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today28.02.2026
Tom Tom Club ist ein legendäres New-Wave-Projekt, das 1981 von den Talking-Heads-Mitgliedern Chris Frantz und Tina Weymouth gegründet wurde. Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Funk, Reggae und elektronischen Tanzrhythmen prägten sie die Club-Szene der frühen 1980er Jahre nachhaltig. Ihr innovativer Sound und Hits wie “Wordy Rappinghood” und “Genius of Love” machten sie zu Pionieren, die Hip-Hop-Elemente in die Popmusik integrierten.
| Künstlername | Tom Tom Club |
| Mitglieder | Chris Frantz, Tina Weymouth, Bruce Martin, Victoria Clamp, Pablo Martin |
| Genre | New Wave, Funk, Synth-Pop, Post-Disco, Dance |
| Größter Hit | Genius of Love |
| Gründungsjahr | 1981 |
| Land | USA |
| Markenzeichen | Mix aus Funk, Reggae und Rap-Elementen, tanzbarer Groove |

Als die Talking Heads nach ihrem bahnbrechenden Album “Remain in Light” eine kreative Pause einlegten, nutzten Chris Frantz und Tina Weymouth die Gelegenheit für ein eigenes musikalisches Abenteuer. Das Ehepaar zog sich 1981 ins legendäre Compass Point Studio auf den Bahamas zurück, wo sie in entspannter karibischer Atmosphäre ihre ersten Aufnahmen machten. Der Name “Tom Tom Club” stammte von einem lokalen Club auf den Inseln und sollte die lockere, tanzbare Atmosphäre widerspiegeln, die das Projekt prägte.
Die Sessions in den Bahamas waren von Anfang an von einer spielerischen Experimentierfreude geprägt. Frantz und Weymouth luden Freunde und Familienangehörige ein, darunter Tinas Schwestern Laura und Lani, die bei den Aufnahmen mitwirkten. Diese ungezwungene Herangehensweise unterschied sich deutlich von der intellektuellen Strenge der Talking Heads und erlaubte dem Duo, musikalische Territorien zu erkunden, die in ihrer Hauptband keinen Platz gefunden hätten. Die Verbindung von karibischen Rhythmen, Funk-Basslinien und elektronischen Elementen sollte zum Markenzeichen des Tom Tom Club werden.
Das selbstbetitelte Debütalbum “Tom Tom Club” erschien 1981 und wurde sofort zu einem überraschenden Erfolg. Die erste Single “Wordy Rappinghood” eroberte die Charts im Sturm und erreichte Platz 7 in Großbritannien, Platz 1 in Belgien und Platz 2 in den Niederlanden. Der Song war revolutionär in seiner Verwendung von Sprechgesang und Rap-artigen Elementen, lange bevor Hip-Hop zum Mainstream wurde. Die minimalistische Produktion mit ihrem treibenden Bassgroove und den experimentellen Vokal-Collagen machte “Wordy Rappinghood” zu einem Favoriten in den Clubs weltweit.
Noch einflussreicher sollte sich jedoch die zweite Single “Genius of Love” erweisen. Der Track erreichte Platz 1 in den US-Dance-Charts und Platz 31 in den Billboard Hot 100. Was “Genius of Love” jedoch wirklich legendär machte, war sein nachhaltiger Einfluss auf die Musikgeschichte. Der Song wurde zu einem der meistgesampelten Tracks überhaupt und bildete die Grundlage für unzählige Hip-Hop- und Pop-Hits, darunter Mariah Careys “Fantasy” und Mark Morrisons “Return of the Mack”. Die entspannte Groove-Struktur und die eingängige Bassline von Tina Weymouth wurden zum Goldstandard für tanzbare Popmusik.
Das Album enthielt auch eine charmante Coverversion von “Under the Boardwalk”, die 1982 als Single veröffentlicht wurde und die Top 30 in Großbritannien erreichte. Mit diesem Debüt hatten Tom Tom Club bewiesen, dass sie weit mehr waren als nur ein Nebenprojekt – sie waren eine eigenständige kreative Kraft mit einem unverwechselbaren Sound.
Nach dem überwältigenden Erfolg ihres Debüts veröffentlichte Tom Tom Club 1983 ihr zweites Album “Close to the Bone”. Obwohl es kommerziell nicht an den Vorgänger anknüpfen konnte, zeigte es die künstlerische Weiterentwicklung des Duos. Songs wie “The Man with the Four Way Hips” fanden vor allem in den US-Dance- und Urban-Charts Anklang. Das Album experimentierte stärker mit elektronischen Klängen und zeigte, dass Frantz und Weymouth nicht bereit waren, einfach ihre erfolgreiche Formel zu wiederholen.
Es folgte eine längere Pause, bevor 1988 “Boom Boom Chi Boom Boom” erschien. Dieses Album reflektierte die veränderte Musiklandschaft der späten 1980er Jahre mit verstärktem Einsatz von Synthesizern und Drum-Machines. 1992 kam “Dark Sneak Love Action” heraus, das noch elektronischer klang und die Entwicklung der Clubmusik jener Zeit widerspiegelte. Beide Alben fanden bei Kritikern Anerkennung, erreichten aber nicht die kommerzielle Durchschlagskraft der frühen Werke.
Nach einer weiteren längeren Schaffenspause meldete sich das Projekt im Jahr 2000 mit “The Good, the Bad, and the Funky” zurück. Das Album zeigte, dass Tom Tom Club ihren charakteristischen Groove nicht verloren hatten, auch wenn sich die Musikwelt um sie herum dramatisch verändert hatte. 2012 folgte mit “Downtown Rockers” das bislang letzte Studioalbum, das bewies, dass die kreative Partnerschaft von Frantz und Weymouth auch nach mehr als drei Jahrzehnten lebendig blieb.
Parallel zu ihrer Musikkarriere schufen Chris Frantz und Tina Weymouth in Fairfield, Connecticut, einen besonderen kreativen Rückzugsort. Das “Clubhouse” diente nicht nur als Aufnahmestudio, sondern auch als Kunstatelier und Veranstaltungsort. Hier entstanden die Live-Alben “Live @ the Clubhouse” (2003) und “Genius of Live” (2010), die die Energie ihrer Konzerte einfingen und zeigten, dass ihre Songs auch Jahrzehnte nach ihrer Entstehung nichts von ihrer Tanzbarkeit verloren hatten.
Das Clubhouse wurde zum Symbol für die DIY-Ethik des Paares. Fernab vom Trubel der Musikindustrie konnten sie hier in ihrem eigenen Tempo arbeiten und ihre künstlerische Vision ohne Kompromisse verwirklichen. Diese Unabhängigkeit ermöglichte es Tom Tom Club, über die Jahre aktiv zu bleiben, ohne dem Druck ausgesetzt zu sein, ständig kommerzielle Erfolge liefern zu müssen. Wer heute über Streaming-Dienste oder Internetradio ihre Musik entdeckt, hört den Klang dieser kreativen Freiheit.
Die Bedeutung von Tom Tom Club für die Popmusikgeschichte kann kaum überschätzt werden. Als Mitglieder der Talking Heads wurden Chris Frantz und Tina Weymouth 2002 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, doch ihr Einfluss durch Tom Tom Club reicht weit über diese Anerkennung hinaus. Sie gehörten zu den ersten Künstlern, die Rap- und Hip-Hop-Elemente organisch in die New-Wave- und Popmusik integrierten und damit den Weg für unzählige spätere Künstler ebneten.
Die Sampling-Kultur des Hip-Hop verdankt Tom Tom Club enorm viel. “Genius of Love” allein wurde in über hundert verschiedenen Songs verwendet, gesampelt oder neu interpretiert. Von Grandmaster Flash über Will Smith bis zu modernen Produzenten – die DNA dieses Tracks findet sich in der gesamten Popmusikgeschichte. Diese anhaltende Relevanz zeigt sich auch darin, dass ihre Musik regelmäßig in Filmen, Werbung und natürlich im Radio zu hören ist.
Tom Tom Club besteht bis heute, auch wenn die Aktivität in den letzten Jahren nachgelassen hat. Die aktuelle Besetzung umfasst neben Frantz und Weymouth auch Bruce Martin, Victoria Clamp und Pablo Martin. Über die Jahrzehnte wirkten zahlreiche talentierte Musiker am Projekt mit, darunter Adrian Belew, Mystic Bowie und viele andere. Diese offene, kollaborative Herangehensweise war immer Teil der Philosophie von Tom Tom Club.
Das Erbe des Projekts zeigt sich nicht nur in Chartplatzierungen und Auszeichnungen, sondern vor allem in der Art, wie es Musikstile miteinander verschmolz. Die Kombination aus Tina Weymouths markanten Basslinien, Chris Frantz’ präzisem Schlagzeugspiel und ihrer gemeinsamen Vision eines tanzbaren, experimentellen Pops schuf einen Sound, der zeitlos geblieben ist. Für DJs, Produzenten und Musiker aller Genres bleibt Tom Tom Club eine unerschöpfliche Inspirationsquelle – ein Beweis dafür, dass echte Innovation nie aus der Mode kommt.
Wir konnten leider keine Konzerte von Tom Tom Club finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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