3, und über seine weitere Karriere nach den frühen Erfolgen ist öffentlich wenig bekannt. Die Formation wurde zunehmend zum Projekt von Geoff Wilkinson, der verschiedene Rapper und Musiker für unterschiedliche Alben engagierte. Dennoch bleibt Rahsaans Beitrag zum Debütalbum unvergessen – seine Stimme ist untrennbar mit dem Sound verbunden, der Jazz-Rap in den Mainstream brachte.
Die Bedeutung von Rahsaan Kellys Arbeit mit Us3 kann kaum überschätzt werden. „Cantaloop (Flip Fantasia)” ebnete den Weg für eine ganze Generation von Künstlern, die Jazz und Hip-Hop verbinden wollten. Der Track bewies, dass intelligente, sample-basierte Musik kommerziell erfolgreich sein konnte, ohne ihre künstlerische Integrität zu verlieren.
Für viele Hörer war „Cantaloop” der erste Kontakt mit Jazz-Rap überhaupt. Der Song funktionierte als Brücke zwischen den Generationen – Jazz-Fans entdeckten Hip-Hop, und Hip-Hop-Hörer fanden Zugang zu klassischem Jazz. Diese kulturelle Vermittlerrolle macht den Track auch Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung relevant. Wer heute Online Radio hört oder durch Streaming-Dienste scrollt, stößt immer wieder auf diesen Klassiker, der nichts von seiner Frische verloren hat.
Rahsaan Kelly mag nach seinem frühen Erfolg aus dem Rampenlicht verschwunden sein, aber sein Beitrag zur Musikgeschichte bleibt bestehen. Seine lockere, aber präzise Rap-Performance auf „Cantaloop” setzte Standards für Jazz-Rap und zeigte, dass Hip-Hop mehr sein konnte als nur Beats und Reime – es konnte eine Kunstform sein, die verschiedene musikalische Traditionen respektvoll vereint. Der junge Rapper aus Brooklyn wurde so Teil einer musikalischen Revolution, die bis heute nachwirkt.
Wir konnten leider keine Konzerte von Rahsaan finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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