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today28.02.2026
P.M. Dawn war ein wegweisendes Hip-Hop-Duo aus New Jersey, das Ende der 1980er Jahre von den Brüdern Attrell und Jarrett Cordes gegründet wurde. Mit ihrer einzigartigen Mischung aus sanftem Rap, Soul und psychedelischen Pop-Elementen schufen sie einen völlig neuen Sound, der die Grenzen des Hip-Hop erweiterte. Ihr größter Hit “Set Adrift on Memory Bliss” wurde 1991 zur Nummer eins in den USA und machte sie international bekannt.
| Künstlername | P.M. Dawn |
| Mitglieder | Attrell Cordes (Prince Be), Jarrett Cordes (DJ Minutemix), später Doc. G, K-R.O.K. |
| Genre | Alternative Hip-Hop, R&B, Soul, Pop |
| Größter Hit | Set Adrift on Memory Bliss |
| Gründungsjahr | 1988 |
| Land | Vereinigte Staaten |
| Markenzeichen | Träumerische Produktion, spirituelle Texte, sanfter Rap-Gesang, psychedelische Ästhetik |

Die Geschichte von P.M. Dawn begann 1988 in Jersey City, New Jersey, als die Brüder Attrell und Jarrett Cordes beschlossen, gemeinsam Musik zu machen. Attrell, der später unter dem Künstlernamen Prince Be bekannt wurde, hatte bereits in der neunten Klasse damit begonnen, als DJ zu arbeiten und eigene Songs zu komponieren. Die beiden wuchsen in einem musikalischen Umfeld auf, denn ihr Stiefvater war niemand Geringeres als George Brown, ein Gründungsmitglied der legendären Funkband Kool & the Gang. Diese frühe Nähe zur professionellen Musikszene prägte zweifellos ihre künstlerische Entwicklung.
Der Name P.M. Dawn selbst trägt eine tiefe philosophische Bedeutung. Er leitet sich von dem Gedanken ab, dass aus der dunkelsten Stunde Licht kommt – ein Konzept, das sich wie ein roter Faden durch ihre gesamte Musik zieht. Diese spirituelle und mystische Herangehensweise sollte zu einem ihrer charakteristischen Merkmale werden und sie deutlich von anderen Hip-Hop-Acts ihrer Zeit unterscheiden. Mit nur 600 Dollar, die Attrell als Nachtwächter in einem Obdachlosenheim verdient hatte, finanzierten die Brüder ihr erstes Demo. Dieser bescheidene Anfang zeugte von ihrer Entschlossenheit und ihrem Glauben an ihre Vision.
Das Jahr 1991 markierte den entscheidenden Wendepunkt in der Karriere von P.M. Dawn. Mit ihrem Debütalbum “Of the Heart, of the Soul and of the Cross: The Utopian Experience” gelang ihnen ein spektakulärer Einstieg in die Musikwelt. Die Single “Set Adrift on Memory Bliss” wurde zu einem phänomenalen Erfolg und erreichte die Spitze der US-Billboard-Charts. Der Song, der ein Sample von Spandau Ballets “True” verwendete, kombinierte Hip-Hop-Beats mit träumerischen Melodien und introspektiven Texten auf eine Weise, die damals völlig neu war.
Was “Set Adrift on Memory Bliss” so besonders machte, war seine ungewöhnliche Herangehensweise an Hip-Hop. Während viele Rap-Acts der frühen 1990er Jahre auf harte Beats und aggressive Texte setzten, wählten P.M. Dawn einen sanfteren, emotionaleren Weg. Prince Bes Gesangsstil war melodisch und fast schon verträumt, seine Texte beschäftigten sich mit Liebe, Verlust und spirituellen Themen. Der Song wurde nicht nur in den USA zur Nummer eins, sondern erreichte auch in Großbritannien Platz drei, in Neuseeland die Spitzenposition und war in zahlreichen anderen Ländern ein Top-Ten-Hit. Dieser internationale Erfolg etablierte P.M. Dawn als eine der innovativsten Acts ihrer Generation.
Nach dem durchschlagenden Erfolg ihres Debüts setzten P.M. Dawn ihre Erfolgsgeschichte fort. 1992 erschien die Single “I’d Die Without You”, die Teil des Soundtracks zum Film “Boomerang” mit Eddie Murphy war. Der Song erreichte Platz drei der Billboard Hot 100 und bewies, dass ihr Erfolg kein Eintagsflieger war. Im folgenden Jahr veröffentlichten sie ihr zweites Studioalbum “The Bliss Album…? (Vibrations of Love and Anger and the Ponderance of Life and Existence)”, dessen langer, philosophischer Titel bereits ihre künstlerische Ambition verdeutlichte.
Dieses Album brachte weitere Hits hervor, darunter “Looking Through Patient Eyes”, bei dem die britische Sängerin Cathy Dennis als Backgroundsängerin mitwirkte. Der Song wurde erneut ein Top-Ten-Hit in den USA und festigte den Ruf von P.M. Dawn als Meister emotionaler, seelenvoller Musik. Ihre Fähigkeit, ungewöhnliche Samples zu verwenden – in diesem Fall “Father Figure” von George Michael – und sie nahtlos in ihre eigene musikalische Vision zu integrieren, wurde zu einem ihrer Markenzeichen. 1992 wurden ihre Leistungen auch international anerkannt, als sie den Brit Award als Best International Newcomer gewannen.
Trotz ihrer künstlerischen Erfolge war die Karriere von P.M. Dawn nicht frei von Kontroversen und Schwierigkeiten. Eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem Rapper KRS-One sorgte für Schlagzeilen, nachdem Prince Be kritische Bemerkungen über diesen gemacht hatte. Auch geschäftliche Konflikte mit ihrem Management belasteten die Band zeitweise. Dennoch setzten sie ihre musikalische Arbeit fort und veröffentlichten 1995 das Album “Jesus Wept”, aus dem die Single “Downtown Venus” hervorging, die Platz 48 in den USA erreichte.
Die größte Herausforderung sollte jedoch Prince Bes Gesundheit werden. Attrell Cordes litt an Diabetes, und die Krankheit verschlimmerte sich im Laufe der Jahre dramatisch. 2005 erlitt er einen schweren Schlaganfall, der zu einer teilweisen Lähmung führte. Um diese Zeit verließ auch sein Bruder Jarrett die Gruppe. Ihr Cousin Gregory Lewis Carr II, bekannt als Doc. G, übernahm zunehmend die Führung der Band. Trotz seiner gesundheitlichen Probleme versuchte Prince Be, musikalisch aktiv zu bleiben, doch die Einschränkungen wurden immer größer. Weitere Alben wie “Dearest Christian, I’m So Very Sorry for Bringing You Here. Love, Dad” (1998) und “F*cked Music” (2000) erschienen, erreichten aber nicht mehr den kommerziellen Erfolg der frühen Jahre.
Am 17. Juni 2016 verstarb Attrell Cordes im Alter von nur 46 Jahren an Nierenversagen als Folge seiner langjährigen Diabeteserkrankung in Neptune City, New Jersey. Sein Tod markierte das Ende einer Ära, doch sein musikalisches Erbe lebt weiter. P.M. Dawn hatte gezeigt, dass Hip-Hop weit mehr sein konnte als harte Beats und aggressive Texte. Ihre Musik öffnete Türen für spätere Künstler, die emotionale Verletzlichkeit und spirituelle Themen in ihre Rap-Musik integrierten. Viele moderne Künstler, insbesondere im Bereich des sogenannten Emo-Rap, nennen P.M. Dawn als wichtigen Einfluss.
Nach Prince Bes Tod führte Doc. G die Gruppe weiter, und 2018 wurde K-R.O.K. als weiteres Mitglied hinzugefügt. P.M. Dawn tritt weiterhin auf und hält die Erinnerung an die innovative Musik der ursprünglichen Formation lebendig. Ihre Songs werden heute noch auf verschiedenen Plattformen gespielt, von klassischen Radiosendern bis hin zu modernen Streaming-Diensten und Internetradio-Stationen, die sich der Musik der 1990er Jahre widmen. Die träumerische, psychedelische Ästhetik ihrer Musik, kombiniert mit spirituellen und philosophischen Texten, bleibt zeitlos und inspiriert weiterhin neue Generationen von Musikliebhabern. P.M. Dawn haben bewiesen, dass künstlerische Integrität und kommerzieller Erfolg sich nicht ausschließen müssen, und ihr Beitrag zur Entwicklung des alternativen Hip-Hop kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Wir konnten leider keine Konzerte von P.M. Dawn finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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