Roxy Music – Steckbrief, Songs & Konzerte

today28.02.2026

Hintergrund
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Roxy Music zählt zu den einflussreichsten britischen Bands der 1970er und frühen 1980er Jahre. Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Glam Rock, Art Rock und experimenteller Elektronik prägten sie eine ganze Ära. Die Band um Mastermind Bryan Ferry verband musikalische Innovation mit visueller Eleganz und schuf zeitlose Klassiker.

Künstlername Roxy Music
Mitglieder Bryan Ferry, Phil Manzanera, Andy Mackay, Paul Thompson, Brian Eno (bis 1973), Graham Simpson (Gründungsmitglied)
Genre Art Rock, Glam Rock, Pop Rock, Sophisti-Pop
Größter Hit Jealous Guy
Gründungsjahr 1970
Auflösungsjahr 1983 (mit späteren Reunions)
Land England, Großbritannien
Markenzeichen Glamouröses Erscheinungsbild, kunstvolle Albumcover, experimentelle Klanglandschaften

Die Anfänge einer Legende

Webradio Steckbrief - Roxy Music

Als Bryan Ferry, damals noch Kunstlehrer mit einem Abschluss der Universität Newcastle, im Jahr 1970 zusammen mit Bassist Graham Simpson Roxy Music gründete, ahnte wohl niemand, welch revolutionäre Kraft diese Formation entfalten würde. Ferry hatte bereits Erfahrungen in kleineren Bands wie The Banshees und The Gas Board gesammelt, doch mit Roxy Music sollte etwas völlig Neues entstehen. Die ursprüngliche Besetzung formierte sich rasch: Andy Mackay brachte mit Saxophon und Oboe ungewöhnliche Klangfarben ein, Brian Eno experimentierte mit Synthesizern und Tonbandmanipulationen, Paul Thompson saß am Schlagzeug und Phil Manzanera übernahm die Gitarre, nachdem David O’List die Band Anfang 1972 verlassen hatte.

Der Bandname selbst war bereits Programm. Ferry wählte ihn aus einer Liste alter Kinos aus, wobei das Wort “Roxy” eine gewisse nostalgische Eleganz transportierte. Die Ergänzung zu “Roxy Music” verlieh dem Ganzen eine künstlerische Note, die perfekt zur Vision der Band passte. Besonders bemerkenswert war die Rolle von Brian Eno, der ursprünglich als technischer Berater ohne formale Musikausbildung zur Band stieß, sich aber schnell als vollwertiges und kreativ unverzichtbares Mitglied etablierte.

Durchbruch und künstlerische Blütezeit

Im Juni 1972 erschien das selbstbetitelte Debütalbum “Roxy Music” und schlug ein wie eine Bombe. Die Platte war ein sofortiger Erfolg in Großbritannien und etablierte die Band als innovative Kraft im Glam Rock. Der Sound war frisch, experimentell und visuell beeindruckend inszeniert. Die Single “Virginia Plain” kletterte auf Platz 4 der britischen Charts und wurde zum ersten großen Hit. Das Album vereinte kunstvolle Arrangements mit einer Prise Dekadenz und Glamour, die damals einzigartig war.

Bereits Anfang 1973 folgte das zweite Album “For Your Pleasure”, das die künstlerische Vision der Band weiter vertiefte. Doch kurz nach der Veröffentlichung kam es zum ersten großen Bruch: Brian Eno verließ die Band aufgrund künstlerischer Differenzen mit Bryan Ferry. Dieser Abgang hätte das Ende bedeuten können, doch Roxy Music machten unbeirrt weiter. Die nachfolgenden Alben “Stranded” (1973), “Country Life” (1974) und “Siren” (1975) festigten ihren Ruf als eine der führenden britischen Art-Rock-Bands. Besonders “Country Life” sorgte mit seinem freizügigen Cover für Aufsehen und Kontroversen.

Mit “Love Is the Drug” von 1975 gelang der Band ein internationaler Durchbruch. Der Song erreichte Platz 2 in Großbritannien und wurde auch in anderen Ländern zum Hit. Die Mischung aus funkigen Rhythmen, Ferrys charakteristischem Gesang und der raffinierten Produktion machte den Track zu einem zeitlosen Klassiker, der bis heute in vielen Internetradio-Playlists zu finden ist.

Pause, Neustart und späte Triumphe

Nach “Siren” legte die Band eine Pause ein, während der die Mitglieder verschiedene Solo-Projekte verfolgten. Bryan Ferry etablierte sich als erfolgreicher Solokünstler, während andere Bandmitglieder ebenfalls eigene Wege gingen. Doch 1979 kehrte Roxy Music mit dem Album “Manifesto” zurück. Der Sound hatte sich gewandelt – glatter, zugänglicher, aber immer noch anspruchsvoll. Die Single “Dance Away” wurde ein großer Erfolg und erreichte erneut Platz 2 in den UK-Charts.

1980 erschien “Flesh + Blood”, das in Großbritannien die Spitze der Album-Charts eroberte. Singles wie “Oh Yeah”, “Over You” und “Same Old Scene” zeigten eine Band, die ihren Stil verfeinert hatte, ohne die künstlerische Integrität zu verlieren. Paul Thompson verließ die Band Ende der 1970er Jahre zeitweise, und für spätere Aufnahmen wurden Session-Drummer eingesetzt.

Den krönenden Abschluss bildete 1982 das Album “Avalon”, das als reifste und eleganteste Arbeit der Band gilt. Der Titeltrack und besonders “More Than This” wurden zu Klassikern des Sophisti-Pop. “More Than This” erlangte später durch seine Verwendung in Filmen wie “Lost in Translation” erneute Popularität und bleibt einer der meistgestreamten Songs der Band. In den USA war “Avalon” das erfolgreichste Album von Roxy Music und erreichte Platin-Status, obwohl “More Than This” dort paradoxerweise nicht in die Hot 100 kam.

Der einzige Nummer-Eins-Hit und das Ende einer Ära

Ironischerweise war der einzige Nummer-Eins-Hit von Roxy Music in Großbritannien eine Coverversion. Im März 1981 veröffentlichte die Band ihre Interpretation von John Lennons“Jealous Guy” als Tribut an den kurz zuvor ermordeten Beatle. Der Song eroberte sowohl in Großbritannien als auch in Australien die Spitzenposition und wurde zum kommerziell erfolgreichsten Single der Bandgeschichte. Diese emotionale Hommage zeigte eine andere Seite von Roxy Music – verletzlich, respektvoll und tief berührend.

Nach der Veröffentlichung von “Avalon” und der dazugehörigen Tour löste sich Roxy Music 1983 offiziell auf. Es gab keine dramatischen Auseinandersetzungen, sondern eher das Gefühl, dass die Band ihren künstlerischen Höhepunkt erreicht hatte. Bryan Ferry konzentrierte sich vollständig auf seine Solokarriere, während die anderen Mitglieder ebenfalls eigene Projekte verfolgten. Ein neues Studioalbum sollte es nie wieder geben.

Wiedervereinigungen und bleibendes Vermächtnis

Im Jahr 2001 überraschten Bryan Ferry, Phil Manzanera, Andy Mackay und Paul Thompson die Musikwelt mit einer Reunion-Tour zum Bandjubiläum. Brian Eno beteiligte sich nicht an diesen Wiedervereinigungen, blieb aber stets respektvoll gegenüber der gemeinsamen Vergangenheit. Die Konzerte waren ausverkauft und zeigten, dass die Musik von Roxy Music nichts von ihrer Faszination verloren hatte.

2019 erfolgte die verdiente Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame – eine späte, aber umso bedeutendere Anerkennung für eine Band, die Generationen von Musikern beeinflusst hat. Von New Wave über Synthpop bis hin zu modernem Indie-Rock lassen sich die Spuren von Roxy Music verfolgen. Zum 50-jährigen Jubiläum im Jahr 2022 ging die Band erneut auf Tour und bewies, dass die Magie immer noch vorhanden ist.

Das visuelle Markenzeichen der Band – die kunstvollen Albumcover, die elegante Kleidung, die gesamte ästhetische Inszenierung – war ebenso wichtig wie die Musik selbst. Bryan Ferry, geboren am 26. September 1945 in Washington, County Durham, verband seine Kunstausbildung mit musikalischer Vision und schuf damit etwas Einzigartiges. Sein Wohnsitz in Sussex und seine Londoner Wohnung spiegeln bis heute seinen Sinn für Stil und Eleganz wider.

Roxy Music waren Pioniere, die bewiesen, dass Popmusik intellektuell anspruchsvoll, experimentell und gleichzeitig kommerziell erfolgreich sein kann. Ihre Songs laufen bis heute im Radio und auf Streaming-Plattformen weltweit, und jede neue Generation entdeckt die zeitlose Qualität ihrer Musik. Von den frühen Glam-Rock-Experimenten bis zur raffinierten Eleganz von “Avalon” schufen sie ein Werk, das in seiner Vielfalt und Qualität seinesgleichen sucht.

Songs von Roxy Music im Radio

Konzerte von Roxy Music

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Geschrieben von: RadioMonster.FM