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today28.02.2026
DNA ist ein britisches Musikproduktionsduo aus Bath, Somerset, das Ende der 1980er Jahre gegründet wurde und vor allem durch seinen legendären Remix von Suzanne Vegas „Tom’s Diner” weltberühmt wurde. Nick Batt und Neal Slateford schufen mit ihrer innovativen Verbindung von A-capella-Vocals und elektronischen Dance-Beats einen Sound, der die frühen 1990er Jahre prägte. Ihr größter Erfolg machte sie zu Pionieren der Remix-Kultur und beeinflusste nachhaltig die elektronische Tanzmusik.
| Künstlername | DNA |
| Mitglieder | Nick Batt, Neal Slateford |
| Genre | Electronic Dance, Pop-Remix, Breakbeat |
| Größter Hit | Tom’s Diner (DNA Remix feat. Suzanne Vega) |
| Gründungsjahr | 1988 |
| Land | Vereinigtes Königreich |
| Markenzeichen | A-capella-Vocals mit elektronischen Beats |

Die Geschichte von DNA beginnt in der beschaulichen englischen Stadt Bath, wo sich Nick Batt und Neal Slateford Ende der 1980er Jahre zusammenfanden, um gemeinsam Musik zu produzieren. Beide teilten die Leidenschaft für elektronische Klänge und die aufkommende Dance-Kultur, die damals England eroberte. Inspiriert von Acts wie Soul II Soul begannen sie zu experimentieren, wie man traditionelle Songstrukturen mit modernen elektronischen Beats verbinden könnte.
Ihr großer Moment kam 1990, als sie auf Suzanne Vegas A-capella-Version von „Tom’s Diner” stießen. Das ursprünglich minimalistische Lied, das Vegas charakteristische Stimme in ihrer reinsten Form präsentierte, bot die perfekte Grundlage für ihre Vision. Die beiden Produzenten unterlegten die unbegleitete Gesangsspur mit einem pulsierenden Dance-Beat, treibenden Basslinien und elektronischen Elementen. Das Ergebnis war revolutionär – eine perfekte Symbiose aus organischer Stimme und maschineller Präzision.
Interessanterweise wurde der Remix zunächst als Bootleg unter dem Titel „Oh Suzanne” ohne offizielle Genehmigung veröffentlicht. Die illegale Version verbreitete sich rasend schnell in den Clubs und auf den Tanzflächen Europas. Als Suzanne Vega und ihr Label A&M Records vom Erfolg des Remixes erfuhren, entschieden sie sich klugerweise, das Stück offiziell zu veröffentlichen, anstatt rechtliche Schritte einzuleiten. Diese Entscheidung sollte sich als goldrichtig erweisen.
Der offizielle Release von „Tom’s Diner” entwickelte sich zu einem der größten Dance-Hits der frühen 1990er Jahre. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg erreichte der Song jeweils die Spitze der Charts. In Großbritannien kletterte er bis auf Platz zwei, in den USA immerhin auf Platz fünf. Auch in zahlreichen anderen Ländern wie Irland, Italien, Frankreich und den Niederlanden stürmte der Track die oberen Chartregionen.
Der kommerzielle Erfolg war überwältigend, doch finanziell profitierten DNA selbst nur begrenzt davon. In späteren Interviews enthüllten die beiden Produzenten, dass sie lediglich etwa 4.000 britische Pfund für ihre Arbeit an diesem Welthit erhielten – eine erstaunlich geringe Summe angesichts der Millionen, die der Song weltweit einspielte. Diese Erfahrung verdeutlicht die oft ungerechte Verteilung von Einnahmen in der Musikindustrie, besonders wenn es um Remixarbeiten geht.
Dennoch öffnete der Erfolg DNA viele Türen. Sie erhielten eine DMC-Auszeichnung für den „Best Dance Remix” in Großbritannien und etablierten sich als gefragte Remixer in der Musikszene. Ihr charakteristischer Stil – das Kombinieren von klaren, unverfälschten Vocals mit kraftvollen elektronischen Arrangements – wurde zu ihrem Markenzeichen und beeinflusste eine ganze Generation von Produzenten.
Nach dem durchschlagenden Erfolg von „Tom’s Diner” versuchten DNA, an diesen Triumph anzuknüpfen. 1990 veröffentlichten sie die Single „La Serenissima”, die im Vereinigten Königreich Platz 34 erreichte und moderate Erfolge in einigen europäischen Ländern verzeichnete. Obwohl der Song nicht an den Erfolg ihres Debüts heranreichte, zeigte er doch die Vielseitigkeit des Duos.
1992 erschien ihr Album „Taste This”, das verschiedene Kollaborationen mit unterschiedlichen Sängerinnen und Sängern enthielt. Die Single „Can You Handle It?” mit Sharon Redd erreichte Platz 17 in den britischen Charts und wurde auch in Australien und anderen Märkten gespielt. Der Song demonstrierte erneut DNAs Fähigkeit, kraftvolle Vocals mit tanzbaren Beats zu verbinden. Weitere Singles wie „Blue Love (Call My Name)” mit Jo Nye folgten, konnten jedoch nicht mehr die gleiche kommerzielle Durchschlagskraft entwickeln.
DNA arbeiteten auch weiterhin mit Suzanne Vega zusammen und produzierten 1991 einen Remix von „Rusted Pipe” sowie im Jahr 2000 einen Radio-Mix von „Rosemary”. Diese Zusammenarbeit zeigte die gegenseitige Wertschätzung zwischen der Künstlerin und den Produzenten, die mit ihrem ersten gemeinsamen Projekt Musikgeschichte geschrieben hatten.
Ein weiterer bedeutender Erfolg gelang DNA 1997 mit ihrem Remix von Loreena McKennitts „The Mummers’ Dance”. Diese Bearbeitung erreichte die Nummer eins der US-Billboard Airplay-Charts und bewies, dass das Duo auch Jahre nach ihrem Durchbruch noch in der Lage war, kommerzielle Hits zu produzieren. Der Remix zeigte eine reifere, subtilere Herangehensweise an die Remixarbeit und unterstrich DNAs Entwicklung als Produzenten.
Eine faszinierende Fußnote in der Geschichte von „Tom’s Diner” ist dessen Rolle bei der Entwicklung des MP3-Formats. Die A-capella-Version von Suzanne Vegas Song wurde von Karlheinz Brandenburg, einem der Entwickler der MP3-Technologie, häufig als Referenz für Kompressionsalgorithmen verwendet. Die Klarheit und Begrenztheit der unbegleiteten Stimme machte das Lied ideal, um die Qualität verschiedener Kompressionseinstellungen zu testen. Aus diesem Grund wird Suzanne Vega manchmal scherzhaft als „Mutter des MP3″ bezeichnet – ein Titel, der indirekt auch DNA mit einschließt, deren Remix das Lied erst wieder ins öffentliche Bewusstsein brachte.
Diese technologische Verbindung ist besonders ironisch, wenn man bedenkt, dass DNA selbst Pioniere in der Anwendung digitaler Produktionstechniken waren. Ihre Arbeit stand am Übergang von analoger zu digitaler Musikproduktion und nutzte die damals neuesten Sampling- und Sequencing-Technologien. In gewisser Weise waren sie Vorreiter einer Entwicklung, die die gesamte Musikindustrie transformieren sollte.
Der Einfluss von DNA auf die Remix-Kultur kann kaum überschätzt werden. Sie demonstrierten, dass ein Remix nicht nur eine Neuauflage eines bestehenden Songs sein musste, sondern eine eigenständige künstlerische Leistung darstellen konnte. Ihr Ansatz, minimale Ausgangsmaterialien – in diesem Fall nur eine Gesangsspur – zu nehmen und daraus etwas völlig Neues zu schaffen, inspirierte unzählige Produzenten und ist heute auf vielen Streaming-Plattformen und im Internetradio noch immer präsent.
Nach 1998 ließ die gemeinsame Aktivität von DNA als Duo deutlich nach. Beide Mitglieder schlugen unterschiedliche Wege ein, blieben aber der Musikbranche in verschiedenen Formen verbunden. Nick Batt entwickelte eine erfolgreiche Karriere in der Musiktechnologie-Branche und arbeitete intensiv mit der britischen Band Goldfrapp zusammen. Für das Co-Writing des Songs „Strict Machine” erhielt er einen prestigeträchtigen Ivor Novello Award, eine der höchsten Auszeichnungen in der britischen Musikindustrie. Batt betreibt zudem die Plattform SonicState, die sich mit Synthesizern und Musikproduktion beschäftigt und in der Community einen exzellenten Ruf genießt.
Neal Slateford wandte sich nach der aktiven DNA-Phase verstärkt unternehmerischen Projekten außerhalb der Musikproduktion zu. Über seine späteren Aktivitäten ist weniger öffentlich bekannt, was typisch für viele Produzenten ist, die lieber im Hintergrund arbeiten als im Rampenlicht zu stehen. Beide leben vermutlich noch immer in der Region Bath, wo alles begann.
Obwohl DNA nie offiziell aufgelöst wurde, gibt es seit Ende der 1990er Jahre keine nennenswerten gemeinsamen Produktionen mehr. Dennoch bleibt ihr Einfluss auf die elektronische Tanzmusik unbestritten. Ihr innovativer Ansatz, akustische Elemente mit elektronischen Beats zu verschmelzen, wurde zum Standard in der Dance- und Pop-Musik. Zahlreiche moderne Produzenten zitieren DNA als Inspiration, und „Tom’s Diner” wird bis heute in Clubs, auf Webradio-Stationen und Streaming-Diensten weltweit gespielt.
Die Geschichte von DNA ist die Geschichte zweier visionärer Produzenten, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und den Mut hatten, Grenzen zu überschreiten. Ihr größter Hit entstand aus einem illegalen Bootleg, wurde zum weltweiten Phänomen und half nebenbei, eine Technologie zu perfektionieren, die die gesamte Musikindustrie revolutionieren sollte. Auch wenn ihre aktive Zeit als Duo relativ kurz war, haben Nick Batt und Neal Slateford als DNA einen bleibenden Fußabdruck in der Musikgeschichte hinterlassen.
Wir konnten leider keine Konzerte von DNA finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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