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today28.02.2026
Cinematic war ein deutsches Studioprojekt aus Hennef an der Sieg, das sich auf nostalgische Neuinterpretationen bekannter Filmmusiken und Schlager spezialisierte. Die Produzenten Helmuth Rüßmann und Willi Stumm schufen in den 1990er Jahren mit ihren Coverversionen einen unverwechselbaren Sound, der alte Melodien mit modernen Produktionstechniken verband. Besonders die Zusammenarbeit mit Schauspiellegende Heinz Rühmann machte das Projekt zu einem bemerkenswerten Phänomen der deutschen Popkultur.
| Künstlername | Cinematic |
| Mitglieder | Helmuth Rüßmann, Willi Stumm |
| Genre | Pop, Schlager, Filmmusik |
| Größter Hit | Unser Lied (La le lu) |
| Gründungsjahr | 1992/1993 |
| Auflösungsjahr | 1995 |
| Land | Deutschland |
| Markenzeichen | Neuinterpretationen klassischer Filmlieder mit nostalgischem Charme |

Hinter dem Namen Cinematic standen zwei erfahrene Musikproduzenten aus dem Rheinland. Helmuth Rüßmann hatte sich bereits einen Namen in der deutschen Musikszene gemacht, indem er für namhafte Künstler wie Andreas Martin, BAP und Brings produzierte. Sein Partner Willi Stumm brachte ebenfalls umfangreiche Erfahrung mit und war unter anderem an der Produktion von Wolfgang Petrys legendärer Single beteiligt. Beide teilten die Vision, klassische deutsche Film- und Schlagermelodien für ein zeitgenössisches Publikum neu zu interpretieren.
Das Duo arbeitete aus Hennef an der Sieg und entwickelte ein Konzept, das Nostalgie mit modernem Sound verband. Statt eigene Kompositionen zu schaffen, konzentrierten sie sich darauf, bereits bekannte und geliebte Melodien in einem frischen Gewand zu präsentieren. Diese Herangehensweise erwies sich als goldrichtig und traf den Nerv einer Generation, die sowohl mit den Originalen aufgewachsen war als auch moderne Produktionsweisen schätzte.
Der große Erfolg stellte sich 1993 mit der Single “Unser Lied (La le lu)” ein. Diese Neuinterpretation des Klassikers aus dem Film “Wenn der Vater mit dem Sohne” von 1955 wurde gemeinsam mit Heinz Rühmann selbst und Oliver Grimm aufgenommen. Die Verbindung zwischen der Originalstimme der Filmlegende und der modernen Produktion schuf eine einzigartige Atmosphäre, die sowohl ältere als auch jüngere Hörer ansprach. Der Song kletterte in Deutschland auf Platz 11 der Charts und hielt sich beeindruckende 22 Wochen in den Single-Charts. Auch in Österreich wurde die Single ein Erfolg und erreichte Platz 8 bei einer Chartpräsenz von 13 Wochen.
Diese Zusammenarbeit mit Heinz Rühmann war nicht nur kommerziell erfolgreich, sondern auch künstlerisch bedeutsam. Sie brachte einen der größten deutschen Filmstars der Nachkriegszeit zurück in die Charts und ermöglichte es einer neuen Generation, seine unverwechselbare Stimme zu entdecken. Die Produktion gelang es, den Charme des Originals zu bewahren und gleichzeitig einen zeitgemäßen Sound zu kreieren, der auch im Radio und auf verschiedenen Streaming-Plattformen funktionierte.
Nach dem Erfolg von “Unser Lied (La le lu)” setzte Cinematic 1994 die Zusammenarbeit mit Heinz Rühmann fort. Die Single “Ein guter Freund”, eine Neuinterpretation des Klassikers aus dem Film “Die Drei von der Tankstelle” von 1930, folgte dem bewährten Konzept. Obwohl auch dieser Song in die deutschen Charts einstieg und Platz 45 erreichte, konnte er nicht an den überwältigenden Erfolg des Vorgängers anknüpfen. Mit sechs Wochen Chartpräsenz war die Resonanz deutlich verhaltener.
Im Jahr 1995 wagte Cinematic zwei weitere Veröffentlichungen, die sich stilistisch unterschieden. “Die Made” war eine musikalische Umsetzung eines Gedichts von Heinz Erhardt, dem beliebten Komiker und Dichter. Mit “High Noon” versuchte sich das Projekt an einer Interpretation der berühmten Filmmusik aus dem Western-Klassiker “Zwölf Uhr mittags”. Beide Singles konnten jedoch weder kommerziell noch beim Publikum überzeugen und blieben ohne nennenswerte Chartplatzierungen. Die magische Formel, die 1993 so gut funktioniert hatte, schien ihre Wirkung verloren zu haben.
Nach den erfolglosen Veröffentlichungen von 1995 endete die Aktivität von Cinematic. Es gab keine offizielle Auflösung oder Abschiedstournee – das Projekt verschwand einfach aus der Öffentlichkeit. Die Gründe dafür lassen sich vermuten: Der Markt für nostalgische Neuinterpretationen war begrenzt, und ohne die charismatische Präsenz von Heinz Rühmann fehlte den späteren Singles die besondere Anziehungskraft. Zudem hatte sich der Musikgeschmack Mitte der 1990er Jahre weiterentwickelt, und andere Trends dominierten die Charts.
Helmuth Rüßmann und Willi Stumm kehrten zu ihren jeweiligen Produktionstätigkeiten zurück. Das Cinematic-Projekt blieb eine Episode in ihren Karrieren – allerdings eine durchaus erfolgreiche. Mit “Unser Lied (La le lu)” hatten sie einen Hit geschaffen, der noch heute auf Internetradio-Sendern und Nostalgie-Kanälen gespielt wird und eine ganze Ära deutscher Popkultur repräsentiert.
Obwohl Cinematic nur wenige Jahre aktiv war und lediglich vier Singles veröffentlichte, hinterließ das Projekt einen bleibenden Eindruck. Es zeigte, dass es möglich war, klassische deutsche Film- und Schlagermusik für ein modernes Publikum aufzubereiten, ohne den ursprünglichen Charme zu verlieren. Die Zusammenarbeit mit Heinz Rühmann war ein besonderer Glücksfall, der beiden Seiten nutzte: Der Filmstar erlebte ein spätes Comeback in den Charts, während Cinematic von seiner Popularität und Authentizität profitierte.
Das Konzept von Cinematic war seiner Zeit in gewisser Weise voraus. Heute sind Remakes, Samples und Neuinterpretationen ein fester Bestandteil der Musikindustrie. Was in den 1990er Jahren noch ungewöhnlich erschien, ist mittlerweile gängige Praxis. Cinematic bewies, dass Nostalgie ein kraftvolles Werkzeug sein kann, wenn sie mit Respekt vor dem Original und handwerklichem Können umgesetzt wird. Die Songs des Projekts werden weiterhin auf verschiedenen Online Radio-Kanälen gespielt und erinnern an eine Zeit, in der deutsche Filmmusik und Schlager noch selbstverständlicher Teil der Popkultur waren.
Wir konnten leider keine Konzerte von Cinematic finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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