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today28.02.2026
Karat zählt zu den erfolgreichsten und langlebigsten deutschen Rockbands und prägte seit 1975 die Musiklandschaft in Ost und West. Mit zeitlosen Hits wie „Über sieben Brücken musst du gehn” und „Der blaue Planet” schrieb die Berliner Formation Musikgeschichte. Auch nach 50 Jahren ist die Band aktiv und begeistert mit poetischen Texten und kraftvollem Rock.
| Künstlername | Karat |
| Mitglieder | Claudius Dreilich, Bernd Römer, Martin Becker, Daniel Bätge, Heiko Jung |
| Genre | Deutschsprachiger Rock, Progressive Rock |
| Größter Hit | Über sieben Brücken musst du gehn |
| Gründungsjahr | 1975 |
| Land | Deutschland (DDR) |
| Markenzeichen | Poetische Texte, charismatischer Gesang, gesellschaftskritische Themen |

Im Jahr 1975 entstand Karat aus den Reihen der Jazz-Rock-Formation Panta Rhei in Ost-Berlin. Die Musiker wollten sich von ihren experimentellen Wurzeln lösen und eine zugänglichere, aber dennoch künstlerisch anspruchsvolle Rockmusik schaffen. Nach einigen personellen Wechseln kristallisierte sich eine Besetzung heraus, die die Band über Jahre prägen sollte: Herbert Dreilich als charismatischer Sänger, Ulrich „Ed” Swillms am Keyboard, Bernd Römer an der Gitarre, Michael Schwandt am Schlagzeug und Henning Protzmann. Diese Formation legte den Grundstein für eine beispiellose Erfolgsgeschichte, die beide deutsche Staaten umfassen sollte.
Die Band entwickelte schnell einen eigenen Stil, der deutschsprachigen Rock mit progressiven Elementen verband. Dabei legten sie besonderen Wert auf tiefgründige, poetische Texte, die oft gesellschaftliche Themen aufgriffen und zum Nachdenken anregten. Diese Kombination aus musikalischer Qualität und inhaltlicher Substanz sollte zum Markenzeichen von Karat werden.
Das Jahr 1978 markierte den entscheidenden Wendepunkt in der Bandgeschichte. Mit dem Song „Über sieben Brücken musst du gehn” gelang Karat nicht nur ein Hit in der DDR, sondern auch ein Lied, das Generationen überdauern sollte. Die Komposition von Ed Swillms und der Text von Helmut Richter trafen den Nerv der Zeit und gewannen beim Internationalen Schlagerfestival in Dresden den Grand Prix. Die metaphorische Sprache des Liedes ließ vielfältige Interpretationen zu und machte es zu einem zeitlosen Klassiker.
Ein Jahr später erschien das Album „Über sieben Brücken” in der DDR, während es in der Bundesrepublik unter dem Titel „Albatros” veröffentlicht wurde. Die Westversion erreichte 1981 Platz 15 der deutschen Singlecharts und hielt sich dort 13 Wochen. Besonders bemerkenswert war, dass Peter Maffay eine Coverversion des Titelsongs aufnahm, die dem Lied noch größere Bekanntheit verschaffte. Maffay hatte sich zuvor die Erlaubnis der Band eingeholt und trug maßgeblich dazu bei, dass „Über sieben Brücken” auch im Westen zu einem Evergreen wurde.
Den absoluten Höhepunkt ihrer Karriere erreichte Karat 1982 mit dem Album „Der blaue Planet”. Das Werk verkaufte sich in der DDR über eine Million Mal und wurde damit zum erfolgreichsten Rockalbum in der Geschichte der DDR. Doch auch in der Bundesrepublik schlug das Album ein wie eine Bombe: Es erreichte Platz 8 der offiziellen deutschen Albumcharts und hielt sich dort beeindruckende 48 Wochen. Karat war damit die erste und einzige DDR-Band, die vor dem Mauerfall eine Top-10-Platzierung in Westdeutschland erreichte.
Der Titelsong „Der blaue Planet” wurde zu einem weiteren Klassiker im Repertoire der Band. Mit seiner ökologischen Botschaft und der eindringlichen Melodie traf er einen Nerv, der über politische Grenzen hinausging. Die Band erhielt für ihre Leistungen zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1984 den Nationalpreis der DDR für Kunst und Literatur sowie Goldene Schallplatten in Westdeutschland. Weitere erfolgreiche Alben wie „Schwanenkönig” (1980) und „Die sieben Wunder der Welt” (1983) festigten den Status von Karat als eine der bedeutendsten deutschen Rockbands.
Die deutsche Wiedervereinigung 1990 brachte für Karat, wie für viele Ostbands, erhebliche Herausforderungen mit sich. Der gewohnte Markt in der DDR brach weg, während die Etablierung im gesamtdeutschen Musikgeschäft schwierig war. Alben wie „im nächsten Frieden” (1990) und „Karat 91″ (1991) verkauften sich deutlich schlechter als die Vorgänger, und Auftritte wurden seltener. Die Band musste sich in einem veränderten Musikmarkt neu positionieren und kämpfte mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten.
Dennoch gab Karat nicht auf. In den 1990er und 2000er Jahren erschienen weitere Alben wie „Die geschenkte Stunde” (1995), „Balance” (1997) und „Ich liebe jede Stunde” (2000). Die Band blieb ihrer Linie treu und setzte weiterhin auf qualitativ hochwertige Rockmusik mit anspruchsvollen Texten. Fans im Radio und auf Streaming-Plattformen sowie im Internetradio hielten der Band die Treue, auch wenn die großen kommerziellen Erfolge der 1980er Jahre nicht mehr erreicht wurden.
Ein schwerer Schicksalsschlag traf die Band am 12. Dezember 2004, als Herbert Dreilich, die unverwechselbare Stimme von Karat, an Leberkrebs starb. Der gebürtige Österreicher, der am 5. Dezember 1942 in Mauterndorf zur Welt gekommen war und später in Berlin lebte, hatte die Band über Jahrzehnte geprägt. Sein Tod stellte die Zukunft von Karat infrage, doch die verbliebenen Mitglieder entschieden sich für eine Fortsetzung.
2005 übernahm Claudius Dreilich, der Sohn von Herbert, den Gesang. Diese Entscheidung sorgte zunächst für gemischte Reaktionen, doch Claudius entwickelte seinen eigenen Stil und führte das Erbe seines Vaters würdig fort. Allerdings geriet die Band in einen Markenrechtsstreit um den Namen „Karat”, weshalb sie 2006 und 2007 unter dem Namen „K…!” auftreten musste. Erst 2007 entschied ein Gericht zugunsten der Bandmitglieder, sodass sie wieder als Karat firmieren durften.
Die aktuelle Besetzung besteht aus Claudius Dreilich (Gesang, Rhythmusgitarre), Bernd Römer (Lead-Gitarre), Martin Becker (Keyboard), Daniel Bätge (Bass) und Heiko Jung (Schlagzeug). Ulrich „Ed” Swillms, das letzte Gründungsmitglied und kompositorisches Genie der Band, verstarb 2023. Auch Michael Schwandt und Christian Liebig schieden 2022 aus der Band aus. Trotz dieser Veränderungen bleibt Karat aktiv und veröffentlichte im Februar 2025 anlässlich des 50-jährigen Bandjubiläums das Album „Hohe Himmel” mit ausschließlich neuen Songs. Die Band beweist damit, dass sie auch nach einem halben Jahrhundert noch kreativ und relevant ist. Mit Konzerten und Präsenz in Online Radio und Webradio erreicht Karat weiterhin ein treues Publikum und gewinnt neue Fans hinzu.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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