Was (Not Was) – Steckbrief, Songs & Konzerte

today28.02.2026

Hintergrund
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Was (Not Was) ist eine experimentelle Funk- und Dance-Pop-Band aus Detroit, die 1979 von David Weiss und Don Fagenson gegründet wurde. Mit ihrem eklektischen Mix aus Funk, Rock, Jazz und satirischen Texten sowie prominenten Gastsängern schufen sie einen unverwechselbaren Sound. Ihr größter Erfolg war der Hit „Walk the Dinosaur” aus dem Jahr 1987.

Künstlername Was (Not Was)
Mitglieder Don Was, David Was, Harry Bowens, Carol Hall, Donald Ray Mitchell, Randy Jacobs, James Gadson, Rayse Biggs, David McMurray, Jamie Muhoberac
Genre Funk, Dance-Pop, Post-Disco, Rock, Jazz
Größter Hit Walk the Dinosaur
Gründungsjahr 1979
Auflösungsjahr 1992 (vorläufig), Wiedervereinigung ab 2004
Land USA
Markenzeichen Wechselnde Lead-Sänger, prominente Gastmusiker, satirische Texte

Die Anfänge in Detroit

Webradio Steckbrief - Was (Not Was)

Die Geschichte von Was (Not Was) beginnt in der Autostadt Detroit, Michigan, wo sich die Jugendfreunde David Weiss und Don Edward Fagenson 1979 zusammentaten, um etwas völlig Neues zu schaffen. Beide adoptierten die Künstlernamen David Was und Don Was, wobei der Bandname selbst auf ein amüsantes Wortspiel zurückgeht. Angeblich inspirierte Don Was’ kleiner Sohn Tony die Namensgebung, indem er Begriffe mit ihren Gegensätzen kombinierte – „Hot, not hot” wurde zu „Was (Not Was)”. Diese spielerische Herangehensweise sollte zum Markenzeichen der Band werden.

David Was brachte seine Erfahrung als Jazz-Kritiker und Journalist mit, während Don Was bereits als Studiomusiker und Produzent in Detroit aktiv war. Gemeinsam wollten sie die Grenzen zwischen verschiedenen Musikstilen aufbrechen und experimentierten von Anfang an mit einer wilden Mischung aus Funk, Disco, Jazz und Beat-Poesie. Ihre Texte waren oft politisch aufgeladen, satirisch und absurd – eine erfrischende Alternative zum Mainstream der späten Siebziger.

Das Debütalbum der Band erschien 1981 und war noch ein Underground-Erfolg. Statt selbst als Frontsänger aufzutreten, bauten die beiden ein Netzwerk talentierter Sänger auf, darunter Harry Bowens und Sweet Pea Atkinson, die mit ihren charakteristischen Stimmen den Sound der Band prägten. Dieses Konzept der wechselnden Frontsänger sollte zu einem der Markenzeichen von Was (Not Was) werden.

Experimentelle Jahre und prominente Gäste

1983 folgte das zweite Album „Born to Laugh at Tornadoes”, das die experimentelle Ausrichtung der Band noch weiter trieb. Was die Platte besonders machte, war die beeindruckende Liste prominenter Gastmusiker: Ozzy Osbourne, Mitch Ryder und sogar Jazz-Legende Mel Tormé wirkten an verschiedenen Tracks mit. Diese ungewöhnlichen Kollaborationen zeigten den Mut der Band, musikalische Grenzen zu überschreiten und Künstler aus völlig unterschiedlichen Genres zusammenzubringen.

Kommerziell blieb der Erfolg allerdings zunächst aus. Die Musik von Was (Not Was) war zu eigenwillig, zu experimentell für den Massengeschmack der frühen Achtziger. Doch genau diese Kompromisslosigkeit machte die Band zu einem Geheimtipp unter Musikkennern. Ihre Texte behandelten gesellschaftliche Themen mit einer Mischung aus Humor und Ernst, die in der damaligen Poplandschaft selten zu finden war.

Die Band tourte kontinuierlich und baute sich eine treue Fangemeinde auf, besonders in den USA und Großbritannien. Ihre Live-Shows waren bekannt für ihre Energie und Unvorhersehbarkeit, wobei die verschiedenen Sänger der Band jeweils ihre eigenen Persönlichkeiten einbrachten. Sweet Pea Atkinson, geboren als Hillard Atkinson am 20. September 1945 in Oberlin, Ohio, entwickelte sich dabei zu einer besonders prägenden Bühnenpräsenz.

Der Durchbruch mit „Walk the Dinosaur”

1988 kam dann endlich der kommerzielle Durchbruch. Das Album „What Up, Dog?” katapultierte Was (Not Was) in die Charts und brachte zwei massive Hits hervor. „Walk the Dinosaur” wurde zum größten Erfolg der Band und erreichte Platz 7 in den USA sowie die Top-10 in Großbritannien. Der Song mit seinem eingängigen Refrain und dem unwiderstehlichen Funk-Groove wurde zu einem Phänomen, das auch heute noch auf vielen Internetradio-Stationen und Streaming-Plattformen gespielt wird.

Der zweite große Hit vom Album, „Spy in the House of Love”, schaffte es ebenfalls in die Top-20 beider Länder und eroberte sogar die Spitze der US-Dance-Charts. Plötzlich war die Band, die jahrelang als zu experimentell galt, überall im Radio zu hören. Der Erfolg war süß, aber er veränderte auch die Dynamik innerhalb der Gruppe. Die Balance zwischen künstlerischem Anspruch und kommerziellem Erfolg musste neu ausgelotet werden.

Was das Album besonders machte, war die gelungene Verbindung von tanzbarem Funk mit intelligenten, oft ironischen Texten. Die Produktionsarbeit von Don Was, der parallel zu seiner Bandtätigkeit auch als gefragter Produzent für andere Künstler arbeitete, erreichte hier einen neuen Höhepunkt. Seine Fähigkeit, verschiedene musikalische Elemente zu einem kohärenten Ganzen zu verschmelzen, wurde weithin anerkannt.

Weitere Erfolge und die Auflösung

1990 veröffentlichte die Band das Album „Are You Okay?”, das an den Erfolg des Vorgängers anknüpfte. Besonders hervorzuheben ist die Coverversion von „Papa Was a Rollin’ Stone”, die Platz 12 in den UK-Charts erreichte und auch in Irland sowie den US-Dance-Charts erfolgreich war. Die Neuinterpretation des Temptations-Klassikers zeigte einmal mehr die Fähigkeit der Band, bekannte Songs auf ihre ganz eigene Art zu interpretieren.

Doch der Erfolg forderte seinen Tribut. Nach ausgedehnten Tourneen und der intensiven Arbeit an mehreren Alben löste sich Was (Not Was) 1992 vorläufig auf. Don Was konzentrierte sich zunehmend auf seine Karriere als Produzent und sollte in dieser Rolle noch größere Erfolge feiern. Er gewann mehrfach Grammy Awards, darunter den begehrten Titel „Producer of the Year” 1994. Bereits 1989 hatte er als Produzent von Bonnie Raitts Album „Nick of Time” den Grammy für „Album of the Year” gewonnen.

Kurz vor der Auflösung erschien 1992 noch die Kompilation „Hello Dad … I’m in Jail”, die den Hit „Shake Your Head” enthielt – eine weitere ungewöhnliche Kollaboration, diesmal mit Ozzy Osbourne und Schauspielerin Kim Basinger. Der Song erreichte die Top-5 in Großbritannien und war ein würdiger Abschluss dieser ersten Phase der Bandgeschichte.

Wiedervereinigung und Vermächtnis

Zwölf Jahre nach der Auflösung fanden Was (Not Was) 2004 wieder zusammen, zunächst für Live-Auftritte. Die Nachfrage nach ihrer einzigartigen Mischung aus Funk, Rock und satirischem Pop war ungebrochen. 2008 folgte mit „Boo!” sogar ein neues Studioalbum, das bewies, dass die Band nichts von ihrer Kreativität und Experimentierfreude verloren hatte.

Tragischerweise verstarb Sweet Pea Atkinson am 5. Mai 2020 in Los Angeles an einem Herzinfarkt. Sein Tod bedeutete den Verlust einer der prägendsten Stimmen der Band. Atkinson hatte mit seiner kraftvollen Bühnenpräsenz und seinem unverwechselbaren Gesangsstil maßgeblich zum Image von Was (Not Was) beigetragen. Sein Vermächtnis lebt jedoch in den Aufnahmen der Band weiter, die heute auf zahllosen Online-Radio-Stationen weltweit gespielt werden.

Das Vermächtnis von Was (Not Was) liegt in ihrer Weigerung, sich in eine Schublade stecken zu lassen. Sie bewiesen, dass intelligente, experimentelle Musik auch kommerziell erfolgreich sein kann, wenn sie mit genug Groove und Humor präsentiert wird. Ihre Bereitschaft, mit Künstlern aus völlig unterschiedlichen Genres zusammenzuarbeiten, war ihrer Zeit voraus und inspirierte zahlreiche spätere Bands. Don Was’ Arbeit als Produzent und später als Präsident von Blue Note Records zeigt, dass der Geist von Was (Not Was) – die Offenheit für verschiedene Stile und die Suche nach dem Unerwarteten – bis heute lebendig ist. Die Band bleibt ein faszinierendes Kapitel der Popmusikgeschichte, das zeigt, wie kreative Vision und musikalische Experimentierfreude zu zeitlosen Hits führen können.

Songs von Was (Not Was) im Radio

Konzerte von Was (Not Was)

Wir konnten leider keine Konzerte von Was (Not Was) finden.

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Geschrieben von: RadioMonster.FM