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today28.02.2026
Nomad war ein britisches Dance-Projekt der späten 1980er und frühen 1990er Jahre, das mit seinem Superhit “(I Wanna Give You) Devotion” weltweit die Tanzflächen eroberte. Hinter dem Namen verbarg sich ein kreatives Team um den walisischen Produzenten Damon Rochefort, dessen Name rückwärts gelesen den Projektnamen ergab. Mit einer Mischung aus House-Beats, Soul-Gesang und Rap-Elementen prägte Nomad den Sound der damaligen Clubkultur.
| Künstlername | Nomad |
| Mitglieder | Damon Rochefort, Steve McCutcheon (Steve Mac), Sharon D. Clarke, MC Mikee Freedom |
| Genre | House, Dance, Hip-House |
| Größter Hit | (I Wanna Give You) Devotion |
| Gründungsjahr | Ende 1980er (ca. 1989) |
| Land | Vereinigtes Königreich |
| Markenzeichen | Kombination aus weiblichem Soul-Gesang und Rap-Parts, tanzbare House-Beats |

Ende der 1980er Jahre brodelte die britische Clubszene vor kreativer Energie. In dieser aufregenden Zeit gründete der aus Cardiff stammende Damon Rochefort ein Musikprojekt, das er mit einem cleveren Wortspiel nach sich selbst benannte: Nomad, sein Vorname rückwärts gelesen. Der 1965 in Wales geborene Produzent und Songwriter hatte eine klare Vision – er wollte tanzbare House-Musik schaffen, die gleichzeitig eingängig und innovativ sein sollte.
Rochefort holte sich für sein Vorhaben talentierte Mitstreiter ins Boot. Der junge Steve McCutcheon, später als Steve Mac bekannt und 1972 in Surrey geboren, stieg als Songwriter und Co-Produzent ein. Die kraftvolle Stimme lieferte Sharon Delores Clarke, eine am 12. August 1966 in Enfield, London geborene Sängerin mit beeindruckender Bühnenpräsenz. Für die Rap-Parts gewann Rochefort MC Mikee Freedom aus der Bristol-Szene.
Die erste Veröffentlichung des Projekts war 1989 “The Raggamuffin Number” in Zusammenarbeit mit Daddae Harvey. Obwohl dieser Track noch keine großen kommerziellen Wellen schlug, zeigte er bereits die musikalische Richtung an, die Nomad einschlagen würde: eine Verschmelzung verschiedener Stile zu einem tanzbaren Ganzen.
1990 gelang Nomad der große Wurf. “(I Wanna Give You) Devotion” wurde zur Hymne in den Clubs Europas und darüber hinaus. Der Track kombinierte Sharon Clarkes souligen, emotionalen Gesang perfekt mit den rhythmischen Rap-Einlagen von MC Mikee Freedom, unterlegt von einem unwiderstehlichen House-Beat. Diese Mischung traf den Nerv der Zeit und machte das Stück zu einem der definierenden Dance-Tracks der frühen 1990er Jahre.
Die Zahlen sprechen für sich: In Griechenland erreichte “Devotion” die Spitze der Charts, ebenso in den US Billboard Dance Club Play Charts. In Großbritannien kletterte der Song bis auf Platz 2 und verfehlte nur knapp die Nummer eins. Auch in zahlreichen anderen europäischen Ländern wie Österreich, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden, Spanien, Luxemburg und Irland landete der Track in den Top-10 oder Top-20. Wer damals ein Internetradio oder einen Clubbesuch genoss, kam an diesem Song nicht vorbei.
Der Erfolg von “Devotion” katapultierte Nomad in die erste Liga der Dance-Acts. Der Song wurde zu einem Klassiker, der auch heute noch regelmäßig im Streaming und auf Radiosendern läuft, die sich der Musik der 90er Jahre verschrieben haben.
Auf der Welle des Erfolgs veröffentlichte Nomad 1991 ihr einziges Studioalbum “Changing Cabins”. Die Platte enthielt neben dem Superhit weitere tanzbare Tracks, die das charakteristische Sound-Konzept des Projekts fortsetzten. Im selben Jahr erschien die Single “Just a Groove”, die ebenfalls erfolgreich war und in Großbritannien Platz 16 erreichte. In Belgien, Griechenland, den Niederlanden und der Schweiz schaffte es der Song sogar in die Top-10 und bewies, dass Nomad mehr als ein One-Hit-Wonder war.
Weitere Singles folgten: “Something Special” kam 1991 heraus, erreichte aber mit Platz 73 in UK nur noch bescheidene Chartpositionen. 1992 erschienen “Your Love Is Lifting Me” und “24 Hours a Day”, die jedoch nicht mehr an die früheren Erfolge anknüpfen konnten. Die Aufmerksamkeit des Publikums schwand allmählich, und neue Dance-Acts drängten auf den Markt.
Ein zweites Album mit dem Arbeitstitel “Different Drum” wurde zwar diskutiert und geplant, erschien jedoch nie. Die kreative Phase von Nomad als aktives Projekt neigte sich dem Ende zu. 1995 gab es noch einmal einen Versuch, an alte Erfolge anzuknüpfen: Eine neue Remix-Version von “Devotion” wurde veröffentlicht und erreichte immerhin noch Platz 42 in den britischen Charts. Auch 2003 und 2006 erschienen weitere Remixe des Klassikers, doch das Projekt selbst blieb inaktiv.
Die Mitglieder von Nomad gingen nach der aktiven Phase des Projekts sehr unterschiedliche Wege. Damon Rochefort, der kreative Kopf und Initiator, wandte sich ab Mitte der 1990er Jahre verstärkt dem Fernsehen zu. Er arbeitete als Drehbuchautor und Produzent für bekannte britische Serien wie “Birds of a Feather” und “Coronation Street” und schuf verschiedene TV-Formate. Der gebürtige Waliser lebt zwischen London und Somerset und hat sich einen Namen in der britischen Unterhaltungsindustrie gemacht.
Steve McCutcheon, besser bekannt als Steve Mac, entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Songwriter und Produzenten der Musikindustrie. Nach seiner Zeit bei Nomad schrieb und produzierte er zahlreiche Nummer-1-Hits für internationale Superstars wie Ed Sheeran, Westlife, One Direction und viele andere. Seine Arbeit wurde mit mehreren Auszeichnungen gewürdigt, darunter der Titel “Producer of the Year” bei den Brit Awards. Der in Surrey geborene Musiker hat damit eine beeindruckende Karriere hingelegt, die weit über die Nomad-Jahre hinausgeht.
Sharon D. Clarke schlug einen ebenso bemerkenswerten Weg ein, allerdings auf der Theaterbühne. Die in Enfield geborene Künstlerin wurde zu einer gefeierten Musical- und Theaterschauspielerin und gewann mehrere prestigeträchtige Laurence Olivier Awards. Ihre Leistungen wurden 2017 mit der Ernennung zum MBE (Member of the Order of the British Empire) geehrt. Sie erhielt sogar eine Grammy-Nominierung im Musical-Bereich und zählt heute zu den angesehensten Darstellerinnen der britischen Theaterwelt.
Obwohl Nomad als aktives Projekt nur wenige Jahre existierte, hinterließ die Formation einen bleibenden Eindruck in der Dance-Musik-Geschichte. “(I Wanna Give You) Devotion” gehört zu jenen Songs, die eine ganze Ära definieren und bis heute auf Partys, in Clubs und im Radio für Stimmung sorgen. Die Kombination aus eingängigen Melodien, tanzbaren Beats und der Verschmelzung verschiedener musikalischer Elemente war wegweisend für viele nachfolgende Dance-Produktionen.
Die Geschichte von Nomad zeigt auch, wie vielfältig die Wege sein können, die Künstler nach einem gemeinsamen Projekt einschlagen. Während Damon Rochefort ins Fernsehen wechselte, Steve Mac zu einem der gefragtesten Hitproduzenten wurde und Sharon D. Clarke auf der Theaterbühne triumphierte, bleibt ihr gemeinsames musikalisches Werk ein Zeitdokument der frühen 90er Jahre. Das Projekt mag keine lange Lebensdauer gehabt haben, doch die Qualität und der Erfolg ihrer Musik sprechen für sich. Für Fans der damaligen Clubkultur und alle, die gute Dance-Musik schätzen, bleibt Nomad ein Begriff – ein Name, der für mitreißende Beats und unvergessliche Tanzflächen-Momente steht.
Wir konnten leider keine Konzerte von Nomad finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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