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today28.02.2026
M.C. Sar war das visuelle Gesicht des erfolgreichen Eurodance-Projekts M.C. Sar & The Real McCoy, das Ende der 1980er Jahre in Deutschland entstand. Hinter dem Namen verbarg sich ein faszinierendes Konzept aus Studio-Produktion und Performance, das Mitte der 1990er Jahre weltweite Charterfolge feierte. Mit Hits wie “Another Night” und “Run Away” eroberte das Projekt die internationalen Tanzflächen und wurde zu einem der erfolgreichsten deutschen Dance-Acts in den USA.
| Künstlername | M.C. Sar & The Real McCoy |
| Mitglieder | Olaf “O-Jay” Jeglitza, George Shampro Mario (M.C. Sar), Karin Kasar, Patricia “Patsy” Petersen, Vanessa Mason, Lisa Cork |
| Genre | Eurodance, Pop, Hip House, Dance |
| Größter Hit | Another Night |
| Gründungsjahr | 1989 |
| Auflösungsjahr | 1998 |
| Land | Deutschland |
| Markenzeichen | Trennung von Studio-Stimmen und visuellen Performern |

Das Projekt M.C. Sar & The Real McCoy entstand 1989 in Deutschland aus der kreativen Zusammenarbeit der Produzenten Olaf “O-Jay” Jeglitza, Frank “Quickmix” Hassas und Jürgen Wind. Die drei Musikproduzenten experimentierten mit dem aufkommenden Eurodance-Sound und verbanden Hip-Hop-Elemente mit tanzbaren Beats. Der ungewöhnliche Name des Projekts entstand, als ein Label eine Rap-Version des Technotronic-Hits “Pump Up the Jam” anforderte. Diese Cover-Version erschien unter dem Namen M.C. Sar & The Real McCoy und erreichte auf Anhieb Platz 16 in den deutschen Charts.
Was das Projekt von Anfang an besonders machte, war sein einzigartiges Konzept: Olaf Jeglitza lieferte im Studio die Rap-Parts, während George Shampro Mario als “M.C. Sar” das visuelle Gesicht wurde und bei Auftritten die Texte mimte. Patricia “Patsy” Petersen übernahm die weiblichen Gesangsparts in den Auftritten. Diese Trennung zwischen Studio-Produktion und Live-Performance war damals ungewöhnlich, sollte sich aber als erfolgreiches Konzept erweisen.
1990 erschien das Debütalbum “On the Move!” und die Single “It’s On You” wurde zum ersten großen Erfolg. Der Track erreichte nicht nur in Deutschland die Top 20, sondern eroberte auch internationale Märkte. In Spanien kletterte die Single sogar auf Platz 1, während sie in Frankreich Silberstatus mit über 200.000 verkauften Einheiten erreichte. Im Eurochart Hot 100 schaffte es “It’s On You” auf Platz 10 und etablierte M.C. Sar & The Real McCoy als ernstzunehmende Größe in der europäischen Dance-Szene.
Der Sound dieser frühen Phase war geprägt von Hip-House-Elementen, kraftvollen Rap-Einlagen und eingängigen Melodien. Die Kombination aus männlichen Rap-Parts und weiblichen Gesangshooks sollte zum Markenzeichen des Projekts werden. In dieser Zeit begannen auch erste Auftritte in Clubs und bei Festivals, wo das visuelle Konzept mit M.C. Sar als charismatischem Frontmann aufging.
Das Jahr 1993 markierte einen Wendepunkt in der Geschichte des Projekts. Mit der Veröffentlichung des Albums “Space Invaders” und der Single “Another Night” begann der internationale Durchbruch. Der Song wurde zunächst in Deutschland veröffentlicht, doch seine Strahlkraft reichte weit über die Landesgrenzen hinaus. Interessanterweise stammten die weiblichen Studio-Vocals von Karin Kasar, während Patricia Petersen weiterhin die visuelle Präsenz übernahm. Auch Olaf Jeglitza trat nun selbst als Rapper in Erscheinung und übernahm die Live-Performance seiner Parts.
Für den amerikanischen Markt wurde das Projekt aus kommerziellen Gründen in “Real McCoy” umbenannt. Das Album “Another Night” war im Grunde eine überarbeitete Version von “Space Invaders” für den US-Markt. Diese Strategie zahlte sich aus: “Another Night” erreichte Platz 3 in den Billboard Hot 100 und hielt sich wochenlang in den Charts. In Australien eroberte der Song sogar die Spitzenposition, während er in Großbritannien Platz 2 erreichte. Die Single wurde in den USA mit Platin ausgezeichnet und entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Dance-Titel aus Deutschland in Amerika.
Der Erfolg setzte sich mit “Run Away” fort, das 1994 ebenfalls Platz 3 in den USA erreichte und Gold-Status erhielt. In Großbritannien kam die Single auf Platz 6, und in zahlreichen europäischen Ländern schaffte sie es in die Top 10. Das Projekt war nun endgültig zu einem globalen Phänomen geworden. Weitere Singles wie “Automatic Lover (Call for Love)”, “Come and Get Your Love” und “Love & Devotion” festigten den Status als Eurodance-Giganten.
Die Mitte der 1990er Jahre brachte nicht nur Chart-Erfolge, sondern auch zahlreiche Auszeichnungen. 1995 erhielt Real McCoy den Billboard Music Award als “New Artist of the Year”, was die Bedeutung des Projekts für den amerikanischen Markt unterstrich. Im selben Jahr folgte der Comet in der Kategorie Dance Act, und 1996 wurde das Projekt mit dem Echo Pop als “Künstler national im Ausland” geehrt. Diese Auszeichnungen spiegelten wider, wie erfolgreich es gelungen war, deutschen Dance-Sound international zu etablieren.
Wer damals Internetradio oder Streaming-Dienste genutzt hätte, wäre um die Hits von Real McCoy nicht herumgekommen – doch die Verbreitung erfolgte hauptsächlich über klassisches Radio und Musikfernsehen. Die Videos liefen in Dauerschleife auf MTV und VIVA, und die eingängigen Melodien machten die Songs zu Favoriten in Diskotheken weltweit. Insgesamt verkaufte Real McCoy über 4 Millionen Tonträger weltweit, eine beeindruckende Zahl für ein deutsches Dance-Projekt.
1997 erschien das Album “One More Time”, doch der Erfolg konnte nicht mehr an die Höhepunkte der vorangegangenen Jahre anknüpfen. Der Eurodance-Boom begann abzuebben, und neue musikalische Strömungen eroberten die Charts. Auch personelle Veränderungen prägten diese Phase: Vanessa Mason und später Lisa Cork übernahmen die weiblichen Gesangsparts, während Patricia Petersen das Projekt verließ. Die Chemie und der Zeitgeist, die den früheren Erfolg ausgemacht hatten, ließen sich nicht mehr vollständig reproduzieren.
1998 gab das Projekt die offizielle Trennung bekannt. Olaf Jeglitza kehrte nach Berlin zurück, wo er weiterhin als Produzent aktiv blieb. In den folgenden Jahren gab es immer wieder Revival-Aktivitäten und Reunion-Auftritte, bei denen die alten Hits für nostalgische Fans gespielt wurden. Das Erbe von M.C. Sar & The Real McCoy lebt bis heute weiter – die Songs werden regelmäßig in Webradio-Programmen gespielt, die sich auf 90er-Jahre-Dance spezialisiert haben, und erinnern an eine Ära, in der Eurodance die Tanzflächen der Welt beherrschte.
Die Geschichte von M.C. Sar zeigt eindrucksvoll, wie ein cleveres Konzept aus Studio-Produktion und visueller Performance zum internationalen Erfolg führen kann. Die Trennung zwischen den eigentlichen Stimmen und den sichtbaren Performern mag heute ungewöhnlich erscheinen, war aber Teil einer Strategie, die aufging. Mit “Another Night” schufen sie einen zeitlosen Dance-Klassiker, der auch Jahrzehnte später noch für gute Stimmung sorgt und die goldene Ära des Eurodance repräsentiert.
Wir konnten leider keine Konzerte von M.C.Sar finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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