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today28.02.2026
The La’s waren eine britische Indie-Rock-Band aus Liverpool, die vor allem durch ihren zeitlosen Hit “There She Goes” bekannt wurde. Trotz nur eines offiziellen Studioalbums prägten sie den Sound der späten 1980er und frühen 1990er Jahre nachhaltig. Die Band um den perfektionistischen Songwriter Lee Mavers gilt als Kultphänomen mit großem Einfluss auf die Britpop-Bewegung.
| Künstlername | The La’s |
| Mitglieder | Lee Mavers, Mike Badger, John Power, Neil Mavers, Peter Cammell, Chris Sharrock |
| Genre | Indie Rock, Indie Pop, Jangle Pop |
| Größter Hit | There She Goes |
| Gründungsjahr | 1983 |
| Land | England (Liverpool) |
| Markenzeichen | Perfektionismus im Studio, nur ein offizielles Album, 60er-Jahre-inspirierter Sound |

Die Geschichte der La’s begann 1983 in Liverpool, als Mike Badger die Band ins Leben rief. Ein Jahr später stieß Lee Mavers dazu, der schnell zur treibenden kreativen Kraft wurde. Der Bandname selbst entstand auf ungewöhnliche Weise – Mike Badger träumte ihn und spielte damit auf das Liverpooler Slang-Wort für “Lads” an. In den frühen Jahren probten die Musiker intensiv und nahmen erste Demos im Flying Picket Studio auf. Die lokale Musikszene Liverpools, geprägt von der reichen Beatles-Tradition und dem Merseybeat, beeinflusste ihren Sound erheblich. Die Band entwickelte einen charakteristischen Stil, der klare Gitarrenarrangements mit melodischem Gesang und einer gewissen Nostalgie für die 1960er Jahre verband.
1987 gelang den La’s der entscheidende Schritt: Sie unterschrieben bei Go! Discs Records. Im Oktober desselben Jahres erschien ihre Debütsingle “Way Out”, die zwar positive Kritiken erhielt – sogar Morrissey vom Musikmagazin Melody Maker äußerte sich lobend –, kommerziell aber weitgehend unbemerkt blieb. Der wahre Durchbruch kam 1988 mit “There She Goes”, einem Song, der die Band international bekannt machen sollte. Die eingängige Melodie und die luftig-leichte Produktion trafen den Nerv der Zeit. Interessanterweise erreichte die Single bei ihrer ersten Veröffentlichung nur Platz 59 der britischen Charts. Erst beim Re-Release 1990 kletterte der Song auf Platz 13 und wurde zum Dauerbrenner, der bis heute in Filmen, Fernsehserien und Werbespots verwendet wird. Um den Song ranken sich bis heute Spekulationen – handelt es sich um ein einfaches Liebeslied oder eine verschlüsselte Drogenmetapher? Lee Mavers hat sich dazu nie eindeutig geäußert, was den mystischen Charakter des Stücks nur verstärkte.
Die Produktion des selbstbetitelten Debütalbums “The La’s” entwickelte sich zu einem Marathon des Perfektionismus. Lee Mavers, der als kompromissloser Künstler galt, war mit keiner Aufnahme zufrieden. Das Album durchlief über zwölf verschiedene Studio-Sessions, neun Schlagzeuger und sieben Produzenten, bevor es am 1. Oktober 1990 endlich veröffentlicht wurde. Trotz oder gerade wegen dieser aufwendigen Entstehungsgeschichte sammelte das Album hervorragende Kritiken. Musikalisch bot es eine perfekte Mischung aus Jangle Pop, Beatmusik und Folk-Rock-Elementen. Neben “There She Goes” enthielt es weitere starke Tracks wie “Timeless Melody” und “Feelin'”, die beide als Singles ausgekoppelt wurden. Ironischerweise lehnte Lee Mavers das fertige Album später öffentlich ab – es entsprach nicht seinem künstlerischen Ideal. Kommerziell blieb der Erfolg hinter den Erwartungen zurück, doch das Album entwickelte sich über die Jahre zu einem Kultklassiker, der zahlreiche Bands der Britpop-Ära beeinflusste. Wer heute Internetradio mit 90er-Jahre-Indie hört, kommt an den La’s kaum vorbei.
1991 verließ Bassist John Power die Band, um seine eigene Gruppe Cast zu gründen, die in den 1990er-Jahren in Großbritannien sehr erfolgreich wurde. Dieser Abgang markierte den Beginn einer längeren Ruhephase für die La’s. Die Besetzung war ohnehin ständig im Fluss gewesen – neben Lee Mavers, der einzigen Konstante, wechselten Musiker wie Neil Mavers am Schlagzeug, Peter “Cammy” Cammell an der Lead-Gitarre und verschiedene Session-Musiker. Die Band zog sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück, während Lee Mavers in Liverpool ein zurückgezogenes Leben führte. Trotz zahlreicher Gerüchte über ein zweites Album materialisierte sich nie etwas Konkretes. Stattdessen erschienen über die Jahre verschiedene Kompilationen und Archivveröffentlichungen wie “Lost La’s 1984-1986: Breakloose”, “Singles Collection” und “BBC in Session”, die Einblicke in die kreative Entwicklung der Band gaben.
Mitte der 1990er Jahre gab es erste Reunion-Versuche, die jedoch nur zu sporadischen Auftritten führten. 2005 reformierte sich die Band erneut für eine Reihe von Konzerten in Großbritannien, Irland und Japan, einschließlich eines vielbeachteten Auftritts beim Glastonbury Festival. John Power kehrte für diese Tour zur Band zurück. 2011 folgte eine weitere kurze Reunion-Phase. Trotz der Hoffnungen der Fans auf neues Material blieb es bei Live-Auftritten. Der Einfluss der La’s auf die britische Musikszene kann kaum überschätzt werden. Ihr Sound, der die Einfachheit und Melodieführung der 1960er Jahre mit modernem Indie-Rock verband, inspirierte unzählige Bands der Britpop-Ära. Oasis, Blur und viele andere nannten die La’s als wichtige Einflussquelle. Ihr einziges offizielles Studioalbum wird heute als Meisterwerk betrachtet, und “There She Goes” bleibt einer der definierenden Songs seiner Generation. Die Band beweist, dass manchmal weniger mehr ist – ein einziges perfektes Album kann mehr Wirkung entfalten als eine umfangreiche Diskografie. Für Fans von klassischem Indie-Rock, die gerne Radio mit Streaming-Qualität hören, bleiben die La’s eine unverzichtbare Entdeckung.
Wir konnten leider keine Konzerte von The La's finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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