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today28.02.2026
Rollergirl ist das Dance-Pop-Projekt der deutschen Sängerin Nicole Safft, die Ende der 1990er Jahre mit eingängigen Coverversionen bekannter Popsongs internationale Erfolge feierte. Ihr größter Hit “Dear Jessie” machte sie weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Nach einer kurzen, aber intensiven Karriere zog sie sich 2002 aus dem Musikgeschäft zurück.
| Künstlername | Rollergirl |
| Bürgerlicher Name | Nicole Safft |
| Genre | Eurodance, Dance-Pop |
| Größter Hit | Dear Jessie |
| Geburtsdatum | 19. November 1975 |
| Geburtsort | Lünen, Nordrhein-Westfalen |
| Staatsangehörigkeit | Deutsch |
| Sternzeichen | Skorpion |
| Markenzeichen | Dance-Coverversionen bekannter Popsongs |
Nicole Safft wuchs in Lünen im Ruhrgebiet auf und war bereits als Kind leidenschaftliches Mitglied in einem Rollschuhclub. Diese frühe Begeisterung für den Sport sollte später namensgebend für ihr Künstlerprojekt werden. Während eines Urlaubs auf Mallorca wurde die junge Nicole vom renommierten Musikproduzenten Alex Christensen entdeckt, der zu dieser Zeit bereits durch seine Arbeit mit U96 und anderen Dance-Acts bekannt war. Christensen erkannte ihr Potenzial und lud sie zu Probeaufnahmen ein.
Der Künstlername Rollergirl war eine direkte Hommage an die von Heather Graham verkörperte Figur aus dem Film “Boogie Nights”. Interessanterweise war das Projekt von Anfang an ungewöhnlich konzipiert: Während Nicole Safft die Stimme lieferte, sollte zunächst eine andere Frau namens Julie Pecquet als visuelles Gesicht des Projekts in Videos und bei öffentlichen Auftritten erscheinen. In Großbritannien trat Nicole zeitweise sogar unter dem Pseudonym Nicci Juice auf. Diese Trennung von Stimme und visuellem Erscheinungsbild war in der Dance-Szene der späten 1990er Jahre durchaus nicht unüblich, sorgte aber später für Verwirrung bei Fans.
Im Jahr 1999 startete Rollergirl mit der Single “E-Cyas Are U Real?” durch. Der eigentliche Durchbruch gelang jedoch mit der zweiten Single “Dear Jessie”, einer tanzbaren Neuinterpretation des Madonna-Klassikers von 1989. Alex Christensen verpasste dem Song einen frischen Eurodance-Sound, der perfekt in die Zeit passte. Die Single entwickelte sich zu einem internationalen Erfolg und erreichte in Deutschland Platz 13, wo sie sich 19 Wochen in den Charts hielt. In Norwegen kletterte der Song sogar auf Platz 10, in Großbritannien auf Platz 22. Der Track wurde in zahlreichen europäischen Ländern zum Hit und läuft bis heute regelmäßig auf Internetradio-Sendern, die sich auf die Musik der 90er Jahre spezialisiert haben.
Noch im selben Jahr folgte “Luv U More”, ein Cover des Sunscreem-Hits, das ebenfalls die Charts eroberte und in Deutschland Platz 19 erreichte. Das Erfolgsrezept war klar: bekannte Popsongs im modernen Dance-Gewand, eingängige Melodien und eine professionelle Produktion. Ende 1999 erschien das Debütalbum “Now I’m Singin’… And the Party Keeps On Rollin'”, das zwar in Deutschland nur Platz 91 erreichte, aber dennoch eine solide Basis für weitere Singles bot.
Im Jahr 2000 veröffentlichte Rollergirl mit “Eternal Flame” eine Dance-Version des Bangles-Klassikers. Obwohl der Song in Deutschland nur Platz 40 erreichte, bewies er die Vielseitigkeit des Projekts. 2001 erschien “Superstar”, das sich als besonders erfolgreich erwies und in Schweden sogar Platz 6 erreichte. In Deutschland kam der Song auf Platz 37, in Österreich auf Platz 27. Für “Superstar” erhielt Rollergirl eine Goldene Schallplatte, was den kommerziellen Erfolg des Projekts unterstrich.
Die Single “Close to You” aus dem Jahr 2001 konnte nicht ganz an die vorherigen Erfolge anknüpfen und erreichte in Deutschland nur Platz 70. Mit “Geisha Dreams” im Jahr 2002 gelang noch einmal ein respektabler Achtungserfolg mit Platz 35 in Deutschland und Platz 24 in Österreich. Parallel zu ihrer Musikkarriere arbeitete Nicole Safft 2002 auch als Moderatorin beim Fernsehsender RTL II, wo sie bei Formaten wie “The Dome” und “Megaman 2002” zu sehen war.
Nach der Veröffentlichung von “Geisha Dreams” wurde es still um Rollergirl. Nicole Safft entschied sich bewusst dafür, sich aus dem Musikgeschäft zurückzuziehen und ihr Privatleben in den Vordergrund zu stellen. Die Gründe für diesen Schritt waren vielfältig: Der Dance-Pop-Markt hatte sich verändert, neue Trends dominierten die Szene, und Nicole wollte sich auf ihre Familie konzentrieren. Sie hatte Alex Christensen geheiratet, den Produzenten, der sie einst entdeckt hatte. 2003 kam ihr Sohn Tiger Christensen zur Welt, der später als professioneller Nachwuchsgolfer von sich reden machen sollte.
Im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern der 90er Jahre, die immer wieder Comeback-Versuche unternahmen, blieb Nicole Safft ihrer Entscheidung treu und lebt seitdem weitgehend zurückgezogen. Es gab keine weiteren Veröffentlichungen unter dem Namen Rollergirl, keine Reunion-Tours oder Neuauflagen alter Hits. Diese konsequente Haltung hat dazu beigetragen, dass die Musik von Rollergirl in der Erinnerung vieler Fans unverfälscht geblieben ist.
Obwohl die aktive Phase von Rollergirl nur etwa drei Jahre dauerte, hinterließ das Projekt einen bleibenden Eindruck in der deutschen und europäischen Dance-Pop-Szene der späten 1990er und frühen 2000er Jahre. Die Coverversionen bekannter Songs im modernen Dance-Gewand waren zwar keine neue Idee, aber Rollergirl setzte dieses Konzept besonders erfolgreich um. Die Produktionen von Alex Christensen waren technisch auf höchstem Niveau und trafen den Nerv der Zeit perfekt.
Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass Songs wie “Dear Jessie” auch heute noch auf zahlreichen Streaming-Plattformen und im Radio präsent sind. Die Musik von Rollergirl wird regelmäßig in 90er-Jahre-Partys gespielt und weckt bei vielen Menschen nostalgische Erinnerungen an eine unbeschwerte Zeit. Die eingängigen Melodien und die positive Energie der Songs haben sich als zeitlos erwiesen.
Das Konzept der visuellen Trennung zwischen Gesicht und Stimme, das anfangs praktiziert wurde, mag heute kurios erscheinen, war aber Teil der Marketing-Strategie vieler Dance-Projekte dieser Ära. Dass Nicole Safft später selbst als Gesicht von Rollergirl auftrat, zeigt, dass auch die Produzenten erkannten, dass Authentizität auf Dauer wichtiger war als konstruierte Images. Die verschiedenen Versionen des “Dear Jessie”-Videos dokumentieren diese interessante Entwicklung.
Heute ist Nicole Safft eine Privatperson, die ihr Leben abseits des Rampenlichts führt. Ihre kurze, aber intensive Karriere als Rollergirl bleibt jedoch ein fester Bestandteil der deutschen Popmusikgeschichte und ein Symbol für die kreative und experimentierfreudige Dance-Szene der Jahrtausendwende. Für viele Fans verkörpert Rollergirl die unbeschwerte Partylaune einer ganzen Generation, die zu den eingängigen Beats in Clubs und auf Festivals tanzte.
Wir konnten leider keine Konzerte von Rollergirl finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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